Landwirtschaft Plau am See : MVs erster Gigant der Ackerfurche

Geschäftsführer Frank Sieland (vorn) und Kundendienstleiter Willi Töws wirken neben dem 9RX winzig. Der wurde am Donnerstag mit dem Tieflader aus Bremerhaven angeliefert. Bei vier Metern Breite passte er ins „Schlüsselloch“ der deutschen StVO.
Foto:
Geschäftsführer Frank Sieland (vorn) und Kundendienstleiter Willi Töws wirken neben dem 9RX winzig. Der wurde am Donnerstag mit dem Tieflader aus Bremerhaven angeliefert. Bei vier Metern Breite passte er ins „Schlüsselloch“ der deutschen StVO.

Landmaschinenhandel in Klebe liefert „9RX“ in die Mecklenburgische Schweiz aus. „Raup-Deere“ mit Knickgelenk wiegt 27 Tonnen

von
25. Juni 2016, 07:00 Uhr

Für die Weiten Russlands ist er gemacht, für das australische Outback, die Endlosigkeit Kanadas – der 9RX und jüngste Kreation aus dem Hause John Deere, dem weltweit größten Landmaschinenhersteller. Einer dieser Ackerriesen steht gerade bei der Hawart OMV Landtechnik GmbH in Klebe auf dem Hof. Der erste seiner Art in MV, wenn nicht gar deutschlandweit. Und ein Gigant: Bei vier Metern Höhe/Breite und acht Metern Länge bringt der 9RX 27 Tonnen auf die Waage, kann 1500 Liter Diesel fassen, hat 620 PS unter der Haube, ist computergesteuert, GPS-gelenkt und 30 km/h schnell. Alles Daten, die ihn besonders machen. Außergewöhnlich wird der Gigant der Furche vor allem aber durch seine vier mannshohen Raupenfahrwerke (mit extrem großer Aufstandsfläche) und das Knickgelenk zwischen ihnen.

„Der 9RX ist der ultimative Traktor, der sehr wendig ist und an den man eine Menge Anbauten dranhängen kann“, schwärmt Frank Sieland, Geschäftsführer der Niederlassung in Klebe, bei einer klitzekleinen „Spritztour“ über den Hof. Lange wird der Riese hier nicht bleiben. Schon in ein paar Tagen, wenn der Vertriebspartner von Deere die vom Kunden gewünschten Umbauten erledigt hat, wird er ausgeliefert - an einen großen landwirtschaftlichen Betrieb in der Mecklenburgischen Schweiz. „Bei uns in der Region sind die Äcker für solch eine Maschine sicherlich zu klein“, sagt Sieland. „Der Betrieb, an den wir liefern, hat die großen Flächen und Schläge, die notwendig sind, um den 9RX effektiv laufen zu lassen.“

Was schwieriger wird als bei allen kleineren Deere-Maschinen sei die Anmeldung, befürchtet Frank Sieland. Für die Zulassung reiche es nicht, beim Hersteller den Brief anzufordern. Da wird die Dekra für eine Einzelabnahme extra vor Ort kommen müssen. Und bei der Zulassungsstelle werden wir ewig brauchen“, ahnt Sieland großen Aufwand und frotzelt: „Das wird zäh, denn da hat bestimmt noch keiner was vom 9RX gehört. Da muss dann erstmal die Frage geklärt werden, ob der schon in die Sparte Raumfahrt fällt, möglicherweise auch unter das Kriegswaffenkontrollgesetz oder es sich doch um hochmoderne Landtechnik handelt.“

Ob der Geschäftsführer und sein Kundendienstleiter Willi Töws wohl traurig sein werden, wenn sie den „9er“ ziehen lassen müssen? „Ganz sicher nicht! Wir handeln mit Landmaschinen, und ich sehe unsere am liebsten von hinten.“ Außerdem wird der Riese auch in der Mecklenburgischen Schweiz für die Kleber nicht aus der Welt sein. Die nämlich übernehmen die Fernwartung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen