Suckow: Investor großzügig zur Gemeinde : Mit Windkraft zu volleren Kassen

 <fettakgl>In Suckow  entsteht   </fettakgl>momentan ein Windpark  als Flächenmodell.  Momentan ist der Investor  dabei, das achte von später einmal  13 Windrädern  zu errichten.  <fotos> Simone Herbst</fotos>
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In Suckow entsteht momentan ein Windpark als Flächenmodell. Momentan ist der Investor dabei, das achte von später einmal 13 Windrädern zu errichten. Simone Herbst

Im Sommer letzten Jahres war der erste Spatenstich für den Windpark Suckow, inzwischen sind die ersten Räder betriebsbereit. Anders als an anderen Orten ist die Akzeptanz für diesen Park auf Seiten der Bevölkerung groß.

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24. Januar 2013, 06:22 Uhr

Suckow | Im Sommer letzten Jahres war der erste Spatenstich für den Windpark Suckow, inzwischen sind die ersten sieben Räder betriebsbereit, laufen die Arbeiten an Rad acht auf Hochtouren. 13 Windkraftanlagen werden es insgesamt, und die sollen künftig bei einer Jahresleistung von ca. etwa 67 Millionen Kilowattstunden Strom liegen. Anders als in anderen Gemeinden ist die Akzeptanz für diesen Park auf Seiten der Bevölkerung groß. "Heute haben wiir eine Mehrheit, doch das war nicht immer so", erinnert sich Bürgermeister Jürgen Kühl an die Anfänge und großen Widerstand. Der habe sich erst gelegt, als man sich mit dem Investor auf ein Flächenmodell einigen konnte. Um Landkreise und Gemeinden zur Ausweisung von Windeignungsgebieten zu motivieren, argumentiere die Branche oft und gern mit den zu erwartenden Steuereinnahmen, die in die Gemeindekassen fließen. Doch fließen könne man das nicht nennen. Es sei eher ein Tröpfeln. Kühl: "Bei großen Windparks und kleineren Anlagen ist das einzig zählbare die Pacht. Und bei unserem Modell profitieren alle, die Land im Bereich der bebauten Eignungsfläche besitzen. Auch wir als Gemeinde."

Auch deshalb hatten sich die Suckower nicht nur dafür eingesetzt, dass ein Bereich in ihrer Gemarkung als Windeignungsgebiet ausgewiesen wird. "Wir haben sogar darum gekämpft." Man könne zu den riesigen Mühlen stehen wie man will, für die Gemeinde habe sich dieser Kampf ausgezahlt. "Der Investor zeigt sich uns gegenüber sehr großzügig", sagt Jürgen Kühl. So habe das im brandenburgischen Beeskow ansässige Unternehmen Loscon angeboten, die inzwischen gesperrte Mooster-Brücke zu sanieren. Das sei ein dringend notwendiges Projekt, für das die Gemeinde selbst weder eigene Mittel zu Verfügung, noch die Hoffnung auf Förderung hätte. Darüber hinaus habe der Investor den neuen Vorbau zur Trauerhalle im Ortsteil Drenkow gesponsert. "Das hilft uns als Gemeinde natürlich sehr. Und ich gehe auch davon aus, dass diese Zusammenarbeit auch in der Zukunft sehr fruchtbar bleiben wird", so Jürgen Kühl. Früher schon können sich die Einnwohner der knapp 600-Seelen Gemeinde über eine Einmalzahlung von Loscon freuen. Die wird fällige, sobald alle 13 Windräder stehen. Bürgermeister Kühl nannte keinen Summe, " aber ich rechne damit, dass wir keine neuen Schulden machen werden, wenigstens nicht in diesem Jahr."

Viel hat Suckow in den letzten Jahren investiert. Die meisten innerörtlichen Straßen sind saniert, ebenso die Verbindungsstraßen. Die einst abgebrannte Schule ist längst Gemeindezentrum, in dem die Kita, die Feuerwehr, eine Arztpraxis, eine inzwischen privatisierte Küche und die Gemeinde in Domizil haben. Trotz Geldern aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen, war die Gemeinde immer mit einem Eigenanteil dabei. "Und obwohl wir immer gut gewirtschaftet haben, immer sparsam waren, selbst die Steuerhebesätze regelmäßig dem Landesniveau angepasst haben, schreiben wir seit zwei Jahren rote Zahlen", sagt Kühl. Bei ca. 200 000 Euro liege inzwischen das Volumen des in Anspruch genommenen Kassenkredits. Dazu käme ein langfristiger Investitionskredit von rund 100 000 Euro. "Die Kassenkredite, auf die hohe Zinsen fällig werden, machen richtig Probleme. Ganz einfach, weil nach Pflichtaufgaben , Umlagen und Altfehlbetragsabgabe die jährlichen Schlüsselzuweisungen vom Land weg sind, für die Gemeinde nichts mehr bleibt", sagt der Bürgermeister und weiß nicht, wovon Suckow die Kredite bedienen soll. Dass es mittlerweile nahezu allen Gemeinden in der Region so ergeht, die nicht ansatzweise über Gewerbeansiedlungen wie Valluhn/Gallin verfügen, mache die Situation nicht besser. "Deshalb frage ich mich ernsthaft, welche Strategie das Land fährt. Man kann doch nicht wirklich wollen, dass die ganzen kleinen Gemeinden wegen unzureichender Finanzausstattung zugrunde gehen."

Am Tropf der Landesregierung hängen sie längst. Auch Suckow ist wieder Bittsteller bei einem Projekt, das möglichst 2013 realisiert werden soll. "Wir haben einen Antrag auf Mittel aus der Dorferneuerung gestellt, um unseren Dorfanger neu zu gestalten." Das Grün soll erneuert, Sitzgruppen gestellt und Spielgeräte angeschafft werden. "Zwei Möglichkeiten gibt’s", sagt Kühl. "Entweder das StALU bewilligt uns die Gelder und alles wird gut. Wenn aber nicht, dann müssen wir die abgespeckte Variante fahren und irgendwie das Geld für die Sanierung des Wiedenbergwegs auftreiben. Dann kann ich niemanden mehr ruhigen Gewissens langschicken!"

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