Führungswechsel : Neuer Chefarzt der Anästhesie

Dipl.-Med. Arnold Sieber ist neuer Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im MediClin Krankenhaus Plau am See.
Dipl.-Med. Arnold Sieber ist neuer Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im MediClin Krankenhaus Plau am See.

Aus der KfZ-Werkstatt ins MediClin: Dipl.-Med. Arnold Sieber überrascht mit seinem „so gar nicht typischen beruflichen Werdegang“

von
04. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Neu ist das Gesicht in der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im MediClin Krankenhaus Plau am See nicht. Nein, tatsächlich war Dipl.-Med. Arnold Sieber schon vor Jahren zum Team gestoßen, war zunächst Oberarzt in der Abteilung, danach zehn Jahre ihr Leitender Oberarzt. Anfang Oktober wurde Arnold Sieber zum Chefarzt der Abteilung berufen. Neben den Aufgaben, die dieser verantwortungsvolle Posten mit sich bringt, liegt Siebers Fokus darauf, die Klinik der Frührehabilitation zu unterstützen, in der die Patienten unter sicherer medizinischer Technik und mit dem notwendigen personellen Know-how so schnell wie möglich aus dem Status „intensiv“ zurückgeführt werden sollen. Einer der Schwerpunkte, für den mit der Erweiterung der Klinik „Frühphase B“ gerade erst die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden konnten, sei der Ausbau der Beatmung. Bei einer Kapazität von jetzt 52 Betten stehen der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin 48 Betten zur Verfügung, bei denen die Beatmung inklusive ist. „Die Patienten einzustellen und die Beatmung jeweils dem Patienten anzupassen, das ist unsere Aufgabe“, so Sieber.

Im blauen OP-Kittel ist Arnold Sieber ganz der Arzt, und doch ist es Zufall, dass er heute die Anästhesie-Abteilung am Plauer MediClin leitet. „Zugegeben, ich habe so gar keinen typischen Werdegang“, sagt Sieber und lacht verschmitzt. „Nicht typisch“ ist dabei nicht untertrieben. Auf dem besten Weg, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, lernte der heute 55-Jährige zunächst KfZ-Elektromechaniker. Für den jungen Sieber, der damals ohne andere Ambitionen war, ging das in Ordnung. „Fürs Abi hätte mein Notendurchschnitt eh nicht ausgereicht, und ganz ehrlich, ich hatte auch kein Interesse“, gesteht er. Das Interesse mehr zu wollen, kam nach der Ausbildung, bedeutete zwei Jahre lang vier mal die Woche plus Samstag Abendschule bis zum Abitur und das frühe Ende seiner KfZ-Elektromechaniker-Karriere. Statt daheim weiter bei der PGH zu arbeiten, wechselte Arnold Sieber in die Krankenpflege. Bevor er jedoch die Zweitausbildung beenden konnte, erreichte ihn die Einberufung. „Das war nicht ganz einfach, aber die von Hoffmanns Trachtengruppe haben mir geholfen, einen Studienplatz zu bekommen“, ist er noch heute dankbar. Die Humboldt Universität Berlin wählte ihn, er die Medizin. „Was wieder reiner Zufall war“, räumt Arnold Sieber ein. „Meine damalige Freundin studierte Medizin, und da bin ich ins Denken gekommen.“ Was quasi Gehirnjogging um einige Ecken bedeutete. Denn alles, was Sieber bis dahin im weitesten Sinne mit Medizin zu tun hatte, beschränkte sich auf sein Ehrenamt als Rettungsschwimmer.

Die Uni erfolgreich beendet, zog es ihn wieder zur Armee, diesmal in die Militärmedizinische Akademie nach Bad Saarow (Ausbildungs- und Forschungseinrichtung mit Hochschulcharakter der Nationalen Volksarmee). Dort machte Arnold Sieber seinen Facharzt für Anästhesie, blieb zehn Jahre als Stationsarzt auf Intensiv, wechselte dann nach Havelberg, später nach Osterloh Scharmbeck (nahe Bremen) und bewarb sich vor etwas mehr als zehn Jahren schließlich nach Plau am See. „Hier am MediClin ist die Qualität der Medizin sehr hoch“, bringt Sieber die Motivation für seinen damaligen Schritt auf den Punkt. Etliche Stufen auf der Karriereleiter höher, sind es noch immer die Qualitäts- und Sicherheitsstandards, die ihn beflügeln.

Vom KfZ-Eletromechaniker zum Chef-Anästhesisten – selbst für Sieber, den wohl nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann, ist das ein gewaltiger Schritt. „Was mir in meinem Job heute aber ungemein hilft, ist das technische Verständnis, das mir die KfZ-Lehre mitgegeben hat“, ist er überzeugt. Beatmung, Dialyse, Monitor – technisch mache ihm so schnell keiner was vor. Und sein fundiertes medizinisches Wissen habe er der grundsoliden Facharztausbildung in der DDR zu verdanken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen