Burgmuseum Plau am See : Mit Volldampf in die neue Saison

Werbung war bislang nicht das Steckenpferd der Plauer Museumsfreunde. In diesem Jahr werden sie u.  a. mit einem Riesenbanner am Sky auf sich aufmerksam machen. Dieter Ehrke (r.) und Georg Hornig, der neue „Finanzminister“, brachten es gestern an.  Fotos: S. Herbst
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Werbung war bislang nicht das Steckenpferd der Plauer Museumsfreunde. In diesem Jahr werden sie u. a. mit einem Riesenbanner am Sky auf sich aufmerksam machen. Dieter Ehrke (r.) und Georg Hornig, der neue „Finanzminister“, brachten es gestern an. Fotos: S. Herbst

Museumsfreunde laden übermorgen 10 Uhr zur Eröffnung ein und erwarten zahlreiche Gäste. Die im Winter überarbeitete Ausstellung überrascht mit neuen technischen und künstlerischen Schmuckstücken.

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22. März 2016, 21:03 Uhr

Wenn übermorgen um 10 Uhr der Plauer Heimatverein und speziell seine 35 Museumsfreunde zum Saisonstart 2016 ins Burgmuseum und in den Burgturm einladen, wird hier alles blitzen, auch das allerletzte Ausstellungsstück auf seinem Platz sein, sind die Aufgaben verteilt und die ehrenamtlichen „Burggeister“ angetreten, wieder eine tolle Saison auf die zwei Museumsetagen zu legen.

Heute war von offiziellem Touch noch nichts zu spüren und auch Gäste, von denen sich die Museumsfreunde zur Eröffnung (mal) reichlich wünschten, waren noch keine da. Trotzdem erinnerte die sanierte Scheune an einen Ameisenhaufen. Ein Kommen, kein Gehen. Wie immer Dienstagsvormittag. „Heute erledigen wir noch letzte Handgriffe“, sagt Dieter Ehrke und weiß zur selben Zeit viele seiner „Kollegen“ durch die Scheune wirbeln. Vitrinen werden gewienert, irgendwo kreischt ein Bohrer, Blumenkästen werden mit Stiefmütterchen bepflanzt… Ja, Plaus Burgmuseum und der Bergfried an vorderer Front sind endlich flott für die Saison.

Öffnungszeiten:
Das Plauer Burgmuseum startet am Donnerstag vor Ostern in die neue Saison. Geöffnet sind die Ausstellungen in der Scheune und nebenan im Burgturm dann bis Oktober und zwar täglich 10 bis 17 Uhr. Auch Samstag und Sonntag. 

In der werden die Museumsfreunde ihrem Publikum vieles und Neues bieten. Zum Beispiel zwei neue „Schmuckstücke“. In Regie von Gerhard Graupner konnte der vereinfachte Nachbau einer Gutenbergschen Druckpresse gangbar gemacht werden, der bisher (noch) nicht funktionierte. Bei den vielen Spenden, die der Verein über die Jahre schon erhalten hat, ist das nicht ungewöhnlich. Für die engagierte Museumstruppe jedoch ein Unding. „Was wir ausstellen, muss funktionieren“, sagt Graupner und formuliert einmal mehr jenen Anspruch, an dem sich die Museumsfreunde immer wieder messen und der ihre Ausstellung so einmalig macht. Aus selbem Grund und weil in „Heimarbeit“ denn doch nicht alles zu realisieren ist, wurden 1200 Euro in den Nachbau einer Dampfmaschine investiert. Der war in den 1930er Jahren von Otto und Oskar Küchler gebaut und vor zwei Jahren von Dr. Jürgen Küchler (ehemals Arzt in Lübz) dem Verein übertragen worden. Nun ist die Maschine ein kleines Juwel, das vis-a-vis der Albanschen Dampfmaschine, die als Herzstück der Ausstellung gilt, seinen standesgemäßen Platz bekam.

Veranstaltungsmäßig haben die Burgfreunde schon 2015 unsagbar viel auf die Beine gestellt (wir berichteten). 2016 denken sie nicht ans Nachlassen. So ist geplant, den Internationalen Museumstag am 22. Mai unter das Motto „120 Jahre Radfahrerverein Plau am See“ zu stellen. Mit seiner Gründung 1896 setzte in der Stadt ein Fahrradboom ein, dem die Museumsfreunde in knapp neun Wochen ein Denkmal setzen wollen. Die Details sind noch in der Planung, fest steht aber schon, dass es einen Fahrradkorso durch die Innenstadt und über die Promenade geben wird.

Im Burgturm soll am selben Tag die Ausstellung „Geheimnisse unterm Straßenpflaster“ eröffnet werden. Bürgermeister Norbert Reier hatte die Obere Denkmalschutzbehörde überzeugen können, die Ergebnisse der Ausgrabungen auf dem Markt von 2010 im Burgturm auszustellen. Darüber hinaus stehen Veranstaltungen am 6. Juni zum 150. Geburtstag des bekannten Plauer Bildhauers Prof. Wilhelm Wandschneider und am 13. Juni eine weitere zum 160. Sterbetag von Dr. Ernst Alban, dem vielleicht vielseitigsten Sohn der Stadt, im Terminkalender des Vereins.

Übrigens: 2015 konnte sich das Museum mit 8679 Besuchern gegenüber den Vorjahren erneut deutlich steigern. „Jetzt wollen wir die 10  000er Marke knacken“, sagt Dieter Ehrke. „Um das zu schaffen, müssen und werden wir an der Werbefront aktiver werden.“

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