klassenraum in karbow : Milch - der älteste Energy-Drink

Da staunen die Kinder nicht schlecht, wie hoch eine Maissilage-Wand doch sein kann.  Fotos: sabrina panknin
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Da staunen die Kinder nicht schlecht, wie hoch eine Maissilage-Wand doch sein kann. Fotos: sabrina panknin

Sachkundeunterricht der 3b der Lübzer Grundschule einmal anders: Und zwar bei der Karbower Agrargenossenschaft

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13. Mai 2017, 12:00 Uhr

Butter, Käse, Joghurt, Schokolade... „Milch ist in vielen Produkten drin“, erklärt Siegfried Schwager, Geschäftsführer der Karbower Agrargenossenschaft e.G., den Schülern der 3b der Lübzer Grundschule. Sachkundeunterricht bei Marion Behnke einmal anders. Sogar in Traubenzucker ist ein wenig Milchpulver enthalten. Wie das aussieht, das lernen die Kinder an diesem Vormittag auf dem landwirtschaftlichen Betrieb auch kennen. „Herr Schwager hatte es angeboten, dass er uns den Betrieb einmal zeigt“, erzählt Klassenleiterin Marion Behnke. Beeindruckt sind Schüler wie Lehrer von der Vielfalt des Betriebes, aber auch Siegfried Schwager kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Die wissen schon eine ganze Menge, sind sehr gut vorbereitet“, sagt er über die Mädchen und Jungen. Unter ihnen auch sein Sohn Carlo. Er kennt den Betrieb natürlich schon aus dem Effeff, nimmt an dem Ausflug dennoch teil. Schließlich ist Unterricht.

Im Kuhstall werden die Schüler leiser, sind beeindruckt von den 265 Kühen, die dort stehen, fressen, sich ausruhen, sich schuppern... „Unsere Kühe bekommen unterschiedliches Futter. Die Kühe, die gerade ein Kalb bekommen haben, bekommen anderes Futter“, erklärt der Geschäftsführer. Aber welches Futter bekommen Kühe überhaupt? „Silage, Kraftfutter...“ Genau. „Und was ist Silage?“ Silage oder auch Gärfutter genannt, ist konserviertes Futtermittel für Nutztiere; konserviert wird es mittels Milchsäuregärung. Die Karbower Kühe bekommen Silage aus Mais, Gras und Kraftfutter. Nur davon nicht zuviel. „Kühe brauchen ganz viel Kraft, um Milch geben zu können. Das Kraftfutter besteht bei uns aus Roggen, Erbsen, Raps und Mineralien“, erzählt Siegfried Schwager. Kraftfutter allein wäre für die Kuh nicht gut. „Sie hat vier Mägen, ist ein Wiederkäuer. Deshalb liegen die Kühe auch oft. Wenn sie liegen und kauen, geht es ihnen gut“, sagt der Landwirt.

Insgesamt 17 Mitarbeiter arbeiten bei der Karbower Agrar eG. Die Melker stehen bereits morgens um drei Uhr im Melkstall. Für die Kinder kaum zu glauben, dass so früh bereits gearbeitet wird. Doch die 265 Kühe müssen gemolken werden, zweimal am Tag. Einige geben 40, andere 33 Liter. Auch da gibt es Unterschiede.

Ganz aus dem Häuschen sind die Schüler, als es zu den Kälbern geht. Sie sind gerade mal eine Woche alt. Es sind Bullen, die werden in der kommenden Woche verkauft. „Wir setzen vor allem auf Mädchen, weil wir Milch produzieren“, erklärt Siegfried Schwager. Und was wird aus der Karbower Milch? Ganz einfach: Käse. Und dieser wird nach Russland, Italien oder China exportiert – in die große weite Welt also. Und wie die Milch aus Karbow schmeckt, haben die Kinder gleich vor Ort getestet. Mmmmh, lecker. „Irgendwie anders, frischer“, sagt Stella nach ihrer Kostprobe. Mehr als 400 verschiedene Fettsäuren stecken in der weißen Flüssigkeit, Spurenelemente wie Kalzium und Magnesium sowie Vitamine machen sie – laut Siegfried Schwager – zum ältesten „Energy-Drink der Welt.“  

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