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18. November 2017 | 15:14 Uhr

Lübz : Naturschutz contra Wohnpark

vom

Der Schweizer Geschäftsmann Rolf Zenhäusern möchte auf dem Gelände der ehemaligen, teilweise abgebrannten Sägerei eine Anlage mit maximal 20 kleinen Häusern für Langzeitaufenthalte schaffen. Es wird ein steiniger Weg.

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2012 | 10:19 Uhr

lübz | Der Schweizer Geschäftsmann Rolf Zenhäusern möchte mit seiner Frau und zwei weiteren Partnern auf dem Gelände der ehemaligen, teilweise abgebrannten Sägerei und in umliegendem Bereich eine Anlage mit maximal 20 kleinen Häusern für Langzeitaufenthalte schaffen. "Das Gelände würde sich dafür sehr gut eignen", sagte er auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Bau, Wirtschaft und Verkehr, wo der Gast sein Vorhaben gemeinsam mit Mario Schlichting von der Firma MS Immobilien aus Glinde/Hamburg erstmals öffentlich präsentierte. Zweitgenannter ist in Lübz kein ganz Unbekannter. Er hatte das Insolvenzverfahren für die noch etliche Jahre nach der Wende existierende Sägerei begleitet.

Dem Schweizer liegt ein Angebot vor, das große, zentral gelegene Grundstück - auf ihm produzierte die Sägerei - kaufen zu können. Er möchte umliegende Flächen einbeziehen, die sich in öffentlichem Besitz befinden (einige Kleingärten und ein Komplex mit mehr als 100 Garagen). Nur mit ihnen wäre der zweiseitige Zugang zum Wasser gesichert. Außerdem soll gegenüber der noch zu schaffenden Insel unter anderem ein innen liegender Bootsanleger entstehen. "Wir denken daran, sowohl Leuten aus der Region als auch Durchreisenden und Radwanderern ein Nachtlager anzubieten", so Zenhäusern. "Tourismus soll es auch geben, aber primär geplant sind längere Aufenthalte." Es sei zum Beispiel nicht vorgesehen, auf dem Gelände ein Restaurant zu eröffnen. Man wolle keine Konkurrenz etablieren, sondern das Rundherum einbeziehen. Die Besucher sollten den Ort kennen lernen.

"Wir wollen die Rückendeckung dieses Raumes!", sagte Mario Schlichting. "Lübz soll mobilisiert werden und hinter diesem großen Vorhaben stehen, so dass die Stadt noch etwas mehr zu bieten hätte. Mit dem von uns ausgearbeiteten und hier vorgelegten Plan wollen wir zeigen, dass wir ernsthaft interessiert sind." Dies bestritten die Angesprochenen nicht, gaben jedoch sofort zu bedenken, dass der Investor viel Kraft brauche und zahlreiche Hürden zu überwinden habe. Es sei nicht nur ein Bebauungsplan, sondern auch die Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. An dem Verfahren wären neben dem Kreis (Umweltamt) das Land (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt) sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt zu beteiligen. Doch damit nicht genug: Gerade auch dort, wo neue Bauten entstehen sollen, ist das Gelände als Naturschutzgebiet, als so genanntes Flora-Fauna-Habitat (kurz FFH-Gebiet), ausgewiesen. "Besonders diesen Konflikt zu lösen, dürfte sehr schwierig werden", sagt Fred-Jan Salomon, Leiter des Fachgebietes Bau beim Amt Eldenburg Lübz, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm. "Das Vorhaben wurde aus meiner Sicht vernünftig präsentiert und grundsätzlich böte es die Chance, diesen Bereich der Stadt aufzuwerten, aber die Probleme sind klar."

Zenhäusern zufolge sei im Umgang mit Behörden ebenso in der Schweiz viel Kraft gefragt und auch er habe schon öfter ein dickes Fell benötigt.

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