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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 14:18 Uhr

Goldberg : Nähe durch gemeinsames Quizzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Mitglieder der Initiative „Willkommenskultur in Goldberg“ trafen sich erneut zu einem Internationalen Café mit Syrern aus der Region.

Um den Feuerwehrsaal für das Internationale Café mit jungen Flüchtlingen aus der Umgebung – Goldberg und Dobbertin – nutzen zu können, hatte Heidelind Holthusen von der Initiative „Willkommenskultur in Goldberg“ sogar den Ministerpräsidenten angesprochen, der anlässlich seiner Dialogtour im Februar auch in Goldberg Station gemacht hatte (wir berichteten). Ein förmliches Schreiben der Initiative an die Stadt zeitigte nun jüngst die Zusage, dass die ehrenamtlichen Helfer das Atrium der Walter-Husemann-Schule und den Jugendclub nutzen dürfen, letzteren zu einer Nutzungsgebühr von fünf Euro pro Stunde. An diesem schönen und frühlingswarmen Sonntag nun fand das Café als Treff zwischen jungen Syrern und Deutschen dennoch im Evangelischen Gemeindesaal in Goldberg statt.

Hier sind etliche Tische freundlich eingedeckt, selbstgebackenen Kuchen gibt es zuhauf, ein Kuchen – mit weißem Schokomantel – wurde von einem syrischen „Bäcker“ beigesteuert. Wer schon häufiger Kontakt mit jungen Flüchtlingen hatte, wird auch jetzt wieder die für die meisten typische Freundlichkeit und Disziplin wiederfinden. Dass sich hinter der bewussten Haltung aber auch manche Sorge verbirgt, darüber muss man nicht mutmaßen. Unter den knapp zwanzig Gästen sind auch Ahmad Afjouni, 25 Jahre alt und Informatiker, und Yehya Bahriy, er ist 19, hat in Syrien bereits zwei Semester studiert und will Elektronikingenieur werden. In Joachim Mehner, der neben ihm sitzt, hat der junge Yehya einen väterlichen Freund gefunden, der praktische Hilfe leistet und ihm schon so manche Brücke in die noch fremde Umgebung gebaut hat. Der Ältere, Ahmad, allerdings äußert sich auch ein wenig besorgt, da er vor Monaten in der Sammelstelle in Horst „interviewt“ wurde, wie er sagt, und seinen Pass abgegeben hat, bis heute aber noch keine Rückmeldung erhielt. Die meisten haben ihre Papiere bereits wieder erhalten, dennoch ist Ahmad nicht unbedingt eine Ausnahme.

Der junge Informatiker Afjouni spricht bereits recht gut Deutsch, Englisch ohnehin, die Sprache ist neben Französisch Schulfach an den weiterführenden Schulen in Syrien. Ahmad stammt aus Aleppo, die Bilder der Zerstörung haben sich ihm eingeprägt. Auch Deutschland, sagt er auf Englisch, habe einen großen Krieg erlebt und jetzt sei alles so gut hier. Deutschland wäre insofern ein Vorbild für Syrien. Und, fügt er hinzu, er habe viel Freundlichkeit in unserem Land angetroffen und hoffe, dass die Syrer dies eines Tages zurückgeben könnten.

Nach dem Kaffee kündigt Sönke Holthusen von der Initiative ein Quiz an. Es beginnt einfach: Die Hauptstadt von Syrien? Die von Deutschland? Als es darum geht, das syrische Staatssystem zu benennen, wird es schon komplizierter. Alle machen mit und beide Seiten zeigen manchmal gewisse Unsicherheiten. Auch so, über Aufklärung und Wissen, funktioniert Integration. Um das Thema Flüchtlinge und das der Integration, die zwangsläufig auch Nähe herstellt, wird es ebenfalls am Mittwoch (6. April) gehen, wenn in der Walter-Husemann-Schule der Film „Notaufnahme – Wenn Fremde näher kommen“ gezeigt wird. Beginn ist um 20 Uhr. Im Anschluss wird eine Podiumsdiskussion stattfinden.

 

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