Lancken : Neues Dach für die Kirche

Freuen sich auf den bevorstehenden Start der Bauarbeiten: Einwohner aus Lancken und Umgebung mit Pastorin Ulrike Kloss (3.v.r.) und Wolfgang Waldmüller (2. v. r.),
Freuen sich auf den bevorstehenden Start der Bauarbeiten: Einwohner aus Lancken und Umgebung mit Pastorin Ulrike Kloss (3.v.r.) und Wolfgang Waldmüller (2. v. r.),

Freiwillige Helfer haben Baufreiheit für die Handwerker geschaffen

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07. Mai 2019, 05:00 Uhr

Lancken | Als Jüngster in der Runde begleitete der sechsjährige Otto seinen Papa Jochen Klinnert zum Arbeitseinsatz in die Lanckener Kirche. Mit Bernardo Costa (17) und Jason Lai, Heng-Xuan (19) standen sogar zwei Jugendliche aus Brasilien und Taiwan pünktlich um 10 Uhr auf der Matte: Die Austauschschüler wurden von ihren Gasteltern Jürgen und Janne Fokuhl gefragt, ob sie mithelfen würden. Und auch der 80-jährige Otto Nienkerk ließ es sich an diesem Vormittag nicht nehmen, tüchtig mit zuzupacken, nachdem Jung und Alt noch einmal andächtig dem Klang der Orgel gelauscht haben. Das Instrument aus dem Jahr 1863 wird für etwa eineinhalb Jahre stumm bleiben. Die Orgel bekommt eine Schutzverpackung, damit sie während der Bauarbeiten keinen Schaden nimmt.

„Die Firmen werden jetzt beauftragt. Wir können ziemlich bald damit rechnen, dass die Rüstung kommt“, konnte Pastorin Ulrike Kloss der Helferschar berichten. Fleißige Hände sorgten am Wochenende mit vereinten Kräften schon mal für Baufreiheit in der Kirche: Teppich und Sitzunterlagen wurden ausgeräumt, Bilder abgehängt sowie weitere „bewegliche“ Ausstattungsgegenstände vorübergehend eingelagert. Auf allen Seiten herrschte pure Freude, dass der herbeigesehnte Baustart nun zum Greifen nah ist. Frauke Doller aus Lancken, Janne Fokuhl aus Stralendorf und Marion Schwichtenberg aus Darze würden am liebsten jubeln vor Begeisterung: Die drei Mitglieder des Kirchengemeinderates bringen es mit einem Satz auf den Punkt: „Für uns alle geht ein langer Traum in Erfüllung.“

Das Lanckener Gotteshaus bekommt ein neues Dach, Tragwerk und Dachstuhl werden saniert. Zudem werden dringend notwendige Arbeiten am Ost-und Westgiebel aus Feldstein und rotem Backstein durchgeführt. Alles in allem bewegen sich die veranschlagten Investitionskosten auf die 300 000 Euro zu. Eine Summe, die die kleine Kirchengemeinde bei allem Engagement nie im Leben hätte allein zusammentragen können. Umso dankbarer ist man deshalb vor Ort, dass 75 Prozent der gesamten Baumaßnahme aus dem so genannten Strategiefonds des Landes und damit aus öffentlichen Geldern finanziert werden. Mit dem Sonderfonds der Abgeordneten der Regierungsfraktionen können Projekte unterstützt werden, die ansonsten kaum eine Chance auf eine Förderung hätten. Die Christdemokraten haben sich dabei explizit auf die Fahnen geschrieben, zur Rettung vieler immer noch stark sanierungsbedürftiger Dorfkirchen beizutragen.

Für das Anliegen der Lanckener – wie zuvor schon für die Burower Kirche – hatte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller persönlich ins Zeug gelegt. Lancken ist auch sein Heimatort. „Ich bin so froh, dass es geklappt hat. Es ist wirklich ein besonderer Tag“, gestand Waldmüller am Rande des Arbeitseinsatzes. Mit diesen Worten sprach er auch Otto Nienkerk aus dem Herzen. Im Dezember kann der ehemalige Lehrer auf 60 Lanckener Jahre zurückblicken. In ihrer Dorfkirche feierten Otto und Ingeborg Nienkerk 2012 ihre Goldene Hochzeit. Zur Erinnerung an diesen Tag pflanzten sie damals auf dem Kirchhof eine Linde, die sich gut entwickelt hat. In den kommenden Monaten übernehmen Nienkerks sehr gern den Schlüsseldienst für die Handwerker. Gäste, die die Kirche kennenlernen wollten, konnten ohnehin schon bei ihnen klingeln und sich das Gotteshaus von ihnen für einen Kurzbesuch oder eine innere Einkehr aufschließen lassen.

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