zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. Oktober 2017 | 01:03 Uhr

Baugeschehen : Mit 300 Kilogramm zu mehr Platz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH Lübz investiert 500 000 Euro in die Vergrößerung von rund 100 Balkonen an Plattenbauten.

von
erstellt am 18.Jan.2017 | 19:00 Uhr

Benjamin Klein muss sehr viel Vertrauen in vier Stahlketten haben, denn an ihnen hängt eine 300 Kilogramm schwere Platte, die direkt über seinem Kopf schwebt – 3,40 mal 1,60 Meter groß. Es ist genau das Maß, auf das gegenwärtig die Balkone der Häuser Scharnhorststraße 11 bis 13 vergrößert werden, von einst gut drei auf über fünf Quadratmeter.

Den neuen Untergrund bilden hochverdichtete, deshalb wasserabweisende und nach außen mit einer Abschlusskante aus violett lackiertem Aluminiumblech versehene Holzfaserplatten, die mit einer Trittfläche aus Kunststoff beschichtet sind. Sie ist rauh, um Schutz gegen Ausrutschen zu bieten. Die in Stapeln angelieferten Elemente werden Stück für Stück an den Ecken in die Tragketten eingehängt und dann nacheinander mit einem über 30 Meter hohen 50-Tonnen-Kran bis zu jedem Balkon in die Höhe gezogen – egal, ob im Hochparterre oder zweiten Stockwerk gelegen. Von einer externen Arbeitsbühne aus besorgt Benjamin Klein dann die Feinheiten, dreht die Platte und passt sie vor jeder Wohnung in die Fassadenlücke ein, wozu auch Kommandos wie „Hoch!“ oder „Runter!“ gehören. Wer zuschaut, merkt den Monteuren die Professionalität an, so dass jeder Einbau letztlich nur ein paar Minuten dauert. Schon Mitte kommender Woche soll der Kran seine Arbeit komplett verrichtet haben.

Vor den jetzt laufenden Arbeiten war es erforderlich, die alten, alle Balkone nach außen hin begrenzenden Wände zu entfernen. Um das Risiko auszuschließen, dass ein Mieter in dieser Zeit in die Tiefe stürzt, wurde vor alle Balkontüren von außen eine große Platte gesetzt, die einen Austritt verhindert.

Die 36 der Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH Lübz (WVL) gehörenden Wohnungen in der Scharnhorstraße sind die ersten ihrer Art, die seit der Erbauung zu DDR-Zeiten zwar schon einen Balkon hatten, der jedoch zu klein gewesen sei, um darauf beispielsweise mit mehreren Leuten zu sitzen, sagt Ronald Schmelter, stellvertretender Geschäftsführer der WVL. Diegleiche Maßnahme sei in diesem Jahr noch für 72 weitere Wohnungen in den Häusern Hinter der Wohrte 12 bis 14 und Thomas-Mann-Straße 1 bis 3 geplant. Wenn sie entsprechend Anklang findet, wovon fest auszugehen sei, könne man in Zukunft eventuell noch mehr einbeziehen – immer jedoch den Haushalt genau im Auge behaltend, denn jede einzelne Balkonvergrößerung kostet rund 5000 Euro. Daraus ergibt sich 2017 nur für diesen Bereich eine Investition in Höhe von etwa einer halben Million Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen