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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. September 2017 | 10:50 Uhr

Kultur : „Musik ist mein Leben“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

„Mutbürger“ aus Plau am See: Gotthold Hiller ist seit Jahren musikalisch und politisch im Luftkurort aktiv.

von
erstellt am 22.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Vor rund vier Jahrzehnten begann Dr. Gotthold Hiller damit, seine ganz persönlichen „Weihnachtskärtle“ zu verschicken. Es war das Jahresende 1978. Hiller hatte als junger Arzt eine eigene Praxis in Metzingen (Baden-Württemberg) aufgemacht. Wie in vielen Kreisen üblich, wollte der studierte Radiologe und Nuklearmediziner seinen Kollegen zu Weihnachten Grüße zukommen lassen. Nur eine Kiste Wein und dazu ein paar standardisierte Worte, waren ihm zu unpersönlich.

Neben seinem Beruf liebt er das Schreiben und so dichtet Hiller selbst drei Strophen für die erste Weihnachtskarte. Im Laufe seiner Karriere verschickte der Schwabe alle Jahre wieder seine „Gelben Kärtle“ mit selbst geschriebenen Gedichten und griff die Themen der Zeit auf. Vierzig Karten später hält Gotthold Hiller während des Interviews mit unserer Zeitung, ein gelbes Büchlein mit dem Titel „Durchblicke“ in der Hand, dass er und seine Frau Ingemarie Samuelis-Hiller drucken ließen. Ferner überraschte seine Frau ihn damit zu seinem Geburtstag. Das Werk fasst alle Weihnachtskarten aus den Jahren 1978 bis 2016 zusammen. „So kann man vielleicht jetzt auch Zeitgeschichte in kleinen Kostproben nachvollziehen und sich durch die Texte an vieles erinnern lassen“, schreibt der Hobbydichter im Vorwort.

„Zum Dichten brauche ich einen Anlass“, antwortet der 75-Jährige auf die Frage, ob Poesie seine Lieblingsbeschäftigung wäre. Denn eigentlich schlägt sein Herz für klassische Musik: „Musik ist mein Leben.“ Hiller spielt Geige und Orgel. Seit er im Ruhestand ist, hätte er mehr Zeit zum Üben. Er wohnt in der Nähe der Plauer St. Marienkirche und ginge manchmal zum Orgelspielen in das 800 Jahre alte Gebäude. „Trotzdem bleibe ich überall Laie“, erzählt Gotthold Hiller weiter. Das Musizieren gehörte von Beginn an zu seinem Leben. Als junger Mensch spielte er Geige und Klavier. Auch in der Schule stand Musik bei ihm hoch im Kurs. „Am liebsten habe ich mich am Wochenende an die Orgel gesetzt“, erinnert sich der gebürtige Schwarzwälder, der sich das meiste autodidaktisch beigebracht hat.

Vor zehn Jahren zog es den Ruheständler und seine Frau nach Mecklenburg. Sie kannten die Gegend aus Urlauben an der Müritz. Schließlich entschlossen sie sich, im Norden alt zu werden. Das Stadthaus, in dem das Paar heute lebt, bietet im Untergeschoss genügend Platz, um regelmäßig Hauskonzerte zu veranstalten. Hiller und seine Frau sind Mitglieder im Streichquartett „Parlau“. „Wir wechseln uns beide ab mit der ersten Geige. Doch meine Frau schüttelt es mehr aus dem Ärmel“, erzählt Hiller schmunzelnd. Wenn es um das Organisieren von Veranstaltungen ginge, dann sei er jedoch die treibende Kraft. Vor zwei Jahren beispielsweise organisierte er den Plauer Musiksommer mit.

Während des Interviews trägt Gotthold Hiller ein T-Shirt mit der Aufschrift „Menschenrechte kennen keine Grenzen“. „Mein Herz schlug immer links. Doch früher hatte ich nie Zeit für Politik“, so Hiller über sein politisches Amt. Als er vor einigen Jahren nach Norddeutschland kam, trat Gotthold Hiller in die SPD ein. Er ist Mitglied der Plauer Stadtvertretung. „Ich setze mich dafür ein, was ich für wichtig und wesentlich halte. Zum Beispiel bin ich gegen Atomkraft, wo die Menschen nicht wissen, wohin mit dem Abfall“, so die Meinung des freundlichen Lokalpolitikers.





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