„Hamburg-Berlin-Klassik“ : Mit Raritäten in Lübz gestoppt

Ebenfalls eine Klasse für sich: BMW 507, dieser von 1957
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Ebenfalls eine Klasse für sich: BMW 507, dieser von 1957

Zwischenhalt von 180 Old- und Youngtimern im Rahmen der Rallye „Hamburg-Berlin-Klassik“ begeisterte Zuschauer im Zentrum

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26. August 2016, 21:00 Uhr

Das hat die Stadt noch nicht erlebt: Am Donnerstagabend machten 180 Old- und Youngtimer – Autos von 48 Herstellern der Baujahre 1931 bis 1995 – im Rahmen der zum neunten Mal vom Magazin „AutoBILD Klassik“ veranstalteten Rallye „Hamburg-Berlin-Klassik“ (wir berichteten) zur Zwischenprüfung kurz Halt am Wochenmarktplatz. Der letzte traf gegen 20.10 Uhr ein. Begrüßt wurden alle Fahrer und Beifahrer von den – dem Anlass entsprechend – mit historischen Trachten bekleideten Gymnasiastinnen Christin Kücken und Sandra Rusch, die in ihrer Freizeit als Museumsführerinnen arbeiten. Sie überreichten allen eine Tüte mit einer Flasche alkoholfreier „Lübzer Zitrone“ für jeden, einem Prospekt des Vereins Lübzer Land und einer Mappe historischer Postkarten, was viele begeisterte.

 

Das tiefe Bullern des ältesten, als ersten eintreffenden Wagens, ein „Bentley 8 Litre Le Mans Open Tourer“, ist schnell erklärt: Sagenhafte acht Liter Hubraum (der größte), verteilt auf acht Zylinder, aus denen 220 PS geschöpft werden. Höhepunkte aus englischer und italienischer Automobilproduktion sind an diesem Tag besonders zahlreich vertreten, Deutschlands Angebot bestimmen in erster Linie BMW aus Vor- und Nachkriegsproduktion sowie VW.

Besonders große Augen machen die überall stehenden Zuschauer, als ein Auto geradezu majestätisch durch die Mühlenstraße einfährt, das für viele Oldtimerliebhaber wegen seines Designs der Traum schlechthin ist – und dann auch noch mit offenen Türen. Möglich, weil sie nicht zur Seite, sondern nach oben geöffnet werden. Deshalb trägt der Mercedes-Benz 300 SL umgangssprachlich den Beinamen „Flügeltürer“. Ausgeliefert wurde das in Lübz zu sehende Exemplar 1955 an den arabischen Prinzen von Saudi-Arabien, ging 2005 an einen Ölhändler in Texas und seit einem Jahr ist der gebürtige Iraner Hamid Mossadegh Besitzer. „Für mich das Auto schlechthin“, sagt er. Übrigens: Neu kostete der Klassiker 29 000 D-Mark, womit sich den Kauf zum Beispiel höchstens Fabrikanten und sehr gut bezahlte Schauspieler leisten konnten. Eine Arbeiterfamilie mit zwei Kindern musste mit einem Durchschnittslohn von 450 D-Mark im Monat auskommen – brutto.

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