zur Navigation springen

open-air-festival im luftkurort : „Nabucco“ unterm Plauer Himmel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Am 25. August erlebt Plau das Open-Air Spektakel auf dem Klüschenberg. Kartenverkauf läuft. Veranstalter plaudert aus dem Nähkästchen

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Wenn große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, kann das auf dem platten Land, in Regionen, die von großen Schauspielhäusern gut anderthalb Autostunden entfernt liegen, auch schon mal ’ne Oper sein. Wie in Plau am See im kommenden August. Hier präsentiert die renommierte Festspieloper Prag am 25. des Monats um 20 Uhr das Sommer Klassik Open Air Highlight 2016 „Nabucco“ – eine der weltweit meistgespielten Verdi-Opern.

Für alle, die den Gefangenenchor im Walzertakt kennen, mit Verdis bekanntester Oper im Detail aber nicht so vertraut sind – „Nabucco“ bringt mit einer Geschichte aus dem Alten Testament große Gefühle auf die Opernbühne: Liebe, Verrat, Eifersucht, Hass, Sehnsucht, Rachsucht, Machtstreben und Wahnsinn. 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführt, war „Nabucco“ so erfolgreich, dass die Oper in der darauffolgenden Spielzeit 57 Mal wiederholt wurde. Mit diesem grandiosen Triumpf begann die große Ära der Verdi-Opern.

 Und die hält bis heute. Auch dank des Braunschweiger Veranstaltungsbüros Paulis und Städten wie Plau am See, die gern die Gastgeberrolle übernehmen. „Paulis“ ist in der Eventbranche breit aufgestellt und heute deutschlandweit einzige Agentur, die sich mit einem hochkarätigen Opern-Ensemble auf das Abenteuer Tournee einlässt. Schon seit 17 Jahren oder auch 812 erfolgreiche Aufführungen lang. Was eigentlich ein Wunder ist. Pavol Munk, Inhaber des Veranstaltungsbüros, plauderte bei der gestrigen Pressekonferenz ein wenig aus dem Nähkästchen. Mit einem Vater, der Tenor und später Intendant war, wuchs der sympathische Sechziger aus dem slowakischen Bratislawa quasi in einem Opern(zu)haus auf. Als Kind und Jugendlicher habe er Oper leidenschaftlich gehasst.

„Alles auf italienisch, ich hab’ ja nix verstanden“, sagte er und lacht. Dann kam der Tag (die Familie hatte die Heimat verlassen), als ihn seine Mutter in die Wiener Oper zu „La Traviata“ mitnahm, und da sei mit ihm etwas passiert. Pavol Munk, der bis dahin und noch viele Jahre später als Musiker, lange und gern auch als Buskers (Straßenmusiker) arbeitete, hat erkannt, dass „die Oper die Universität jeden Musikers“ ist. Noch nicht in den 1970ern und 80ern sprach er von medialer Dekadenz, davon, dass die Menschen (bequem daheim) zu Serienjunkies werden. Und er kritisiert es auch heute, 30 Jahre später, nicht. Aber er stellt es fest und versucht alles, dass die Oper dem nicht zum Opfer fällt. „Denn wenn die Oper stirbt, ist die Musik tot“, ist Munk, dem Oper und Klassik alles bedeuten, überzeugt.

Auch deshalb hat er vor 17 Jahren mit seinem Veranstaltungsbüro, in dem Lebensgefährtin Daniela Woosmann die Geschäfte führt, den Grundstein für Paulis „Sommer-Klassik-Open-Air“ gelegt. „Es gibt viele Orte, genau wie Plau, die haben keine Oper und bis zur nächsten ist es weit. Darum bringen wir die Oper zu den Leuten.“

Am 25. August, 8 Uhr, werden mehrere Sattelschlepper und ca. 100 Mitstreiter (vom Fahrer über Techniker und Maskenbilder bis hin zum Sänger) am Klüschenberg vorfahren. Bis zum frühen Nachmittag sind Bühne, Orchesterzelt, 800 bis 1000 Stühle… und natürlich das Herzstück, das 64-Kanal-Digital-Mischpult, aufgebaut. „Damit garantieren wir open Air einen Sound annähernd in Schallplattenqualität. Und das ist Kunst“, unterstreicht Pavol Munk. „Der Operngast ist schließlich Profi!“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen