saisonstart : Mit ganz viel Liebe zum Detail

Den Startschuss für die diesjährige Museumssaison auf der Plauer Burg gab Dieter Ehrke (l.) mit einer für ihn typischen launigen Rede.
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Den Startschuss für die diesjährige Museumssaison auf der Plauer Burg gab Dieter Ehrke (l.) mit einer für ihn typischen launigen Rede.

Plauer Museumsfreunde eröffneten gestern neue Saison im Burgmuseum / Umfangreiche Ausstellung über den Winter noch erweitert

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03. April 2015, 21:00 Uhr

Gestern vormittag Punkt zehn Uhr fiel der Startschuss für die neue Museumssaison auf der Plauer Burg. Fünf Minuten vor der Angst brachte Erwin Schmidt noch letzte Schildchen an seinen Exponaten – ca. 40 Fotoapparate und jede Menge Zubehör aus der Vorwendezeit – an. Alles Leihgaben von Plauern und Bürgern aus dem Umland, die daheim Altes und Historisches bewahrt haben und es den Museumsfreunden für ihre mittlerweile sehr umfangreiche Ausstellung zur Verfügung stellen. Die findet sich in der zweigeschossigen und in den vergangenen drei Jahren mit Hilfe von Leadermitteln sanierten einstigen Burgscheune und sucht ihresgleichen. Inhaltlich sowieso! Vor allem aber, weil die Regie dieses Plauer Kleinods komplett in der Hand der ehrenamtlichen Museumsfreunde liegt.


Ausstellung offenbart viel Liebe zum Detail


„Im Winter – seit Ende Oktober hatte das Museum geschlossen – haben wir vieles gemacht und es ist uns auch einiges gelungen. Jetzt müssen wir ans Geld verdienen gehen“, sagte Dieter Ehrke in seiner wie gewohnt launigen Eröffnungsrede. Exponate, zumeist Schenkungen von Bürgern, konnten in der Besucher freien Zeit endlich aus dem vereinseigenen Depot geholt und aufgearbeitet werden und schließen nun Lücken in der Ausstellung, die außer den Lokalmatadoren wahrscheinlich kaum einer ausgemacht hätte. Was immer mehr auffällt, ist die Liebe zum Detail – in jeder Ecke und in jedem Winkel. Von den vielen Stunden, die die Museumsfreunde dafür ans Bein banden, redete Ehrke nicht, als er meinte, dass das teuer gewesen sei. Mitgliedern wie Albrecht Reisch sei es zu danken, dass sich die Kosten für Arbeiten an der Präsentation, wie z.B. beim Bau der Holzvitrinen, in Grenzen halten. „Albrecht ist unser Präzisionsarbeiter auf diesem Gebiet“, sagte Ehrke. Und Reisch, dem soviel Lob vor versammelter Mannschaft gestern beinahe ein bisschen viel war, konterte: „Dieter bitte, häng’ es tiefer.“


Langjährige Mitstreiter herzlich verabschiedet


Der Dank ging auch an Erwin Schmidt, der mit seiner Ausstellung zur Fotografie eine neue interessante Facette ins Museum brachte. Dank ging auch an Lothar und Bärbel Ax, die über viele Jahre Führungen auf dem Turm bzw. in der Ausstellung machten. Für Renate Ewald, Museumsfreundin der ersten Stunde, gab es gestern zum Abschied sogar einen Präsentkorb. Auch sie zieht sich zurück und sagte gestern wehmütig: „Ich bin all die Jahre immer gern hier gewesen. Es war einfach schön zu sehen, wie das Museum immer schöner, umfangreicher und interessanter wurde.“

Wenn jetzt auch die neue Saison beginnt und die Museumsfreunde ihre Fahne, auf der steht „Das Burgmuseum ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet“, wieder gehisst haben, haben sie noch immer einen Berg Arbeit vor sich. Und der wartet im Depot. Hier ist immer noch unendlich viel von dem eingelagert, „was uns Bürger mit Herz und Verstand geschenkt haben“, sagte Ehrke. Und Ziel der Vereinsmitglieder ist es, soviel wie möglich davon auch im Museum zu zeigen. Aber das braucht seine Zeit. Zeit, von der die Plauer vielleicht nicht genug haben. Denn da stehen die fünf Millionen im Raum, die in die Neugestaltung des gesamten Burgareals und die Sanierung des Burghauses investiert werden sollen. Wann diese große Maßnahme beginnen wird, steht noch nicht fest. „Beginnt sie morgen, haben wir noch nicht genug gemacht. Startet sie übermorgen, müssen wir laufen. Und selbst, wenn es noch Monate dauert, müssen wir uns ins Zeug legen.“ Ehrke meint wieder das Depot, das im Burghaus untergebracht ist und vor Baubeginn geräumt sein muss.

Ganz neu sind übrigens die beiden Ringe um den Burgturm, die seinen Mauern Stabilität geben sollen. „Bestes poliertes Material“, schmunzelte Ehrke, „da hätte man auch Eheringe draus machen können.“ Aber der Verein sei ja für seine Unikate bekannt. Das erste sei die Turmuhr gewesen. Das zweite sind nun die „Silbernen Turmringe“.


Mindestlohn war bisher kein Thema


Nur am Rande kam die Sprache auf die Einführung des Mindestlohnes. Im Plauer Burgmuseum, dessen Betrieb ganz allein ehrenamtliche Vereinsmitglieder am Leben halten, war das bislang kein Thema. „Die 8,50 Euro können uns treffen, müssen aber nicht. Ich denke wir wirtschaften wie gehabt los.“

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