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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

17. Dezember 2017 | 05:31 Uhr

Kultur : Musiksommer rührt zu Tränen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Ein Dresdner Männerquintett hat im Rahmen des Plauer Musiksommers ein herausragendes Konzert in der St. Marienkirche gegeben. Außerdem zeigte Kantorin Katharina Rau dabei ihre Vielfältigkeit.

von
erstellt am 04.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Wie wunderbar doch so ein Männerchor klingen kann – einfach besetzt mit drei Tenören und zwei Bässen (Benjamin Bouffée, Florian Mauersberger, Christian Volkmann, Tenor, Felix Flath und Franz Spehn, Bass). Es kamen einem mitunter die Tränen bei Liedern wie „Kein schöner Land in dieser Zeit“, „Ännchen von Tharau“, „Wer hat dich, du schöner Wald“, „In einem kühlen Grunde“, die so schlicht und unglaublich rein, klangvoll die Marienkirche in Plau beim Mittwochkonzert des Plauer Musiksommers erfüllten. Es war ein Abend voller Reminiszenzen – Erinnerungen an eine – hier muss man wirklich sagen leider – vergangene Volksliedkultur der Gesangvereine. Das Männerquintett von ehemaligen Absolventen der Kirchlichen Hochschule Dresden ließ diese Kunst in Reinform auferstehen. Oder die Choralsätze „Du meine Seele singe“ und „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ für vier gleiche Stimmen – auch diese schlicht und zu Herzen gehend – ergreifend gesungen.

Zu diesen Erlebnissen kamen dann aber noch weitere Höhepunkte. Bei dem Vespergesang MWV B 26 von Felix Mendelssohn-Bartholdy erlebte man eine Katharina Rau, die neben ihrem exzellenten Orgelspiel, das sie bei dem Magnificat eines französischen Anonymus aus dem 17. Jahrhundert – einem Wechselspiel zwischen teils recht virtuosen, teils französisch registrierten Orgelstücken mit gesungenen Schola-Partien einmal mehr unter Beweis stellte – sich auch noch als einfühlsame und versierte Cellistin entpuppte. Damit nicht genug: Im fröhlichen Teil des Programms, bei den Comedian- Harmonist-Klassikern „Wochenend und Sonnenschein“ und „Ein Freund, ein guter Freund“, schließlich bei der Zugabe des Jägerchors aus dem „Freischütz“ zeigte sie sich auch noch als sehr behände Pianistin. Was für ein Glück für Plau, eine solche Vollblutmusikerin mit so vielfältigen Ideen hier zu haben. Denn es war schließlich auch ihre Idee, ihre alten Studienkollegen hierher zu holen. Zwei von ihnen (Benjamin Bouffée und Christian Volkmann) spielten dann auch noch, reizvoll registriert, vierhändig mit Pedal eine Orgelfantasie in D-moll von Adolph Hesse, einem romantischen Komponisten, der sein Leben als Organist, Komponist und Dirigent in Breslau verbrachte, ein viersätziges Werk, abwechslungsreich, mit einer ausgedehnten Fuge am Schluss.

Schließlich kam auch noch die Renaissance mit einer Motette von Thomas Tallis „Hear the voice and prayer“ hervorragend stilgerecht und einfühlsam gesungen zu Gehör. Der Titel des Konzertes „Frau Musica spricht“ war gut gewählt: Die vielfältige Sprache der Musik von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert, wurde wunderbar dargestellt.

Ein weiterer Glanzpunkt des Plauer Musiksommers, mit begeistertem Beifall gefeiert, sodass den Künstlern nach dem bravourösen Jägerchor die Zugaben ausgingen -was aber nicht schade war: Das Ännchen von Tharau sorgte noch einmal für Tränen! Ein ganz großes Dankeschön an die sechs wundervollen Musiker.

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