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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

17. Dezember 2017 | 05:30 Uhr

Spargelzeit in Plau : Mit der Spinne auf dem Acker

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Mit neuer Technik sind Manuela und Michael Reichelt vom Bauernhof am Heidensee in Quetzin in die Spargelsaison 2016 gestartet

von
erstellt am 17.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Vorsichtig zieht der junge Mann an der Leine. Das Gefährt setzt sich in Bewegung, steuert auf den Spargeldamm zu. Dann Halt. Der Erntehelfer legt die Folie auf die Führungsrinne, weiter geht’s. Jetzt hat der junge Mann freie Hand, um das Edelgemüse, das unter der Folie wächst, zu ernten. Erneut zieht er leicht an der Leine, die sogenannte Spargelspinne fährt weiter, hebt dabei die Folie an, führt sie in zirka 1,20 Meter Höhe über die Rinne zum Ende der Maschine. Dort legt sich die Folie wieder vorsichtig auf dem Damm nieder. Der nächste Spargel kann wachsen. So geht es Reihe für Reihe – mit der Spargelspinne auf dem Acker des Bauernhofes am Heidensee. Vier Spinnen sind nicht nur Helfer, sondern vor allem neueste Errungenschaft. „Mit den Spargelspinnen kann erheblich mehr geschafft werden“, erzählt Michael Reichelt.

Die Spargelsaison lief zunächst schleppend an – zu kalt, zu feucht im März und April. Doch jetzt läuft es: 1,5 Tonnen pro Tag werden gestochen. „Mittlerweile haben wir  auch die ersten Kunden in Plau am See, die ersten Hotels und Gaststätten“, erzählt Michael Reichelt und freut sich darüber. Sein Spargel ist gefragt – von Plau über Heiligendamm bis nach Kühlungsborn. „In Kühlungsborn haben wir mittlerweile 22 Kunden“. Hotels wie Gaststätten.

Damm für Damm bewegt sich die Spinne fort. Rauf und wieder runter. Bis das gesamte Elfenbein abgeerntet ist. Dann geht’s in Kisten und auf einem Trecker weiter. In der Spargelhalle warten vier Frauen. Hier ist es kühl. Wasser sammelt sich auf dem Boden und Spargelabfälle. Denn hier wird der frisch gestochene Spargel gesäubert, sortiert, geschält, verpackt. „Wir haben auch eine neue Sortiermaschine gekauft. Neben der Schälmaschine ist diese ebenfalls goldwert“, verdeutlicht Michael Reichelt, der Spargel-Experte aus Quetzin. Nicht nur in Technik, die in dieser Woche wohl noch um eine neue Kühlungsanlage erweitert wird, hat Familie Reichelt investiert. Sondern auch in neue Verkaufsbuden. „Die habe ich im Allgäu gesehen. Sie bestehen aus geleimten Platten, die Verarbeitung ist sehr gut. Und gut aussehen, das tun sie auch noch“, sagt der Quetziner. Ein Komplettpaket also, die Spargelhütten.

Wer den mit Kastanien gesäumten Weg zum Bauernhof am Heidensee fährt, bekommt im Hofladen nicht nur Spargel – in Weiß und Grün. Sondern auch Wurst- und Fleischspezialitäten. „Zu unseren vier Sauen haben wir einen Eber dazu geholt.“ Gemästet wird hier kein Schwein. Darauf legen Manuela und Michael Reichelt großen Wert. „Unsere Schweine werden erst mit 18,19 Monaten geschlachtet – vorher nicht.“ Es kommt eben auf Qualität an – wie beim Spargel.  Und diesen gibt es bei Reichelts aus Quetzin direkt an der B103 noch bis zum Johannistag. Bis zum 24. Juni krabbelt die Spinne den Acker rauf und wieder runter.

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