Förderverein aus Plau am See lobt Spender : Mit Spenden der St. Marienkirche geholfen

<fettakgl>Vor allem die Kirchturmsanierung hat viel Geld gekostet.</fettakgl> Deshalb muss ersteinmal wieder ein bisschen gespart werden.
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Vor allem die Kirchturmsanierung hat viel Geld gekostet. Deshalb muss ersteinmal wieder ein bisschen gespart werden.

In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Vorhaben an der St. Marienkirche in Plau am See vorgenommen werden – Dank zahlreicher Spender.

svz.de von
21. Januar 2013, 10:41 Uhr

PLAU AM SEE | Der Förderverein St. Marienkirche in Plau am See kann auf ein erfolgreiches Jahr 2012 zurückblicken. Am Sonnabend trafen sich die Mitglieder zur alljährlichen Rechenschaftslegung des Vorstandes im Dr.-Wilde-Haus. "Wir hatten ein interessantes aber auch schwieriges Jahr", erklärte der Vorsitzende Dr. Axel Tohtz. "Seit Vereinsgründung im September 2007 konnten wir erfolgreich die Sanierung der Plauer Stadtkirche unterstützten."

Die Baumaßnahmen in den Jahren von 2007 bis 2012, in denen der Hauptanteil der Außensanierung erfolgte, kosteten zirka 820 000 Euro. Aus Spenden und vom Förderverein beantragten Stiftungsgeldern konnte ein Kostenanteil von zirka 25 Prozent abgesichert werden. Dr. Tohtz erinnerte, dass bereits in den Jahren 1996 bis 2006 wichtige Erneuerungsarbeiten erfolgten - die Fenstersanierung, die Erneuerung der Heizung, der Elektroanlage und Beleuchtung, die Sanierung des Glockenstuhls, die Renovierung der Sakristei und die Sanierung der Südseite des Chores mit einem Kostenaufwand von mehr als 300 000 Euro.

2012 war als Abschluss der Turmsanierung mit Kosten von 230 000 Euro geplant. Im Juni begannen die Handwerksfirmen mit ihrer Arbeit. Nach der denkmalpflegerischen Zielstellung sollte die Dacheindeckung am Turmhelm möglichst nur entlang der Traufe und am First aufgenommen werden. Leider zeigten sich nach Aufstellung der Gerüste im Mai unvorhersehbare Schäden an Dachsteinen und Dachstuhl. Es musste die gesamte Dachfläche neu eingedeckt und die Dachlattung erneuert werden. Das traf auch auf die Turmbekrönung wegen starker Verwitterungsschäden zu. Erst nach Abbruch des Gesimsmauerwerks an der Traufe des Turmhelmes wurde deutlich, dass ein Total ersatz erforderlich ist. Der volle Umfang der Schäden wurde erst nach Aufnahme der Dacheindeckung sichtbar. Am Backsteinmauerwerk des Turmschaftes hatte sich durch jahrelang eindringende Feuchtigkeit unterhalb des Mauerwerksvorsprungs die Verblendschale in weiten Teilen gelöst. Zur dauerhaften Sicherung des Mauerwerks wurde der Vorsprung mit einer Bleiab deckung versehen. Durch diesen zusätzlichen Aufwand stiegen die Kosten auf 310 000 Euro.

Die Kostenerhöhung um 80 000 Euro konnte durch zusätzliche Patronatsgelder, einer erhöhten Förderung durch die Katharina &amp; Gerhard Hoffmann-Stiftung, einen größeren Eigenanteil der Kirchgemeinde, verbunden mit einem Vorgriff für die nächsten zwei Jahre aus der Pfarrhauskasse und eine erhöhte Einwerbung von Spenden des Fördervereins gesichert werden. Dr. Tohtz listete auf, dass sich an der Gesamtfinanzierung außerdem die Sparkasse Parchim-Lübz, die MediClin Plau, die Rudolf-August Oetker-Stiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Hollwegstiftung, die Peter-Dornier-Stiftung und die Rudolf-Dankwardt-Stiftung beteiligten.

