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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 16:14 Uhr

Musik : Mit viel Puste und jeder Menge Spucke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

So starteten 21 Teilnehmer in den ersten Bläsermarathon rund um Barkow

von
erstellt am 23.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Mehr als die Hälfte ihres Marathons haben sie geschafft. Doch 18 kleinere, mittlere und größere Konzerte stehen noch aus – in den kommenden drei Tagen: Nämlich heute, morgen und am Sonnabend wollen die Teilnehmer des ersten Bläsermarathons unter Leitung des Landesposaunenwartes, Martin Huss, in der gesamten Region zeigen, was musikalisch in ihnen steckt. „Eigentlich fahren wir in den Herbstferien immer weg – innerhalb Deutschlands oder ins Ausland. Doch dieses Mal wollte ich etwas für das Bundesland machen“, erklärt Martin Huss, warum er diesen Bläsermarathon initiiert hat. Ein kleines Körnchen zum besseren Leben auf dem Land wollte Martin Huss mit diesem Projekt beitragen. Am Montag dieser Woche startete der Marathon: 49 Konzerte in fünf Tagen. Die Mehrheit der Teilnehmer sind Schüler von überall her. Ruben Reimer hatte am Montag den weitesten Anfahrtsweg – der 15-Jährige kommt aus Witzenhausen in Hessen. „Um 4.30 Uhr bin ich heute aufgestanden“, erzählt er in der Scheune von Martin Huss in Barkow. Ruben ist einer von insgesamt 21 Teilnehmern, die ihre Herbstferien ganz der Musik widmen.


Ehepaar Huss hat eine Wette am Laufen


Glänzend und geputzt stehen die Instrumente am Probentag in der Scheune von Barkow. Martin Huss und seine vier Helfer bereiten derzeit noch das Programmheft vor. In diesem steht auch ein Lied, ein sehr schwieriges: „Danke für diesen guten Morgen.“ Dieses Lied muss in dieser Woche dreimal fehlerfrei gespielt werden. „Ich habe mit meiner Frau eine Wette am Laufen. Es geht um eine Tafel Schokolade und die möchte ich gewinnen“, verrät Martin Huss. Claudia Huss hat nämlich gewettet, dass er es nicht schafft. Martin Huss’ Ehrgeiz ist geweckt. „Das schaffen wir!“ Immer wieder geht’s von vorne los. „Noch einmal von Takt 17 an“, sagt Martin Huss zu seinen musikalischen Schützlingen. „Lukas, Hintern nach vorne. So kannst du nicht spielen, wenn du wie ein nasser Sack auf dem Stuhl sitzt.“ Der Landesposaunenwart steckt mitten in der Musik. Seine Arme und Hände bewegen sich im Takt. Auch stimmlich gibt er immer den Ton an. „Konstantino? Spielst du die 1. Stimme“, stellt Martin Huss dem 14-Jährigen die Frage rein rhetorisch. „Ich probiere es“, entgegnet der Posaunist aus Bad Schwartau bei Lübeck. „Es kann nur schlecht und grottenschlecht werden“, antwortet Martin Huss und schmunzelt.


Musik liegt gesamte Woche in der Luft


Hochkonzentriert spielen die Jugendlichen ihre Instrumente, wenn sie nicht an der Reihe sind zu spielen, nehmen sie ihre Hörner, Trompeten, Posaunen sicher auf ihren Schoß und warten auf ihren Einsatz. So auch Julian Krentz. Der 17-Jährige von Rügen hat nicht nur kesse Sprüche auf Lager, sondern auch viel Puste und jede Menge Spucke von der Insel mitgebracht. Denn wenn Martin Huss ruft, folgt die Mehrheit seinem Aufruf. „Das ist ne’ coole Truppe hier. Und es macht richtig viel Spaß“, sagt Julian, der im Laufe der Jahre von Trompete auf Posaune umgestiegen ist. Bis 24 Uhr haben die Jugendlichen am Montag geprobt.

Jeder Konzerttag steht unter einem ganz bestimmten Motto. Heute besuchen die jungen Bläser gemeinsam mit Martin Huss Pflege- und Altenheime in der Region. Doch zunächst beginnt der Tag mit einem Ständchen bei Lübz’ Bürgermeisterin Gudrun Stein. Jeder Konzerttag endet mit einer Geistlichen Bläsermusik. Vor allem auf die Konzerte haben sich die Jugendlichen gefreut. „Es gibt nichts Schöneres, als Leute glücklich zu machen. Und das geht mit Musik sehr gut“, sagt Konstantin Kappe aus Bad Schwartau. Der 14-Jährige spielt seit Jahren Posaune, ist immer mal wieder in Barkow zu Gast. „Ich bin schon drei-, viermal bei Martin gewesen, zwar mehr als Aushilfskraft, aber es bringt richtig viel Spaß.“

Genau darum geht es – um Freude, Spaß, „schlaflose Nächte“ in der gesamten Woche sowie brennende Lippen“ am Ende des Bläsermarathons wie Julian erzählt. Und um Musik, denn die liegt in dieser Woche rund um Barkow in der Luft.


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