energieversorger : Mit Wemag guten Griff getan

Die Wemag investiert jährlich gut zehn Millionen Euro in ihr Netz.
Die Wemag investiert jährlich gut zehn Millionen Euro in ihr Netz.

Norbert Timm, Vertreter der Kommunen des Amtes Eldenburg Lübz in Verbandsversammlung, sieht kommunale Beteiligung positiv

svz.de von
11. Juli 2014, 22:00 Uhr

Bei ihrer konstituierenden Sitzungen haben auch die meisten Gemeinden des Amtes Eldenburg Lübz über die Wahl eines Vertreters für die Kommunen in der Verbandsversammlung des Stromversorgers Wemag AG abgestimmt. Für die laufende Legislaturperiode wurde Norbert Timm gewählt, Leiter des Amtes für Stadt- und Gemeindeentwicklung.

Die Wemag, einst eine Tochter des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, sollte 2009 verkauft werden. „Auf Initiative des Städte- und Gemeindetages M-V haben sich damals 236 Gemeinden aus Westmecklenburg und der Prignitz – das seinerzeitige Versorgungsgebiet der Wemag – dazu entschieden, das Unternehmen zu kommunalisieren“, berichtet Norbert Timm. Hintergrund für die Übernahme sei neben dem wirtschaftlichen Engagement der Wunsch, den regionalen Energieversorger mit etwa 500 Arbeits- und 50 Ausbildungsplätzen zu erhalten. Timm: „Man konnte die Gefahr erahnen, dass die Zentrale vor Ort nicht geblieben wäre.“ Nach einigem zeitlichen Abstand ist der Beauftragte heute davon überzeugt, dass der beschrittene Weg richtig und wichtig war. „Der Wemag ist es gelungen, sich trotz insgesamt wirtschaftlich schwieriger Bedingungen stabil am Markt zu etablieren“, sagt er. Mit gut zehn Millionen Euro im Jahr sei ihre Investitionsrate als sehr hoch einzuschätzen. Besonders wegen der Energiewende müsse das Netz ständig erweitert werden.

Der Kaufpreis – damals äußerst fair, so Norbert Timm –, betrug 170 Millionen Euro. „Fair deshalb, weil nach einem Gutachten ein höherer Wert zu Buche stand. Damit haben die Gemeinden unabhängig von anderen, damals auch schon präsenten Anbietern zu ihren 20 Prozent rund 55 dazu erworben.“

Die restlichen 25,1 Prozent der Wemag AG hält die Thüga AG, 1867 als Thüringer Gasgesellschaft gegründet, mit der man das notwendige Know How habe gewinnen können. Mit einem Umsatz von 23 Milliarden Euro in 2013 handele es sich Timm zufolge um das größte kommunale Netzwerk für Energie und Wasserdienstleister. Die Gemeinden des Amtes Eldenburg Lübz halten zwischen 3000 und 16000 Aktien, keine Aktionäre sind die Gemeinden Kritzow, Siggelkow und Passow, die Stadt Lübz selbst hat die Stadtwerke gegründet.

Norbert Timms Aufgabe – als Vertreter für die Kommunen in der Verbandsversammlung der Wemag AG – besteht unter anderem darin, in Gemeinschaft über die Beteiligung an anderen Firmen, die Entwicklung des eigenen Unternehmens und Investitionen zu beraten/entscheiden und mit für die Ausschüttung von Dividenden an die Gemeinden zu sorgen. Die Versammlung tagt vierteljährlich in Schwerin.


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