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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 23:19 Uhr

Physiotherapie in LÜbz : Nachwuchs kommt auch zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Nach Arbeit in Schleswig-Holstein unterstützt Caroline Hübler seit dem 1. Dezember Dana Medwed in ihrer Lübzer Physiotherapie-Praxis

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin von 2005 bis 2008 in Warnemünde verschlug es Dana Medwed zunächst nach St. Peter-Ording an der Nordseeküste. Dort sammelte sie sieben Jahre lang berufliche Erfahrungen in einer Reha-Klinik und erwarb sich in der Freizeit mehrere Zusatzqualifikationen, unter anderem für Manuelle und Brügger-Therapie sowie Manuelle Lymphdrainage.

Die gebürtige Lübzerin dachte jedoch immer wieder an ihre Heimat, so dass sie nie ganz den Gedanken aufgab, dorthin zurück zu kehren, was letztlich auch geschah: Am 25. September 2015 eröffnete die heute 28-Jährige in der Lübzer Mühlenstraße ihre eigene Physiotherapiepraxis und erfüllte sich damit eigenen Worten zufolge einen Lebenstraum. Außerdem ließ sich dies hervorragend mit dem großen Wunsch verbinden, wieder nah bei der Familie zu sein.

Die junge Frau arbeitete jetzt allerdings überwiegend allein, was sich angesichts des erfolgreichen Neustarts in Lübz als sehr anstrengend erwies. „Ich informierte irgendwann auf einer Tafel darüber, dass ich eine Physiotherapeutin zur Unterstützung suche und bekam ebenfalls zu spüren, dass Fachkräftemangel nicht nur ein leeres Wort ist“, berichtet Dana Medwed. Sie schaltet zudem in der SVZ eine Anzeige, die auch die Eltern von Caroline Hübler lesen und ihre Tochter darüber informieren. Die heute 23-jährige gebürtige Plauerin, die in Lübz aufwuchs und nach dem Abitur ihren Beruf in Rostock gelernt hat, arbeitet zu diesem Zeitpunkt als Physiotherapeutin in einer Mutter-Kind-Klinik auf der schleswig-holsteinischen Ostseeinsel Fehmarn. „Mein Alltag dort war schon eingefahren“, berichtet sie. „Es war eine große Praxis mit vielen Beschäftigten, so dass man trotz aller auch positiven Dinge zum Beispiel von fünf Leuten mehr die schlechte Laune zu spüren bekam als in einem kleinen Team. Und auch ich verspürte den Wunsch, meine Familie wieder um mich zu haben.“

Caroline schreibt eine Bewerbung und schickt sie nach Lübz. Das Schreiben kommt so gut an, dass im September eine eintägige Teilnahme an der Arbeit in der kleinen Praxis folgt. Beide Frauen merken schnell, dass ihr Miteinander von viel Harmonie geprägt ist und sie gut miteinander kommunizieren können, so dass die Zusage nicht lange auf sich warten lässt: Seit dem 1. Dezember arbeitet Caroline Hübler mit großem Engagement wieder in ihrer Heimat. Der Klinik entsprechend hatten die Patientinnen früher meist ein Alter, was sich zusätzlich zur jetzt größeren Breite an Aufgaben – egal, ob Lymphdrainage, Fango, Gymnastik oder Massage – ebenfalls grundlegend geändert hat. Unter anderem geht die 23-Jährige jetzt zu Hausbesuchen, war auch schon im Seniorenpflegeheim. Und ob Bruder, Eltern oder Großmutter: Die Familie hat sich ebenfalls über die Rückkehrerin gefreut.

„Ich bin froh, Caroline gefunden zu haben“, sagt die Inhaberin der Praxis. „Ich kann jetzt noch flexibler reagieren und die Patienten sind positiv überrascht, dass sie vergleichsweise schnell einen Termin bekommen.“

Das Haus, in dem die Praxis untergebracht ist, gehört der Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH (WVL) Lübz. Sie hatte das denkmalgeschützte Gebäude vor zwei Jahren von Grund auf für über 600 000 Euro sanieren lassen. WVL-Geschäftsführerin Daisy Herbst zeigte sich damals bei Besichtigung der neuen Räume begeistert: „Wenn wir auch dadurch junge Leute hier halten oder sogar zurückholen können, haben wir aus meiner Sicht alles richtig gemacht.“

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