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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. August 2017 | 15:03 Uhr

Wooster Teerofen : Naturschutz geht nur gemeinsam

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Direkt am Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide entsteht eine neue, ökologische Naturschutz-Station. Arbeitseinsatz des Fördervereins am Wochenende schafft Ordnung.

Hand in Hand ging der Arbeitseinsatz des Fördervereins Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide e.V. am vergangenen Samstag in Wooster Teerofen. Seit Herbst erbaut der Förderverein dort aus einer alten Büdnerei ein neues Zentrum für Naturschutz – optimal gelegen an vier heran grenzenden Naturschutzgebieten, darunter der namensgebende 355 Quadratkilometer große Naturpark. Am Wochenende packten 30 Mitglieder selbst noch einmal an, um das Grundstück weiter aufzuräumen.

Die Sanierung des 140 Jahre alten Gebäudes an sich ist bereits weit fortgeschritten: Der Dachstuhl wurde erneuert, die Wände mit Lehm verkleidet, neue Holzfenster wurden eingesetzt – alles auf Basis ökologischer Materialien. „Die Wände wurden mit Hanf gedämmt, eine Solaranlage auf dem Dach sorgt für warmes Wasser und Regenwasser soll für die Waschmaschine und Toiletten genutzt werden“, erklärt Ralf Koch, Geschäftsführer des Fördervereins.

190 000 Euro bedarf die Sanierung. Ein Teil besteht aus Fördermitteln der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), der Naturstiftung David und anderen Institutionen. Allein 20 000 Euro gehen aber auf Privatspenden zurück. „Ohne die Hilfe und Tatkraft der Freiwilligen wäre Naturschutz nicht lösbar und unser Projekt heute noch nicht so fortgeschritten“, sagt Koch weiter. Von einer Hotelbesitzerin gab es Sanitäranlagen, erzählt er, Zimmerer bauten den Dachstuhl neu, Tischler sanierten die Treppe. Aber auch der 50-jährige Geschäftsführer selbst lässt sich die handwerkliche Arbeit nicht nehmen. Dem originalen und restaurierten Ofen der Büdnerei verpasste er am Sonnabend den letzten Feinschliff, damit die Feuerstelle später als Wärmequelle genutzt werden kann.

Doch nicht nur drinnen, wurde die neue Naturschutz-Station einem ersten Frühjahrsputz unterzogen. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Gelände am Köhlerweg 12 wurde an allen Ecken und Stellen fleißig gewuselt. Unter den 30 Helfern war auch Familie Hahne aus dem Wooster Nachbarort Sandhof. Während Mutter Katja den alten Hühnerstall entkernte und ausreichend Feuerholz für den hauseigenen Ofen sammelte, sägte Ehemann Wulf Bretter, Hölzer, Balken in handliche Stücke. Aber auch die Kleinsten haben ihren Teil beim großen Arbeitseinsatz beigetragen. Der neunjährige Raimund und seine sieben Jahre alte Schwester Almut Hahne kämpften auf dem Innenhof der Naturschutz-Station mit einem Berg aus Erde, Steinen, Sand und Rasen. Den galt es abzutragen, damit auf einer ebenen Fläche eine neue Wiese für Zeltplätze und Übernachtungsmöglichkeiten entstehen können.

Hilfe bekamen die beiden Kleinen von anderen Vereinsmitgliedern, wie dem Vorsitzenden Wolfgang Köhler, der erst wenige Stunden zuvor als neuer, alter Vorsitzende in einer Vorstandswahl bestätigt wurde. „Wir und unsere Mitglieder ziehen am gleichen Strang, wie das Vertrauen und die Wiederwahl des Vorstandes zeigen“, so Ralf Koch.

Die Naturschutzstation ist nur ein gemeinsames Projekt des Fördervereins, in dem alle zusammen arbeiten. „Bis zum 10. Juni wollen wir fertig sein, denn dann findet der erste Workshop mit Menschen aus ganz Europa in unserem Seminarraum statt“, so Koch.

Aber auch Schulen und Universitäten sollen künftig kostenlose, praktische Lehrgänge über Natur-und Artenschutz in der neuen Wooster Naturschutz-Station erhalten.

 

 

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erstellt am 28.Apr.2014 | 07:50 Uhr

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