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Restauration St. Marien Plau : Mit Tatkraft zum neuen Chorraum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Spenden von Nah und Fern sowie Mitgliedsbeiträge und weitere Aktivitäten ermöglichen Restauration im Innern der St. Marienkirche

Schritt für Schritt geht die Sanierung der St. Marienkirche Plau am See weiter. Jetzt zog der Vorstand des Fördervereins Bilanz bei seiner jüngsten Versammlung im Plauer Dr. Wilde-Haus. „Mit großer Freude haben wir die Restaurierung unseres Chores nun geschafft“, sagte Gerhard Graupner, stellvertretender Vorsitzender. Der vorherige romanische Feldsteinchor wurde in den Jahren 1877 bis 1879 durch einen neugotischen Backsteinbau ersetzt, nur geringe Teile der alten Südwand mit der heute verdeckten Priesterpforte blieben erhalten. Die Ausmalung, das Gestühl und die Emporen wurden neugotisch gestaltet. Das Altargemälde mit der Darstellung der Kreuzigung Jesu wurde von dem in Plau geborenen Maler Friedrich Lange in Rom gemalt und von Sophie Michael der Kirche geschenkt.

Nach 139 Jahren war es nun aller höchste Zeit, den Chorraum zu restaurieren. „Die Mitglieder unseres Fördervereins haben mit großem Einsatz, mit Freude bei dieser Arbeit und auch mit Verantwortung sehr geholfen. Dafür sage ich Ihnen ein großes Dankeschön“, so Gerhard Graupner stellvertretend für den erkrankten Vorsitzenden, Dr. Axel Tohtz.

Ende Juli 2016 hatten die Baumaßnamen im Innenraum der St. Marienkirche begonnen. Die Restaurierung war zum Ende des Jahres weitgehend abgeschlossen. Die bemalten Wandflächen wurden mit weichen Bürsten gereinigt, dabei musste die pulverisierte Farbfassung weitgehend geschont bleiben. Das Anreichern der Farbfassung mit dem Bindemittel Leim ergab wieder eine wischfeste Oberfläche ohne Glanzbildung. Bei zirka 50 Prozent der Wandflächen musste die Farbfassung wieder hergestellt werden. Auf den übrigen Wandflächen erfolgte die Beseitigung von fehlerhaften Stellen der vorhandenen Farbfassung in Form von Teilergänzungen. Die Absenkung im Fußboden des Altarbereichs des Chores wird in diesem Jahr beseitigt und durch die Bodendenkmalpflege begleitet. Die Beleuchtung wurde durch neue Leuchtmittel und Lampen verbessert, auch wurden neue Mikrophone installiert. Während der Arbeiten an den Süd- und Ostwänden im Bereich der Stützpfeiler zeigten sich Durchfeuchtungen, worauf der gesamte Altputz entfernt und nach Trocknung die Bemalung wieder hergestellt wurde. Um das Eindringen von Staub aus dem Dachbereich in den Chorraum zu verhindern, mussten die Fugen in der Deckenverkleidung weitestgehend geschlossen werden. Um zu sparen, haben die Gemeindemitglieder den Altar selbst gereinigt. Die Restaurierung des Altarbildes wurde vorerst zurückgestellt. Die gesamten Kosten werden zirka 175  000  Euro betragen (ohne Altarbild).

„Im Namen unseres Fördervereins danke ich allen Mitgliedern, Spendern und Helfern für die Mithilfe bei der Restaurierung des Chorraumes unserer Kirche. Unseren Pastoren Hannah und Stephan Poppe danke ich für die gute Zusammenarbeit“, ergänzte der stellvertretende Vorsitzende. Der Pastor fügte an, dass die Kirchenbesucher „erstaunt und erfreut sind, wenn sie im frisch sanierten Chorraum stehen. Ich bin stolz auf den Förderverein, danke dem Vorstand und freue mich auf den nächsten Abschnitt – das Kirchenschiff.“ Einstimmig beschlossen die Mitglieder die Finanzierung eines Schrankes zur sachgerechten Aufbewahrung für Altardecken.

Schatzmeisters Rüdiger Hoppenhöft erläuterte die finanzielle Situation des Fördervereins. „Ich ziehe den Hut vor den Plauer Bürgern, die bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder zeigen, dass sie dabei sind, wenn es um große Aufgaben geht. Damit gelingen in unserer Stadt Vorhaben, die anderswo nicht möglich sind. Dabei spielt natürlich auch das Vertrauen eine Rolle, dass mit den Spenden etwas Sinnvolles gemacht wird.“ An Beiträgen erhielt der Verein 2016 2240 Euro und an Spenden von den Mitgliedern 14  975 Euro. Dazu kamen als Spenden von Nichtmitgliedern nochmals 4683,31 Euro und 33  600 Euro von Stiftungen, was eine Gesamteinnahme von 55  498,31 Euro bedeutet. „Wahrlich ein Grund zur Freude und ein Grund, uns bei allen Beteiligten sehr herzlich zu bedanken.“ Hoppenhöft nannte vor allem die Stiftungen Doornkaat, die Ostdeutsche Sparkassen-Stiftung, die Dornier-Stiftung und die Springer-Stiftung. Von den übrigen Spendern erwähnte er Dr. Kappler aus der Partnergemeinde Hersbruck, die Plauerhäger Agrarvereinigung Mifema, die Frauenarztpraxis Barbel Minzlaff, die Ehepaare Boldt, Graupner, Hoppenhöft, Krinke, Lüpke, Reier und Roebert sowie Gunnar Eschen, Frau Schulz-Rubach und Hans-Ulrich Rose. „Jede noch so kleine Spende ist eine große Hilfe bei unserem Vorhaben.“

Die Vereinsausgaben beliefen sich auf 116  483,05 Euro, wobei 116  000 Euro für die Sanierung bereit gestellt wurden. Das Guthaben des Vereins, das zu Jahresanfang 2016 98  000 Euro umfasste, schmolz dadurch auf 37  000 Euro. Hoppenhöft schloss: „Dank Ihrer aller Hilfe werden wir sicher bei der Sanierung unserer schönen Kirche weiter vorankommen.“ Der Förderverein St. Marienkirche Plau am See zählt derzeit 237 Mitglieder, davon sind 84 von außerhalb.

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