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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 12:20 Uhr

Landwirtschaft in Gischow : Mut zum Umschwung belohnt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Immer intensivere Massentierhaltung abgelehnt: Jens Kühl wurde vor zehn Jahren vom konventionellen zum Bio-Landwirt

von
erstellt am 02.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Jens Kühl hat konventionelle Landwirtschaft studiert und demzufolge in früheren Zeiten direkt erlebt, was die ihm seinerzeit vermittelten Tierhaltungs-Grundsätze bedeuteten. Schon in der DDR war er jahrelang Landwirt, der nach dem zunächst erworbenen Wissen handelte, und arbeitete nach der Wende dann unter anderem auch für die Stadt Hamburg. „Eindeutige Tendenz war, dass die Tiere immer intensiver gehalten wurden“, berichtet der Fachmann. „Der Druck wurde immer größer. Dieses Rennen um Höchstleistung wollte ich nicht mehr mitmachen.“

Kühl kehrte der konventionellen Landwirtschaft entschlossen den Rücken und wurde Bio-Landwirt – vor bereits zehn Jahren. Er hält Rinder: „Mit der Bio-Milch orientieren wir uns an den Entwicklungen auf dem Markt, kommen neben der eigenen Überzeugung im Grunde nur dem Wunsch von immer mehr Verbrauchern nach. Schon seit mehreren Jahren sind bei unserem Produkt zweistellige Zuwachsraten beim Verkauf zu verzeichnen.“

Weil genau aus diesem Grund auf diversen Lebensmittelverpackungen oft „Bio“ zu lesen war, in denen jedoch kein Gramm des Inhalts entsprechend hohen Anforderungen an das Produkt genügte,  fühlten und fühlen sich diverse Verbraucher verunsichert. Um die Situation zu verbessern, gilt in der Europäischen Union (EU) laut Kühl deshalb ein so genannter Grundstandard, den kein Betrieb unterschreiten darf. Darüber hinaus gebe es mehrere Extra-Standards, von denen der den Namen Demeter tragende (deutscher Bio-Anbauverband, dessen Name laut Wikipedia 1932 für bio-dynamische Produkte geschützt wurde) mit am strengsten sei.

Für alle gelte der Verzicht auf synthetische Pflanzenschutz- sowie Düngemittel und bei der Tierhaltung gibt es eng gefasste Vorschriften. Dazu gehören unter anderem die Möglichkeiten, sich im Stall großzügig zu bewegen, und im Sommer der frei wählbare Weidegang – Umstände, die sonst mittlerweile alles andere als selbstverständlich sind. Hinzu kommt, dass keine Hormone eingesetzt und Medikamente vorsorglich verabreicht werden. Es gilt das Prinzip der Einzeltierbehandlung.

Kühl sei sich darüber im klaren, dass der Schritt in die Selbstständigkeit, wie auch er ihn vollzogen habe, immer ein Risiko sei. Eindeutige Einschätzung in diesem Fall: „Wir sind gut damit gefahren.“

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