Plau am See : Moderne Halle - breit aufgestellt

Von außen sieht die Halle eigentlich schon fertig aus. Innen aber laufen die Arbeiten noch.  Fotos: SImone Herbst
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Von außen sieht die Halle eigentlich schon fertig aus. Innen aber laufen die Arbeiten noch. Fotos: SImone Herbst

Arbeiten an barrierefreier Mehrzweckhalle an der Plauer Jugendherberge kurz vor Abschluss. Schon Ostern könnte inoffizielle Eröffnung sein

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06. März 2015, 22:00 Uhr

Die Zeichen stehen auf Ostern. Ganz vorsichtig zumindest peilen Wolfgang und Petra Giese den Termin für die Eröffnung des Mehrzweckhallen-Neubaus hinter ihrer Jugendherberge in der Dammerstraße an. Im Oktober erst war der erste Spatenstich erfolgt, bald danach lag die Grundplatte und bereits zehn Tage vor Weihnachten stand die Halle im Rohbau. Wolfgang Giese – er und seine Frau Petra sind Privatinvestoren bei diesem Projekt – freut sich über den Fortschritt: „Wir hatten bisher wirklich Glück. Da das Wetter offen war, konnten wir bereits im Januar mit dem Innenausbau beginnen.“ Trockenbau, Heizung/Sanitär, Elektrik, Maler… soweit sei alles fertig. „Und bis hierhin hat alles wunderbar geklappt. Die einzelnen Gewerke sind gut koordiniert gewesen, so dass ohne Stillstand gearbeitet werden konnte“, sagt Giese. In dieser Woche hat eine Dresdener Firma den Schlüssel quasi vom Fliesenleger übernommen und erledigt die Fußbodenarbeiten. In der 20 mal 30 Meter großen Halle, die ohne Sitzreihen auskommt (alles andere hätte den finanziellen Rahmen gesprengt), wird ein Sandwichboden eingezogen, wie er in modernen Sporthallen Standard ist. Derweil legen Gieses großen Wert darauf, dass ihre Halle nicht Sport- , sondern Mehrzweckhalle ist. „Von Sport, über Kultur, Treffen von Spielmannszügen, Chören und Musikgruppen ist hier im Grunde alles möglich.“ Und die Gieses, die 50 Prozent der 320  000 Euro Gesamtsumme selbst aufbringen – sehen ihre Halle auch als eine gute Möglichkeit, das Hallenzeiten-Konto der zwei ausgelasteten städtischen Objekte künftig aufzustocken. Dass der Bedarf da ist, scheint außer Frage. „Kaum war die Grundplatte gegossen, kamen die ersten Vereine und fragten, ob sie nach der Fertigstellung Hallenzeiten bekommen könnten“, erzählt Wolfgang Giese, freut sich über die Resonanz und will die ansässigen Vereine natürlich in das Gesamtkonzept einbinden.

Mit dem haben die Gieses den vorerst letzten Baustein ihres Erweiterungskonzeptes angefasst. Die Jugendherberge 1989 übernommen, hatten sie sie bereits 2005 behindertengerecht umgebaut. Das war damals Novum in MV, ist es bis heute. Für das Land sei die private Herberge in dieser Größenordnung einzigartig, da 60 Rollstuhlfahrer mit Begleitpersonen gleichzeitig aufgenommen werden können, schwärmte Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, bei der Übergabe des Fördermittelbescheids letzten Oktober . „Mit der barrierefreien Mehrzweckhalle werden wir unsere Angebote künftig noch erweitern können“, bekräftigt Wolfgang Wiese. Nicht zum ersten Mal. Diese Förderung des Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderung war nicht zuletzt mit entscheidendes Kriterium bei der Fördermittelvergabe. Nicht nur von 42 Prozent, wie bei ähnlichen Projekten üblich. In das Plauer Projekt werden 50 Prozent der Investitionssumme als Förderung fließen.

Von der Kombination barrierefreie Jugendherberge/Mehrzweckhalle versprechen sich Wolfgang und Petra Giese einiges. Schon vor dem ersten Spatenstich hatten sie erste wichtige Kontakte geknüpft, u. a. zu den Behindertenverbänden in MV, Schleswig-Holstein und Brandenburg, sie sind längst auf der Suche nach Partnern für einen umfangreichen Turnierbetrieb auf nationaler Ebene, bringen sich als Austragungs- ort für Meisterschaften und Trainingslager ins Gespräch und wollen wiederkehrende Veranstaltungshöhepunkte mit Schwerpunkt Familie initiieren.

„Wir werden Anlaufzeit brauchen, zumal wir wegen des noch offenen Eröffnungstermins werbemäßig noch nicht in die Offensive gehen konnten. Ich denke aber nicht, dass die Auslastung Probleme machen wird“, sagt Giese. „Sogar Sportreisebüros sind schon auf uns aufmerksam geworden.“

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