Literatur : Mitten aus dem Leben geschöpft

Von Theodor Fischer aus Plau am See ist in diesem Jahr das fünfte Buch erschienen. Am Sonnabend liest er beim Forum für Schreibende in Parchim aus einem seiner Manuskripte.
Von Theodor Fischer aus Plau am See ist in diesem Jahr das fünfte Buch erschienen. Am Sonnabend liest er beim Forum für Schreibende in Parchim aus einem seiner Manuskripte.

Theodor Fischer hat ein neues Buch veröffentlicht. Am kommenden Sonnabend ist er beim Forum für Schreibende in Parchim dabei.

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19. November 2014, 22:00 Uhr

„Es gibt noch so viel zu schreiben“. Diesen Satz sagte Theodor Fischer im Jahr 2008 gegenüber unserer Zeitung. Damals war gerade sein drittes Buch unter dem Titel „Begegnungen mit der Liebe“ erschienen. Es folgte seine persönliche Verarbeitung der Wendezeit. Seit kurzem ist wieder ein neues Buch von Theodor Fischer zu haben: In „Mitten im Leben“ bindet er einen bunten Strauß von 33 Geschichten, mit denen er unterhalten, auf mancher Seite auch nachdenklich stimmen möchte. Seine Themen greift er – wie schon der Titel verrät – mitten aus dem ganz alltäglichen Geschehen. Eigenes Erlebtes kommen darin genauso vor wie seltsame Ereignisse, die ihm zu Ohren gekommen sind oder die er der Natur abgelauscht hat. Er beschreibt Menschenschicksale, an mancher Stelle wird es auch historisch und immer wieder humorvoll.

Als Theodor Fischer, Jahrgang 1933, vor mehr als zehn Jahren begann, seine Kindheits- und Jugenderlebnisse in der Oberlausitz festzuhalten, ahnte er nicht im geringsten, dass das Schreiben für ihn zu einer solch ausfüllenden Tätigkeit, zum Vollzeitjob, werden würde. Sein autobiografisches Buch „Pellkartoffeln mit Leinöl“ (2004) stieß nicht nur in seiner damaligen Heimat auf breite Resonanz, sondern wurde auch in seinem heutigen Zuhause, in Mecklenburg, interessiert wahrgenommen. Entstanden ist es damals einzig und allein aus der Intention heraus, sich der eigenen Wurzeln bewusst zu werden und den Enkeln und Urenkeln etwas Bleibendes schenken zu können. Seitdem lässt Theodor Fischer das Schreiben nicht mehr los. Ein besonders inniges Anliegen ist es ihm dabei auch, die Historie des Dorfes Werda, in dem er die ersten 18 Jahre seines Lebens verbracht hat, am Beispiel der Menschen, die hier lebten und leben, noch tiefer nachzuzeichnen und damit ein Stück Heimat zu bewahren. In seine Worte mischt sich ehrliches Bedauern, dass er in jungen Jahren nicht solche wichtigen Quellen geschöpft hat, wie Verwandte und Bekannte, den eigenen Vater oder die Großeltern. Das mache es heute schwerer, Zusammenhänge herzustellen. Seit mehreren Jahren gehört Theodor Fischer auch zu den Mitautoren des Oberlausitzer Familienkalenders. Sein Manuskript für die Ausgabe 2016 hat er bereits fertig im Schreibtisch liegen. Damit möchte er vor allem dem Schriftsteller Joachim Nowotny ein Denkmal setzen, der im gleichen Dorf aufgewachsen ist. Dieser konnte die Vollendung der 2014 erschienenen Anthologie „Krieg und Flucht Lausitzer Schuljungs 1945“ auch mit Beiträgen von Joachim Nowotny und Theodor Fischer nicht mehr erleben. Seit einiger Zeit nun in Plau am See beheimatet, schöpft Theodor Fischer natürlich auch viele Ideen für seine Geschichten aus seinem heutigen mecklenburgischen Lebensumfeld. Eine Kostprobe aus eigener Feder liefert er am Sonnabend gern, wenn innerhalb von „Parchim liest“ wieder Hobbyautoren ihre Bühne bekommen – ab 15 Uhr in der Parchimer Stadtbibliothek. Für den angenehmen Rahmen sorgt das Bibliotheksteam um Barbara Holdt.



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