Schulprojekt in lübz : Mit Kunst die Welt entdecken

Der erste Versuch wird gestartet: Alexander drückt einen rechten Finger in den Ton, Künsterlin Anke Weßling hilft.
Der erste Versuch wird gestartet: Alexander drückt einen rechten Finger in den Ton, Künsterlin Anke Weßling hilft.

Künstler für Schüler: Anke Weßling aus Schwerin arbeitet derzeit mit Lübzer Förderschülern an einem gestalterischen Projekt

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07. April 2017, 12:00 Uhr

Die zweite Stunde neigt sich dem Ende entgegen, doch die Schüler der dritten Klasse an der Förderschule Am Neuen Teich in Lübz sind noch immer begeistert dabei. Lara formt vorsichtig den Ton zu einer rechteckigen Platte. Streicht mit ihren kleinen Fingern immer wieder die Ränder glatt, nimmt ab und an einen Spachtel dazu. „Wir brauchen eine glatte Oberfläche“, erklärt Anke Weßling. Die Künstlerin aus Schwerin ist derzeit an der Lübzer Förderschule zu Gast. „Künstler für Schüler“ lautet das Projekt, bei dem Anke Weßling seit einigen Jahren aktiv mitwirkt. An einer Förderschule Kindern Kunst näher zu bringen, ist schon etwas anderes. Eine kleine Herausforderung. Und normalerweise fährt die Schwerinerin auch nicht ganz so weit. Aber: „Die Lehrerin hat sich so engagiert, da konnte ich einfach nicht Nein sagen“, erklärt sie.

Es geht um die eigene Wahrnehmung. „Wir haben draußen wie drinnen nach Oberflächen gesucht und geschaut, wie diese beschaffen sind“, erzählt die Künstlerin. Es geht um schauen, fühlen, ertasten. Im Klassenraum über der Tafel hängen die ersten Ergebnisse. Mit einer Linolwalze haben die Kinder zum Beispiel Baumstämme, eine Regenrinne... abgewalzt; die Oberflächenstrukturen traten hervor. Für die Mädchen und Jungen eine Besonderheit. „Mit dem Ton wollen wir weitere Abdrücke nehmen“, verdeutlicht Anke Weßling. Auch dafür geht’s nach draußen. „Vielleicht können wir auf dem Parkplatz nach einem Reifenabdruck schauen“, sagt die Künstlerin nach der Pause zu den Kindern, die gerade alle wieder ihr rotes T-Shirt anziehen. Jetzt sehen wieder alle gleich aus. Auch das ist der Künstlerin wichtig; es geht um Teamarbeit. Bevor es wieder nach draußen geht, gibt es zunächst ein anderes Experiment. Anke Weßling hat zwei Plastikschalen mit Ton gefüllt, nur so tief, dass die kleinen Finger der Schüler abtauchen können. Nacheinander stecken die Mädchen und Jungen jeweils einen Finger der rechten und linken Hand in den Ton. Danach gießt Anke Weßling die Schale mit Gips aus. „Jetzt muss geschüttelt werden. Seht ihr die Luftblasen, die aufsteigen. Der Gips läuft jetzt überall in die Löcher“, erklärt sie den Förderschülern. Noch einmal kurz gerüttelt, dann ist auch die letzte Luftblase geplatzt. Jetzt kann das kleine Kunstwerk trocknen. Heraus kommt eine Skulptur der Schüler. „Genau das wollen wir jetzt auch draußen machen“, sagt Anke Weßling.

Lehrerin Babett Wabersinke freut sich über die Abwechslung in ihrem Unterricht: „Ich habe Anke Weßling bei der Nacht der Kulturen in Schwerin kennen gelernt und war begeistert von ihren Arbeiten.“ Malereien und Plastiken bilden den Schwerpunkt der Werke. Die Hartnäckigkeit von Babett Wabersinke hat sich bezahlt gemacht, ihre Schüler sind mit Eifer dabei. Formen ihr Tonrechteck, wickeln es in Frischhaltefolie, sind bereit für die nächsten Abdrücke.

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