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17. Lanz-Bulldog-Treffen : Mit acht PS nach Quetzin getuckert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Historische Dampfmaschine von 1900 war Hingucker beim 17. Lanz-Bulldog-Treffen auf dem Hof von Familie Reichelt

Die Ausfahrt der Traktoren vom Gelände des Bauernhofes Reichelt in Quetzin nach Plau am See war am Sonnabendvormittag sicher ein Höhepunkt des Oldtimer- und Traktorentreffens 2017, das am Freitagabend mit einem gemütlichen Zusammensein der angereisten Oldtimerbesitzer begann. Am Wochenende strömten dann tausende Besucher herbei, um die alte Technik zu bewundern. Was gab es da nicht alles zu sehen: DDR-Autos, Motorräder, Großlandwirtschaftsmaschinen, eine 8-PS-Dampfmaschine der Maschinenfabrik Rehau von 1900, die eine Drehbank antrieb, eine 12-PS-Lokomobile der Maschinenfabrik Badenia Weinheim von 1923, die dafür sorgte, dass mechanisches Holzhacken vorgeführt werden konnte. Beide dampfgetriebene Kolbenmaschinen gehören dem Förderverein Dampfmaschinenmuseum Hanau-Großauheim, der sich schon seit Jahren am Oldtimertreffen beteiligt.

Im Mittelpunkt aber standen die Traktoren, deren plattdeutscher Begriff „Trecker“ (Zieher) ebenso geläufig ist. Vertreten waren u. a. Modelle von Fendt, Eicher, Deutz, McCormick, Hürlimann, Massey Ferguson, MAN, Guldner, Hanomag, Renault, Holder, Primus, Belarus, ZT 300, Ursus, K 700. Immer wieder im Mittelpunkt waren die vielen Lanz-Bulldog, faktisch „das“ Symbol eines in Deutschland hergestellten Traktors. „Lanz Bulldog“ war die Verkaufsbezeichnung für Ackerschlepper, die ab 1921 bis 1957 von der Heinrich Lanz AG in Mannheim gefertigt wurden. Durch diese Traktoren wurde der Name Bulldog als umgangssprachlicher Gattungsname für einen Ackerschlepper geprägt.

Etliche Traktorenbesitzer schwangen sich in den Sattel und fuhren zur Freude der Gäste Runden auf dem Gelände, auf dem nicht nur die gastronomische Versorgung gesichert war, sondern auf einem Teile- und Flohmarkt die für Bastler noch nötigen, aber fehlenden Ersatzteile erstanden werden konnten. Verschiedene Wettbewerbe und Vorführungen mit und ohne Traktor sorgten für Abwechslung. So musste ein Bierglas, stehend von einem Beifahrer über dem Kopf des Treckerfahrers gehalten, möglichst schnell und sicher über eine Wegstrecke transportiert werden.

Jürgen Flegel aus Warsow bei Schwerin war zum dritten Mal zum Quetziner Treffen gekommen. Dazu fuhr er sechseinhalb Stunden mit seinem 20-PS-MIAG Diesel, 1939 in Braunschweig gebaut, bis er ankam, denn mehr als 18 Stundenkilometer macht der Trecker nicht, den er seit 30 Jahren besitzt. „Man kann hier viele alte außergewöhnliche Fahrzeuge bewundern, denen man ansieht, dass da viel Arbeit drinsteckt“, meint Sohn Hannes. Ihr Fahrzeug ist noch immer ein „Arbeitstier“: „Wir pflügen mit ihm, fahren Holz damit.“ Diethelm Nöding aus Seetz bei Perleberg kam das erste Mal nach Quetzin mit seinem 24-PS-Deutz von 1958, der seit drei Jahren in seinem Besitz ist. Auch dieser Trecker fährt nur 18 Stundenkilometer, ist aber zuverlässig beim Gras mähen, Heu wenden und Holz holen, wozu er immer noch im Einsatz ist. Das Treffen findet Nöding „sehr gut, aber zu groß. Es ist ein wenig unübersichtlich, einfach zu viele hier.“ Eckhard Gedigk aus Meierberg zwischen Burow und Gischow bekennt: „Ich war fast bei jedem Treffen hier dabei.“ Er hat mehrere Traktoren mitgebracht, darunter ein 20-PS-Lanz-Bulldog von 1938. „Das mit den Traktoren ist wie eine kleine Sucht, man kann nicht genug davon bekommen. Das Treffen ist gut, man kommt mit vielen Älteren, die die alte Technik von früher noch kennen, ins Gespräch.“

 

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