Kultur & Heimat : Neues Programm unter alten Bäumen

Die „Garagenjungs“ geben alles - und tatsächlich ist gegen sie kein Kraut gewachsen. Fotos: Monika Maria Degner
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Die „Garagenjungs“ geben alles - und tatsächlich ist gegen sie kein Kraut gewachsen. Fotos: Monika Maria Degner

In Grambow wurde am Wochenende wieder das traditionelle Parkfest gefeiert. Die „Garagenjungs“ konnten ihren Titel verteidigen

„Diese Bäume“, schwärmt eine Urlauberin aus Magdeburg entzückt und blickt zu einer schlanken, scheinbar in den Himmel wachsenden Kiefer hinauf. Um ein Sommerfest zu gestalten ist das Grambower Gutsparkgelände mit seinem dichten Laubdach ein idealer Ort. Schon seit Jahrzehnten spenden die alten, geschützten Bäume dem Parkfest Schatten. „Dieses Fest gibt es schon lange, schon zu DDR-Zeiten“, sagt Peter Horn, 1. Vorsitzender des Diestelower Kultur- und Heimatvereins.

In der Form wie am Sonnabend aber richten die Verantwortlichen das Parkfest jetzt erst im zweiten Jahr aus. Ein spaßiges Turnier im Tauziehen, an dessen Ende auch (fast) richtige Siegerehrungen stehen, wird in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgetragen. Außerdem ist der Shanty-Chor „Klön Köpp“ aus Schwerin angereist und zum ersten Mal, berichtet stolz Michael Blümel, Mitorganisator und Stellvertreter Horns, haben sie für den Abend eine Live-Band engagiert, das „Blue Asphalt Project“.

„Man musste wieder aufbauen“, sagt Horn, „um auch jüngere Menschen anzuziehen.“ Und die Verjüngungsspritzen haben offensichtlich gewirkt. Kinder bis hinunter zum Alter von nur anderthalb Jahren vergnügen sich auf der Hüpfburg oder nebenan auf einem Trampolin. Weniger ausgelassen geht es beim Ponyreiten zu. Bedächtig drehen die jungen Besucher ihre Runden durch den Wald. Die Großen erwartet beim Parkeingang eine blitzende Oldie-Ausstellung der „Zweitakt-Freunde Grambow“, es gibt Kuchen satt, Würstchen, Bouletten, Bier und so fort. Das Wetter ist toll.

Irgendwann mischen sich Männer in maritimer Aufmachung, quergestreift, rote Halstücher umgebunden, unter die schon recht zahlreichen Besucher. Einen Jux macht sich eine Gruppe junger Männer in bedruckten T-Shirts, die mal hier, mal dort auftauchen. Dass sie ständig Bierglas- oder -flasche bei sich haben, ist Programm. Die Mannschaft „Vollbreit“ nämlich nutzt das Parkfest, um Kumpel Stefan den Junggesellenabschied zu verpassen. Im Vergleich dazu wirkt der Shanty-Chor schließlich ernst und gefasst. Die Schweriner erfreuten ihr Publikum mit Klassikern der Seemannsromantik. Von „Wir lieben die Stürme“ bis zu Schlagern wie „Cindy, oh Cindy“ ist alles dabei, was gerne gehört wird.

Da „Vollbreit“ schon einiges hinter sich hat, ist die Gruppe beim Tauziehen nicht mehr so standfest. Die Helden purzeln auf den Boden oder über die Mittellinie. Macht nichts, Hauptsache Spaß. Gegen die „Garagenjungs“, die den Titel verteidigen, ist ohnehin kein Kraut gewachsen. Auch den Feuerwehren Goldberg und Wendisch Waren und der Mannschaft „Bahnhof Grambow“ geht es nicht besser. Die „Garagenjungs“ machen von insgesamt fünf Teams wieder den ersten Platz, dabei sind sie nur eine lockere Gruppe junger Männer, die sich zum zwanglosen Klönen regelmäßig bei einer Garage treffen, nicht etwa im Fitnessclub.





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