Umwelt : Mit den Bienen stirbt das Leben

Uwe Polak hat von 2015 zu 2016 über 50 Prozent seiner Bienenvölker verloren.
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Uwe Polak hat von 2015 zu 2016 über 50 Prozent seiner Bienenvölker verloren.

Imker Uwe Polak sieht massiven Einsatz von Pestiziden als große Gefahr. ALDI verlangt von Produzenten Ausschluss der gefährlichen Stoffe

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15. August 2016, 05:00 Uhr

Ein Gespräch mit Uwe Polak – interessant und erschütternd zugleich. Dem zertifizierten Bio-Imker zufolge haben seine Kollegen von 2014 zu 2015 landesweit über 50 Prozent ihrer Bienenvölker verloren, ihn traf es ein Jahr später. Im Sommer, wenn die Blüten bestäubt werden, besteht ein Volk aus 60 000 bis 80 000 Tieren, deren Zahl im Winter auf bis zu 15 000 zurückgeht. „Wer große Verluste hat, meldet dies in der Regel jedoch nicht, ist nicht ehrlich“, berichtet der Kreiener. „Doch wer so handelt, schadet sich massiv selbst.“

Das Ausmaß des Bienensterbens berechnet das so genannte Fachzentrum für Bienen und Imkerei im rheinland-pfälzischen Mayen. An der Befragung beteiligten sich jedoch nur rund neun Prozent der deutschen Imker, die etwa 16 Prozent der Bienenvölker besitzen. „Deshalb entspricht die Statistik meiner Meinung nach in keinster Weise der Realität. Die Lage hat sich nicht gebessert und ich gehe davon aus, dass sie in Wirklichkeit noch schlimmer ist“, sagt Polak.

Das große Sterben sei auch nach seiner Meinung vor allem auf den massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zurück zu führen, ohne diese für alle Probleme verantwortlich zu machen. Auch im Imkerverein Lübz und Umgebung werde immer wieder über die Ursachen der großen Verluste diskutiert. Tatsächlich haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz und der Goethe-Universität in Frankfurt am Main einen nach eigenen Angaben bisher unbekannten Auslöser entschlüsselt, der einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von drei Neonikotinoiden (hochwirksame Insektizide) und dem Bienensterben belege (Quelle: Universitätsmedizin Mainz).

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