Auch die Fördervereinsmitglieder wurden bei Arbeitseinsätzen tätig: Die Bauschuttberäumung des Kirchturmes erfolgte bereits im April 2011, es kamen 37 Helfer. Die Arbeiten waren doch komplizierter als auf dem Gewölbeboden des Kirchenschiffes, der Bauschutt musste mit Hilfe einer Winde nach unten befördert werden. Die Plauer Feuerwehr half mit Sicherheitsgurten und -leinen. Vom Turm wurden zirka sieben bis zehn Tonnen Bauschutt entfernt, das entspricht einer Kosteneinsparung von zirka 2000 bis 3000 Euro. Dr. Tohtz kündigte an, dass 2013 an der Kirche keine Baumaßnahmen geplant sind, da das Minus in der Pfarrhauskasse durch die erhöhten Kosten bei der Turmsanierung wieder ausgeglichen werden müssen. Als nächste Baumaßnahme soll 2015 die Innensanierung des Chores folgen. Die Kosten werden zirka 98 000 Euro betragen.

Der Verein hat derzeit 158 Mitglieder, davon wohnen 45 Mitglieder außerhalb der Stadt Plau am See. Dr. Tohtz betonte. "Die Größe der Mitgliederzahl eines Kirchenbauvereins sagt etwas über das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt ihrer Kirche aus. Im Namen des Vorstandes des Fördervereins danke ich allen Mitgliedern, allen Spendern, der Kirchenkreisverwaltung für die Mithilfe bei der Sanierung des Kirchturmes und den Helfern bei der Beräumung des Turmbodens."

Schatzmeister Rüdiger Hoppenhöft sagte ein herzliches Dankeschön allen Spendern für die großzügige Unterstützung: "Ich ziehe den Hut vor den Plauern, die bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder zeigen, dass sie dabei sind, wenn es um große Aufgaben geht. Damit sind in unserer Stadt Vorhaben gelungen, die woanders nicht möglich sind. An Beiträgen erhielten wir 2012 1680 Euro und zusätzlich an Spenden von den Mitgliedern 12 557 Euro, insgesamt also 14 237 Euro, wahrlich eine tolle Summe." Hinzu kommen als Spenden von Nichtmitgliedern nochmals 13 414,17 Euro. Insgesamt wurden Einnahmen von 27 651,17 Euro erreicht. "Wir haben uns über jede einzelne Spende sehr gefreut, ob es nun zehn oder 500 Euro waren, und wissen, dass für viele auch zehn Euro viel Geld ist. Auch haben sich einige etwas Besonderes einfallen lassen. So sammelte der Plauer Heimatchor anlässlich seines Abschiedskonzerts in der Plauer Kirche Spenden und stellte dem Förderverein 802 Euro zur Verfügung. Eine Gruppe von mehreren Plauerinnen bot von Anfang August bis Anfang September an zwei Tagen in der Woche den Besuchern der Kirche kostenlos Kaffee und Kuchen an und bat dafür um eine Spende für die Sanierung der Kirche. Auf diese Weise kamen an diesen acht Tagen sage und schreibe 809 Euro zusammen. Eine tolle Idee, die in diesem Sommer unbedingt fortgeführt werden sollte! Der Lions-Club Parchim stellte uns 1000 Euro zur Verfügung, vom weihnachtlichen Stammtisch profitierte unser Förderverein mit 2000 Euro. Und dann gibt es Mitbürger, die aus Anlass eines besonderen Geburtstages die Eingeladenen bitten, auf Blumen und Geschenke zu verzichten und stattdessen, unserer Plauer Kirche eine Spende zukommen zu lassen. Auch die Spendenbox im Kirchturm trug mit 1092,87 Euro zu unserem guten Ergebnis bei." 2012 stellte der Förderverein zunächst 40 000 Euro für den Kirchturm zur Verfügung, später nochmals 30 000 Euro. Der Verein hat derzeit ein Kontoguthaben von 17 829,96 Euro. Pfarrer Stephan Poppe dankte dem Förderverein: "Ohne Sie hätten wir die Sanierung nicht fertig bekommen." Er bat um Beteiligung bei einem Arbeitseinsatz am 23. März, in der ersten Turmetage soll ein Raum für die Dokumentation der Sanierung hergerichtet werden. Er kündigte drei Fahrten zu bereits sanierten Kirchen an, um sich dort Anregungen für die Kircheninnengestaltung zu holen. Am 20. April soll es nach Sternberg gehen.

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