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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. September 2017 | 16:50 Uhr

Verkehrs-Aktionstag : Mit 0,8 Promille auf der Straße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Schüler der Regionalen Schule Lübz testen ihre Reaktionen im Straßenverkehr. Ihre Selbstversuche sollen präventiv wirken.

von
erstellt am 23.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Langsam nimmt Thomas Röhl die dicke Brille von seinen Augen, als das Auto steht. Der 18-Jährige, der erst vor kurzem seinen Führerschein gemacht hat, nahm an einem erschwerten Fahrtraining auf dem Parkplatz an der Regionalen Schule Lübz teil. Die Aufgabe: Mit einer Rauschbrille, die ein Gefühl von 0,8 Promille Alkohol im Körper erzeugt, einen Slalom um aufgestellte Verkehrskegel fahren. „Es war sehr ungewohnt“ erzählt der Schüler. „Ich habe sehr wenig gesehen und war ziemlich eingeschränkt. Zuerst hatte ich überhaupt kein Gefühl, wo ich war.“


Viele Jugendliche überschätzen sich


Diese Situation, mit Alkohol im Blut noch ein Auto fahren zu können, unterschätzen viele Jugendliche. Junge Fahrer sind eine Hochrisikogruppe im Straßenverkehr. Laut Statistischem Bundesamt fällt nahezu jeder fünfte Verletzte und Getötete in die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen. Fahranfängern fehle vor allem die Übung und Erfahrung im Umgang mit ihren Autos. Sie schätzen häufig viele Verkehrssituationen nicht richtig ein. Dieser Meinung ist auch Daniel Marschall, der eine Fahrschule in Lübz betreibt. „Es ist richtig, dass die Gesetzeshüter 0,0 Promille fordern. Jugendliche überschätzen sich zu schnell“, so der Fahrlehrer. Er stellte eines seiner Fahrzeuge für die Übung auf dem Parkplatz zur Verfügung. „Wenn man sich vorstellt, jeder Verkehrskegel wäre ein Mensch, dann hätte Thomas jetzt einen umgefahren. Und der Schüler vor ihm sogar drei.“


Prävention durch Selbsterkennung


Der Verkehrs-Aktionstag an der Lübzer Schule wurde von der Barmer GEK initiiert und durchgeführt. „Wir wollen nicht mit erhobenen Zeigefinger auf die Jugendlichen zugehen. Sie sollen es selbst ausprobieren und aus den Erfahrungen lernen“, erzählt Berziksgeschäftsführerin Manja Steinke. In der Schule wurden insgesamt drei Stationen aufgebaut, die sich mit der Sicherheit im Straßenverkehr befassen. Neben dem Fahrtraining auf dem Parkplatz mit einer Rauschbrille von 0,8 Promille, konnten die Schüler zudem ihre Reaktionen mit Rauschbrillen von über einer Promille testen. In einer weiteren Station wurde eine Prüfungssituation nachstellt. „Hier können die Schüler die Theorieprüfung vom Führerschein nachspielen“, so Steinke. Wichtig sei den Initiatoren vor allem, dass die Jugendlichen selbst sehen, welche Auswirkungen Alkohol und Drogen auf das eigene Verhalten haben. Vor allem in diesem Alter sei diese Art der Prävention sehr notwendig. Der Großteil der Schüler, die am Verkehrs-Aktionstag teilnahmen, befinden sich gerade mitten in der Schulung zum Führerschein oder stehen kurz vor der praktischen Prüfung.



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