Lübz : Mit Leiter an den Glascontainer

Selbst für Detlef Fittkau  bedeuten die größeren Glascontainer eine Herausforderung. Und der Parchimer Rentner ist um die 1,80 Meter und von guter Konstitution.
Selbst für Detlef Fittkau bedeuten die größeren Glascontainer eine Herausforderung. Und der Parchimer Rentner ist um die 1,80 Meter und von guter Konstitution.

Leser hadern mit Einwurfhöhe der neuen Behälter in Lübz

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02. März 2018, 05:00 Uhr

Die neuen Glascontainer stehen. Landkreisweit insgesamt 630. Sie haben die alten, zum Teil schon verschlissenen Behälter abgelöst und die bisher vier Behältersysteme landkreisweit vereinheitlicht. Alles schön und gut, sagt Detlef Fittkau. Aber nicht alles, was neu ist, sei auch durchdacht, geschweige denn besser. Schon mehrfach ist Fittkau darauf zugekommen, wie sich Leute abmühen, ihre Gläser und Flaschen vorschriftsmäßig in die Container zu bekommen. „Die Gummis an den Öffnungen sind aber so fest, da hab ja selbst ich Probleme, Gläser und Flaschen durchzudrücken.“ Und der Parchimer Rentner ist von guter Konstitution. „Ich hab hier schon mehrfach ältere Damen angetroffen, die sich vergeblich abgemüht haben.“ Fittkau ist Gentleman und hat natürlich geholfen. „Aber das sollte nicht Sinn der Sache sein“, kritisiert er. Schlimmer aber noch findet er die Containerhöhe. „Ich will nicht übertreiben, aber kleine Leute kommen ohne Leiter oder Tritt nur mit äußerster Mühe an die Öffnungen.“ Bei einer Containerhöhe von ca. 1,70 Meter und Öffnungen, die sich – aus rein physikalischen Gründen – oben befinden, überrascht das nicht. In Fittkaus Nachbarschaft wohnt eine ältere Dame. Nicht viel größer als 1,50 Meter. „Allein hat sie keine Chance. Darum hab ich ihren Glasabfall auch schon mitgenommen.“

Der Parchimer Rentner macht sich keine Illusionen. „Die Glascontainer stehen jetzt. Und sie werden Jahre stehen.“ Davon ist auszugehen. Immerhin bedeutete die Vereinheitlichung des Systems eine Rieseninvestition.

Beim Landkreis sind Kritiken wie die von Fittkau aufgelaufen, kaum dass die Glascontainer standen. Auch im zuständigen Kreistagsausschuss fanden die Mitglieder längst nicht nur lobende Worte. Bei unserer Nachfrage war Steffen Grünwaldt, Leiter des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes, denn auch nicht überrascht. Aber, stellt er klar, „als Landkreis hatten wir weder auf das Aussehen noch auf die Größe der Container Einfluss. Wir haben nur gesagt, dass wir ein Dreikammer-System wollen.“ Hinsichtlich der Gummi-Manschetten kann er beruhigen. Momentan seien die wegen der Minusgrade in der Tat sehr fest. „Bei höheren Temperaturen und mit der Zeit werden sie aber flexibler. Mein Wort.“ Eine Erklärung wegen der neuen Containergröße musste auch das Entsorgungsunternehmen Remondis schuldig bleiben. Geschäftsführer Jan Becker: „Wir haben für die Entsorgung unser Angebot abgegeben und den Zuschlag erhalten. Auf die Größe der Behälter hatten auch wir keinen Einfluss.“ Wie SVZ erfuhr, sind die neuen Container von RKD Köln, einem der zehn führenden Dualen Systeme, angefordert und aufgestellt worden. Und dort haben wir seit Tagen leider keinen Zuständigen für eine Stellungnahme ans Telefon bekommen.

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