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Im Kreuzverhör : Mit 60 nochmal den Jakobsweg pilgern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Seit 2010 ist Gerlind Schmitz Pflegedienstleiterin in der DRK-Sozialstation in Parchim. Die Arbeit mit Menschen und die Zeit mit ihren Töchtern liegen ihr am Herzen.

„Für mich war immer klar, dass ich mit Menschen arbeiten will“, sagt Gerlind Schmitz, Pflegedienstleiterin der DRK-Sozialstation in Parchim und fügt hinzu: „Wahrscheinlich sagt das jeder, der sich für einen pflegerischen Beruf entschieden hat, aber das muss meiner Meinung nach auch so sein.“

Die gebürtige Ludwigslusterin lebt bereits seit 1969 in Parchim und fühlt sich hier zu Hause. „Natürlich fahre ich gerne zu meinen Töchtern nach Frankfurt am Main und Hamburg oder auch nach Schwerin, wo ich meine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht habe, aber hier habe ich mein Häuschen im Grünen und meine Arbeit“, resümiert die 51-Jährige.
In der Parchimer Sozialstation arbeite sie seit 2010. Hier habe sie ein tolles Team unter sich. Engagierte und motivierte Kolleginnen, die sich mit viel Herzblut um die rund 100 Patienten kümmern. „Obwohl ich in der Hauptsache für die Organisation verantwortlich bin, fahre ich auch immer noch gerne persönlich zu den Patienten“, sagt Gerlind Schmitz und fügt hinzu: „Ich liebe meinen Beruf und möchte mir die Arbeit am Patienten nicht nehmen lassen.“

Jetzt beantwortet die engagierte Pflegedienstleiterin SVZ-Volontärin Caroline Weißert die 20 Fragen zum Wochenende.

 

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Wenn ich ehrlich bin: zu Hause auf meiner Terrasse. Was die Region betrifft, zieht es mich immer wieder ans Meer, dass war schon als kleines Mädchen so.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort ändern?

Eine konkrete Idee habe ich da nicht, aber ich würde mich freuen, wenn es gelingen Würde, die Innenstadt wieder zu beleben. Auch attraktivere Arbeitsplätze würde ich mir wünschen, damit auch junge Menschen in der Region wieder sesshaft werden. Natürlich kann das nicht allein durch einen Bürgermeister geleistet werden. Ich bin aber sehr traurig, dass Bernd Rolly bald kein Bürgermeister mehr ist – er gehört zu Parchim und ich kann mir kaum vorstellen, wer ihn ersetzen soll.

Wo kann man sie in der Region am ehesten antreffen?

Am ehesten natürlich auf der Arbeit. In meiner kleinen Schaltzentrale im Juri-Gagarin-Ring 2. Gerne bin ich aber auch zu Hause umringt von meiner Familie – ich brauche einfach liebe Menschen um mich herum, um glücklich zu sein.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Bei zahlreichen Ferienjobs im Hydraulikwerk. Die meisten meiner Mitschüler wollten im Büro arbeiten, aber das war mir zu langweilig. Die Produktion hat mir viel größeren Spaß bereitet.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Zusammen mit meinem Jugendweihe-Geld habe ich mir davon ein knallgrünes Minifahrrad gekauft. Meine Freundin Carola hatte das gleiche. Zusammen haben wir dann die Stadt unsicher gemacht. Manchmal sind wir sogar bis Slate oder sogar Neustadt-Glewe geradelt.

Was würden Sie gerne können?

Leider bin ich nicht sehr kreativ – davon würde ich mir manchmal etwas mehr wünschen. Auch ein grüner Daumen wäre toll, denn obwohl ich aus einer Kleingärtnerfamilie komme, gelingt mir das nicht so gut. Ich hätte aber schon gerne ein Kräuterbeet – vielleicht, wenn ich Rentnerin bin.

Was stört Sie an anderen?

Unpünktlichkeit mag ich gar nicht, auch fehlt mir bei vielen Menschen oft die Achtung vor bestimmten Dingen und Scheinheiligkeit finde ich unschön. Ich selbst versuche immer offen zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Kürzlich war ich beim „Cirque du Soleil“ in Hamburg. Das war ganz fantastisch und als der Clown einen Mann aus dem Publikum holte, der ganz toll mitmachte, konnte ich mich vor lachen kaum halten.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Manchmal kaufe ich mir Schuhe, obwohl ich sie eigentlich gar nicht brauche. Schuhe kann ich aber immer kaufen – typisch Frau eben.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Wenn ich mich so zurück erinnere, dann war das früher Kosmonaut Sigmund Jähn. Als Kind habe ich gedacht, ein Held müsse so sein wie er. Heute habe ich aber keinen bestimmten Helden mehr.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich bin ein totaler Krimifan und lese daher gerade „Leichenblässe“ von Simon Beckett. Ich habe schon als Kind viel gelesen – damals noch heimlich unter der Bettdecke – und heute werden die Bücher im gesamten Familien- und Freundeskreis herum gereicht.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Ich gucke für mein Leben gerne Tatort. Die Folgen mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers verpasse ich nie.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Beides. Natürlich gucke ich gerade die Fußball-WM, obwohl ich kein ausgesprochenen Fußballfan bin. Wintersport – besonders Biathlon – schaue ich ebenfalls sehr gerne. Ich bin aber auch selbst sehr aktiv: tanze Zumba und Linedance, fahre Fahrrad oder laufe. Für mich ist das ein schöner Ausgleich zum Büroalltag.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Joachim Gauck. Allerdings würde ich nicht mit ihm über seine Karriere, sondern über seine Erfahrungen während der Wendezeit sprechen.

Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann beiIhnen auf den Tisch?

Ich esse unwahrscheinlich gerne Brötchen – trocken auf die Hand und frisch von Bäcker. Zu Hause mag ich besonders die schnelle Küche, aber Fastfood kommt bei mir nicht auf den Tisch.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Ich habe meinen Töchtern Anica und Dajana mal zu Weihnachten eine CD der Kelly Family geschenkt. Die Musik hat uns so begeistert, dass wir auf unzählige Konzerte gefahren sind – eine tolle Zeit.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Zu meinem 50. Geburtstag haben mir meine Mädels eine gemeinsame Kurzreise nach Barcelona geschenkt. Eine tolle Stadt. Gerne würde ich dort wieder hinreisen.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Irgendwann möchte ich gerne in die Karibik. Eine Rundreise von Insel zu Insel gemeinsam mit meinen Töchtern wäre toll.

Wo machen sie am liebsten Urlaub?

Früher war ich viel an der Ostsee – dort bin ich auch heute noch gerne, aber seit einigen Jahren wandere ich auch sehr gerne. Im vergangenen Jahr habe ich mich dann mit drei Freundinnen zusammengeschlossen und wir sind gemeinsam die halbe Strecke des Jakobwegs in Spanien von Leon bis Santiago des Compostela gepilgert – ein tolles Erlebnis. Ich könnte mir gut vorstellen, dass in zehn Jahren zu wiederholen – dann vielleicht sogar die gesamte Strecke der Via de la Plata.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Ich finde mit diesen Fragen sollten ältere, aktive Menschen, die im Ehrenamt oder Beruf etwas leisten, ins richtige Licht gerückt werden.

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erstellt am 28.Jun.2014 | 08:30 Uhr

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