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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 21:33 Uhr

Plauer Burg : Mit Schlachtplan in die neue Saison

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Knapp vier Wochen vor Saisonbeginn sind die Plauer Burgfreunde längst bei den Vorbereitungen. Große Sorge: Engpass bei Museumsführern.

von
erstellt am 11.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Am 2. April – also Donnerstag vor Ostern – wird das Plauer Burgmuseum in seine diesjährige Saison starten. Viel Zeit noch, möchte man meinen. Die ca. 30 ehrenamtlichen Museumsfreunde im Plauer Heimatverein sehen das anders. Schon jetzt drücken sie auf die Tube, denn im Vorfeld ist eine Menge zu tun.

Der wohl größte Kanten schlummert im Depot: Die wegen der Sanierungs- und Umbauarbeiten im Alten Haus eingelagerten Stücke müssen zurück ins Museum. Eile ist geboten, denn auch das Frontgebäude der Burg soll saniert werden. Zwar steht der Termin (er ist abhängig von der Bereitstellung der in Aussicht gestellten Fördergelder) noch nicht fest. Doch die Museumsfreunde wollen nichts anbrennen lassen. „Wir wollen nicht riskieren, Umräumen und Archivieren am Ende in Hektik machen zu müssen. Nein diesmal muss alles geordnet stattfinden“, sagt Dieter Ehrke und weiß die Regie bei Roland Suppra, dem Eisenbahner unter den Museumsfreunden, in besten Händen. „Im Team werden wir das schon deichseln“, sagt der und kündigt an, bei der Gelegenheit die „Schätze“ vom „Müll“ zu befreien.

Noch vor dem 2. April soll eine der ausgestellten Druckmaschinen, die noch bis 1989 täglich genutzt wurde, umgerüstet werden. Der Sicherheit wegen. „Wir werden einen langsam laufenden Getriebemotor einbauen“, erklärt Dieter Froh, der Experte auf diesem Gebiet. Jetzt seien da Beschleunigungen drin. Da aber in der Plauer Ausstellung zur „Technik des 19. Jahrhunderts“ sämtliche Maschinen funktionstüchtig sind und von den Besuchern bedient werden dürfen, ist das Risiko zu groß.

Auch um den Burgturm machen sich die Museumsfreunde Gedanken. Um seine 3,50 Meter starke Mauer zu stabilisieren, sollen Ringe drum gelegt werden. Nächste Herausforderung wird sein, die Kommunikation zwischen Turm und Museum, die bisher durch die starken Mauern behindert wird, zu gewährleisten.

Seit letztem Herbst kann das Museum ein Modell des Plauer Motor-Salonschiffes „Loreley“ zeigen. Gebaut von der BQG „Neptun“ Rostock hatte die Sparkasse Parchim-Lübz wie vereinbart die Finanzierung übernommen. Jetzt ist auch das Modell des Dampfers „Anna“ fertig. Die Warnemünder werden es in der kommenden Woche nach Plau bringen, wo es in der Vitrine neben der „Loreley“ seinen Platz bekommen wird. Die Rechnung für das neue Schmuckstück der Ausstellung muss allerdings noch beglichen werden.

Derweil packen die Plauer ihr nächstes Modell-Projekt an: Dank der Leihgabe des Warener Fischereiexperten Joachim Rahn kann das Museum seinen Besuchern zwar norddeutsche Fischereikähne von Nord- und Ostsee präsentieren. Was fehlt und in den Augen der Lokalmatadoren natürlich ein großes Manko ist, ist der Plauer Kahn. Erstmals um 1800 gebaut, prägte der immerhin fast zwei Jahrhunderte lang das Eldeufer zwischen Brücke und Schleuse. Kahn lag hier an Kahn. „Wir werden Herrn Rahn bitten, uns die Leihgaben zu verkaufen. Und wenn wir nächste Woche die Rostocker Modellbauer hier haben, wollen wir mit ihnen den Nachbau eines Plauer Kahns im Maßstab 1:10 besprechen“, sagt Dieter Froh und fügt hinzu, „wir haben das große Glück, dass es noch heute Meister gibt, die den Plauer Kahn einst bauten. Das wollen wir nutzen.“

Auch in die eigenen Leute wollen die Plauer Museumsfreunde investieren. Da sind zum einen die geplanten Vorträge in der Vorsaison (erster am 17. Januar mit dem Plauer Dr. Fred Ruchhöft) und einige Veranstaltungen im Jahr, die in erster Linie für ein interessiertes Publikum gedacht sind, gleichzeitig aber auch der Weiterbildung dienen. Darüber hinaus soll die gesamte Mannschaft einheitliche Kittel mit Rückenlogo und die Museumsführer wahrscheinlich T-Shirts bekommen. Beides ist längst überfällig und wäre das erste Mal seit Beginn der Museumsära vor 15 Jahren.

Die Führer bleiben ein Thema, das den Museumsfreunden Sorgen bereitet (wir berichteten). Schon 2014 deutete sich ein Engpass an. „Und weil wir alle nicht jünger werden, haben wir auch die ersten Ausfälle“, schildert Dieter Ehrke den Ernst der Lage. Wenigstens vier Leute, nämlich zwei Ausstellungsführer für den Turm sowie ein Kassierer und ein Führer für das Burgmuseum werden zum Saisonstart dringend gebraucht. „2014 konnten wir fünf Kassierer gewinnen. Zwei steigen jetzt als Führer ein, doch das reicht nicht“, sagt Wolfram Kirschnick. Und der Mann, der auf dem Turm den Burgvogt gibt, wirbt: „Zeit, eine Portion Enthusiasmus und natürlich Interesse für unsere Geschichte, mehr braucht’s eigentlich nicht.“

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