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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 17:44 Uhr

Country-Musik in Kuppentin : Musikalische Muntermacher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die von Bertram Bednarzyk gegründete Country-Band „Country Buffet“ übt im Kuppentiner Gemeindehaus. Wir wagten einen Blick in ihre musikalische Werkstatt

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erstellt am 17.Jan.2017 | 06:00 Uhr

Musik haben Johanna und Bertram Bednarzyk immer schon gemacht, aber vor zehn Jahren bekam Bertram, der Kuppentiner mit der Gitarre, ein Banjo zum Geburtstag geschenkt. „Was soll man machen?“, sagt er rückblickend und guckt ganz unschuldig, „Banjo kann man doch nicht alleine spielen.“ So kam ein Stein ins Rollen und das Banjo blieb nicht allein. Einmal abgesehen von Johannas Akkordeon leisteten Bertrams neuem Instrument bald sechs weitere Gesellschaft und außerdem ein mächtiges Verstärker-Equipment, damit man „Country Buffet" auch nicht überhören kann. Nur „Manne“ Brüning blieb unplugged, aber er ist schließlich der Drummer, im Wechsel mit Uwe Lesk aus Lübz.

„Kein Sommerfest“, sagt Bednarzyk, „zwischen Berlin und Hamburg, auf dem wir nicht schon gespielt haben.“ Oft standen sie auch in Schwerin auf der Bühne, Kinder haben dort zu ihrer Musik getanzt. Einmal hörte ein Amerikaner der Band zu und signalisierte später: „Erste Klasse!“ Denn Country Buffet spielt, wie der Name schon sagt, Country Music und die ist uramerikanisch. „Das war der Ritterschlag“, sagt Bassist Olaf Müller.

Gut wollen sie sein und arbeiten daran natürlich auch seit zehn Jahren. Aber der Pferdefuß: Sie wohnen nicht gerade nah beieinander. E-Gitarre Volker Spitzer und Tochter Cindy Spitzer (Rhythmusgitarre und Gesang) wohnen gar in Kiel, Sänger Heiko Spitzer in Hagenow, Olaf Müller in Rostock. Also verabreden sie ihr Programm für die jeweils nächste Saison und üben neue Titel erst mal allein zu Hause. „Zweimal im Jahr nur“, sagt Bednarzyk stolz, „kommen wir als Band zum Proben zusammen wie heute in Kuppentin“, aber dann heißt es „Ready, one, two, three“ und ab geht die Post.

Und es tut richtig gut: Hier sind explosive musikalische Muntermacher am Werk, lassen Winterstrenge, drückendes Grau und irgendwie auch die häuslichen Mauern des kleinen Kuppentiner Gemeindezentrums zurückweichen. Der Himmel über Kuppentin wird jetzt sogar wirklich blau. Sie üben „Jolene“, den vor allem durch Dolly Parton bekannt gewordenen Song, und sie üben Kritik. War es nun Sänger Heiko, der zu spät - oder zu früh? - einsetzte oder hat E-Gitarrist Volker sein kurzes Solo nur einmal gespielt? Jedenfalls, „Jolene“ ist ein Brocken, drei Stimmen am Werk, Frontfrau Johannas Stimme kriegt die Höhe nicht hin wegen Erkältung. Also noch mal: „Jolene“. „Manne zählt vier vor“, befiehlt Bednarzyk. Später üben sie „Kling Klang“ von Keimzeit, dann „Calm After The Storm“ von Common Linnets.

„So ist Üben nun mal“, sagt einer. Klar. Kommentare werden sachlich genommen, kein Bandmitglied wird nervös, obwohl noch weite Heimwege anstehen, außer für die Bednarzyks und Geiger Andreas Steffen aus Plau. Aber wollte Bertram Bednarzyk, gerade siebzig Jahre alt geworden, denn nicht exakt jetzt zusammen mit Ehefrau Johanna aussteigen? Es sollte doch genug sein mit den vielen Auftritten. „Iwo“, sagt der Kuppentiner und gibt Teil zwei seiner Banjo-Legende zum Besten. „Jetzt mit siebzig“, sagt er und strahlt verschmitzt, „hat meine Tochter mir wieder ein Banjo geschenkt, aber jetzt ist es aus Kuchen.“ Tatsächlich, sie hat es geschafft, ein Banjo in Originalgröße - zu backen. Und Bednarzyk ist vom Fingerzeig aus Teig so beeindruckt worden, dass er und seine Frau nun doch weitermachen. Aber dieses Mal, ohne voreilig ein Limit zu setzen. Das Ende bleibt offen.

Zum Abschied spielen sie „Country Roads“, die „Mutter aller Country-Songs“, sagt Volker Spitzer. Und vielleicht verkörpert dieser Hit Country Music besonders gut, diese Mischung aus Munterkeit und einem Quantum Sentimentalität.

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