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Öffentlicher Personennahverkehr : Mit Rufbus jetzt besser vertraut

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) hat die neue Beförderungsmöglichkeit in Granzin erläutert. Die Leistung wurde bisher sehr oft missverstanden.

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erstellt am 12.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Weil es bei in Granzin wohnenden Nutzern des im Dezember 2016 eingerichteten Rufbus-Systems Probleme gab, habe sich Bürgermeisterin Ariane Köhler eigener Aussage zufolge dazu entschieden, alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung mit Vertretern der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) einzuladen. Sie fand am am Sonnabend statt und rund 25 Besucher kamen. Über das Ergebnis äußerte sich die Bürgermeisterin insgesamt gesehen positiv: „Auch ich verstehe jetzt mehr.“

Sandro Pflughaupt, Leiter der Parchimer VLP-Betriebsstelle, betreut das Vorhaben seit der ersten Stunde und war demzufolge auch an seiner Entwicklung beteiligt. „Zunächst skeptisch, wurde ich schnell eines besseren belehrt. Insgesamt gesehen ist der Rufbus äußerst erfolgreich“, sagt er. Dass es bei einem Pilotprojekt auch Schwierigkeiten und demzufolge Kritik gebe, sei normal. Andreas Helms, bei der VLP Leiter des Unternehmensbereiches Kommunikation, sei der Rufbus kein zementiertes, statisches Modell, sondern werde – wann immer erforderlich – weiterentwickelt. Nach Ausarbeitung verschiedener Zonen wie Lübz – Mestlin (804) und Parchim – Mestlin (805) für unsere Region sowie zum Beispiel Ludwigslust – Dömitz und Hagenow – Zarrentin werde es im letzten Schritt den gesamten Landkreis abdecken. Die Rufnummer, für deren Entgegennahme drei Plätze zur Verfügung stehen, so dass niemand „im Leeren landet“, ist überall diegleiche: 03883 / 61 61 61.

Priorität habe der Anschluss an die Buslinie 77, am 12. Dezember 2014 als Schienenersatzverkehr für die geschlossene Südbahn-Verbindung zwischen Parchim und Malchow ins Leben gerufen. „Lübz ist dabei ein Idealstandort – westlich in Richtung Parchim oder östlich in Richtung Plau am See“, sagt Pflughaupt.

Während in Granzin etwa früher nur dienstags und donnerstags pro Tag jeweils einmal ein Bus kam, besteht jetzt an 365 Tagen im Jahr die Möglichkeit, ihn zu nutzen – mehrfach am Tag von früh morgens (an Werktagen 5.40 Uhr) bis zum frühen Abend (18.45 Uhr am Wochenende als späteste Zeit). Die Schulbusse fahren morgens zwischen 6 und 8 Uhr, so dass in dieser Zeit keine Rufbusse bestellt werden können, was zwei Stunden vor Abfahrt geschehen muss. In der Ferienzeit hingegen startet ein Fahrzeug um 7.45 Uhr in Richtung Lübz, wenn die Tour angefordert wurde. Die VLP nahm aus der Besucherrunde den Wunsch auf, dies ständig zu ermöglichen, um zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt zeitlich besser nutzen zu können. Grundsätzlich lässt Pflughaupt jedoch keinen Zweifel an der Qualität der Entwicklung: „Insgesamt eine Verbesserung hoch zehn.“ Helms ergänzte, dass Veränderungen eventuell wieder am 2. September und nicht von heute auf morgen möglich seien. Grund: Jede Veränderung muss das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock genehmigen, was manchmal schwer sein könne. „Wenn wir die Vorschläge jetzt sammeln und bündeln, sind wir auf dem richtigen Weg, denke ich“, so der VLP-Vertreter.

Pflughaupt zufolge hätten viele mögliche Nutzer Angst, anzurufen und offenbar sei den meisten zumindest in der ersten Zeit aber teilweise auch jetzt noch nicht bewusst, dass hinter dem Rufbus-System ein Fahrplan stecke: „Viele denken, sie rufen an und ein Bus holt sie von zuhause ab. Das wäre wie ein Taxi und geht natürlich nicht.“ Angefahren werden die jeweiligen Bushaltestellen. Zur Verfügung stehen drei verschiedene Fahrzeuggrößen, unter anderem auch für spezielle Anforderungen, wenn zum Beispiel Räder oder ein Rollstuhl transportiert werden müssen. Die in der Mitte des Plans unter der Überschrift „Hinfahrt aus der Rufbuszone Lübz – Mestlin“ etwa nachzulesenden Verbindungen bringen die Fahrgäste zu einem Umstiegsort oder zentralen Orten, aus denen auf der nächsten Seite unter „Rückfahrt“ aufgelisteten kann jeder nachlesen, wann er wieder zurück nach Hause kommt. Für die späteste Rückfahrt nach Granzin etwa muss man werktags um 18.05 Uhr, am Wochenende eine Stunde später am ZOB in Lübz stehen.

Mehrere Zuhörer äußerten, dass sie das neue System erst jetzt nach der ausführlichen Erklärung verstanden hätten. Pflughaupt gab neben einigen Fehlern bei der Zustellung von Fahrplänen auch „Holprigkeiten bei Informationen“ zu. Seine Erwartungen seien jedoch übertroffen worden. Allein am Montag vergangener Woche habe die VLP 40 Anrufe verzeichnet.

Wunsch der Bürgermeisterin ist es, mehr Haltestellen einzubeziehen, um auch Greven und Bahlenrade anzubinden. Wenn sich Pflughaupt zufolge ergebe, dass zum Beispiel aus der Gemeinde Granzin jeden Tag acht Fahrgäste kommen, werde auch darüber nachgedacht, wieder eine feste Buslinie einzurichten.

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