Natur und Schule : Mit Fledermäusen auf Du und Du

Michael Unmack studiert Naturschutz und Landnutzungsplanung in Neubrandenburg. In dieser Woche endet für ihn das Praxissemester, das er in der Naturparkverwaltung in Karow absolvierte.
Michael Unmack studiert Naturschutz und Landnutzungsplanung in Neubrandenburg. In dieser Woche endet für ihn das Praxissemester, das er in der Naturparkverwaltung in Karow absolvierte.

Michael Unmack absolviert Praxissemester in der Naturparkverwaltung in Karow / An der Seite von Experten genießt er großes Vertrauen

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19. Januar 2016, 08:00 Uhr

Michael Unmack studiert „Naturschutz und Landnutzungsplanung“ an der Hochschule Neubrandenburg. Vier Semester hat der junge Mann geschafft. Im fünften ist er gerade auf der Zielgeraden. Und die führte den Stralsunder seit September letzten Jahres quer durch den Naturschutzpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Diese Woche noch, dann ist auch das erledigt. „In meinem Studiengang ist das fünfte Semester generell ein Praxissemester“, erzählt der 23-Jährige. Nach Neubrandenburg war er 2013 gegangen, weil er in der Region bleiben wollte. Um einen Praktikumsplatz in Karow, dem Sitz der Naturparkverwaltung Nossentiner/Schwinzer Heide, hatte er sich beworben, weil ihn die Weite der Natur und die Vielseitigkeit der Landschaft beeindrucken. „Und weil mir hier Unterkunft gestellt wurde, ich mir nicht erst ein Zimmer oder eine WG suchen musste“, räumt Michael Unmack augenzwinkernd ein. Tür an Tür mit dem derzeitigen FÖJler Tobias Babian wohnt er direkt am Standort. Weit ab vom Schuss, das stimme schon. „Aber mit Auto – und das hab’ ich – ist es bis Schwerin nicht weit, auch in Rostock ist man fix. Das passt schon“, sagt Micha, der auf angenehme Weise jene Ruhe ausstrahlt, die auch der Mecklenburgischen Landschaft so faszinierend eigen ist.

Beworben hatte sich der Stralsunder auf eigene Faust. „Es hatte noch andere gegeben, doch ich habe die Stelle bekommen“, freut er sich. Neugierig auf die Arbeit, auf das Team vor Ort in Karow sei er nach vier theoretischen Semestern gewesen. Und hatte es mit Karow fürwahr gut getroffen. „Anfangs war ich viel mit den Mitarbeitern der Naturparkwacht unterwegs. Mäharbeiten, Mulchen und solche Sachen hatten wir zu erledigen. Später habe ich dann bei der Wasservogelzählung mitgemacht oder auch bei der Fledermauskartierung. Das war mit das Spannendste in den fünf Monaten hier“, sagt Michael. Spannend deshalb, da die Exkursionen zu den kleinen Fliegern – von denen in der Nossentiner/Schwinzer übrigens zehn Arten beheimatet sind – oft zu Bunkern führten. Nicht unerheblich für Michaels Faszination war aber auch der Mentor. Denn manchmal kartierte er an der Seite von Ralf Koch. In der Region des Naturparks und auch darüber hinaus ist der Woostener nicht nur ein viel gefragter Naturschutzfachmann, sondern eben auch Fledermausexperte. Heute weiß der Stralsunder, dass sich Ralf Koch als Fördervereinsvorsitzender seit Jahren für die Schaffung und Erhaltung optimaler Lebensbedingungen und geeigneter Sommer- und Winterquartiere der Fledermäuse einsetzt. Ein Engagement, dass den jungen Mann, der seine berufliche Zukunft ganz sicher irgendwo im Natur- oder Umweltschutz sieht, ehrlich beeindruckte.

Momentan finden die Studien des Praktikanten weniger im Freien als vielmehr in der Mansarde der Naturparkverwaltung statt. Hunderte Fotos sind zu archivieren, die Michael für sein weiteres Studium verwenden möchte, „weil das viel persönlicher und schöner sei, als Bildmaterial aus dem Internet zu ziehen“. Auch hat er im sogenannten GIS – Geoinformationssystem – die grafische Darstellung aller von ihm erfassten Bäume im Naturpark nachbereitet. Eine Aufgabe, die dem Stralsunder in die Hände spielte. „GIS hatten wir im ersten Semester. Es war gut, es wieder mal aufzufrischen und es hat wirklich Spaß gemacht“, sagt Michael Unmack. Drei Tage vor Praktikumsende verrät er auch, was ihm hier in Karow besonders imponierte: „Ich habe viele Aufgaben übertragen bekommen und hatte bei der Erledigung oft freie Hand. Die Naturparkwacht und die beiden Chefs haben Verantwortung delegiert. Und es fühlt sich gut an, wenn man als Student, als Praktikant so viel Vertrauen entgegengebracht bekommt.“

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