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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. Oktober 2017 | 19:44 Uhr

Ehrenamt : Montags zur Plauer Tafel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Auch in der Seestadt kümmern sich Ehrenamtliche darum, Bedürftige mit Lebensmittelspenden zu versorgen / Jeweils ab 14 Uhr geöffnet

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 22:00 Uhr

Ute Writschan kennt ihre Kunden: Von den 16 Bedürftigen, die sich am vergangenen Montag (30.) bei der Plauer Tafel in der Mehrzweckhalle des Kinder- und Jugendzentrums für den Empfang von Lebensmitteln angemeldet hatten, sind vier seit der Gründung im Jahre 2009 dabei. Damals hatte die Parchimer Tafel beim Plauer Frauenbund angefragt, ob sich nicht auch in der Seestadt Ehrenamtliche für das Sortieren und Verteilen finden. Ursula Lemmer und Ingelore Kreusel mussten nicht lange gebeten werden. Hans-Dieter Kreusel ließ sich dafür gewinnen, die leeren Kartons und unbrauchbaren Lebensmittel zu entsorgen. Wolf Linde (heute 63) suchte als Früh-Invalide eine sinnvolle Aufgabe und gesellte sich dazu. Zur Truppe zählte auch noch Tom Arnold, der dann aber inzwischen aus beruflichen Gründen nach Trier verzog. Doch in seinem Heimaturlaub packt er stets mit an. Dabei muss er ebenso wie seine Mitstreiter auf der Hut sein, denn der Status der Tafel-Helfer ist versicherungsrechtlich bislang nicht klar geregelt. In Plau krachte jüngst ein Sortiertisch zusammen und musste provisorisch wieder hergerichtet werden. Nicht auszudenken, wenn sich dabei ein Ehrenamtlicher verletzt hätte.

Die Plauer Tafel versorgt rund 40 Bedürftige oder Bedarfsgemeinschaften. Sie mussten sich registrieren lassen und dabei ihren Hartz-IV-Bescheid vorlegen. Diese Liste der Empfänger wird ständig aktualisiert. Sie ist in zwei Gruppen aufgeteilt, die alle vierzehn Tage an die Reihe kommen – aber nicht automatisch, sondern jeweils nur nach Voranmeldung. Das Regelwerk ist unmissverständlich: „Wer trotz Anmeldung zweimal nicht zum Ausgabetermin erscheint, wird von der Liste gestrichen“, lässt Ute Writschan nicht mit sich spaßen.

Als großzügiger Spender in Plau hat sich der örtliche Lidl-Markt erwiesen. Weitere Lebensmittel kommen aus Lübz, Parchim und Goldberg, wo die Parchimer Tafel wie auch in Karow ebenfalls Ausgabestellen betreibt. Einzelpersonen müssen für ihre prallvolle Lebensmittelkiste 1,50 Euro entrichten, größere Bedarfsgemeinschaften zwei Euro. Die Tafel-Helfer haben den Anspruch, den Bedürftigen ihre Kisten ab 14 Uhr fertig gepackt zu übergeben. Deshalb sind sie schon zwei Stunden zuvor in der Mehrzweckhalle, um die Kisten bedarfsgerecht herzurichten. Exotische Gemüsesorten wie Auberginen werden allerdings nicht allgemein verteilt, sondern - weil sie nicht jeder mag - für Kenner gesondert zum Mitnehmen bereitgelegt,. „Zum Wegwerfen viel zu schade“, stuft Ute Writschan die Qualität dieser Nachtschattengewächse ein. Neben Brot und Kartoffeln finden sich auch Paprikaschoten, Salatköpfe, Tomaten, Bananen, Orangen, Mandarinen, Weintrauben, Himbeeren, Äpfel, Spargelgebinde und Milchprodukte in den Lebensmittelkisten. Die Überfluss- und Wegwerf-Gesellschaft lässt grüßen. Sogar mit Blumensträußen kann die Plauer Tafel ihre Kunden erfreuen.

Auch am heutigen Montag ist die Mehrzweckhalle am Bahnhof ab 14 Uhr für eine Stunde wieder Anlaufstelle für Bedürftige, deren Finanzlage es ihnen nicht erlaubt, große Sprünge zu machen.



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