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Karneval in MV : Melinas Königsdisziplin - der Spagat

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Seit zwei Jahren ist die Schülerin nun schon das Tanzmariechen des Goldberger Karnevalclubs. Montags wird dafür hart trainiert.

von
erstellt am 13.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Musik ertönt in der kleinen Turnhalle in Goldberg. Hier wird Sport gemacht – und getanzt. Melina Piper hat Training. Gemeinsam mit Nicole Dahl. Die Zehnjährige läuft von einer Turnhallenseite zur anderen, aber nicht einfach locker. Sondern mit Übungen und hochkonzentriert. Das ist Hochleistungssport. Die Beine sind lang, ein Fuß schwebt immer über dem Boden, der andere hat Bodenkontakt. Bis in die Zehenspitzen sind die Beine gestreckt. „Nicht den Boden berühren“, ruft Nicole Dahl. Sofort setzt Melina die Anweisung ihrer Trainerin um. Seit zwei Jahren nun ist die Zehnjährige das Tanzmariechen des Goldberger Karnevalclubs. „Ich fand Karneval schon immer cool“, erzählt sie und lächelt – noch ein wenig zurückhaltend.

Hampelmänner, Kniebeugen, Liegestützen... runden die Aufwärmphase ab. Dann geht’s ans Dehnen. Vorsichtig dehnt Melina Piper ihre Zehenspitzen. Die Beine ausgestreckt – bis in die Zehenspitzen. Vorsichtig drückt Trainerin Nicole nach. Dann kommt Melinas langersehntes Weihnachtsgeschenk zum Einsatz. Ein Theraband. Zuerst legt sie das eine Ende unter den linken Fuß, dann untern rechten. Jetzt macht Melina einen Spagat. Das Tanzmariechen aus Goldberg ist gelenkig. „Vor ein paar Jahren noch hätte niemand gedacht, dass aus Melina mal ein Tanzmariechen wird“, erzählt Nicole Dahl. Ein Beweisvideo ihrer Eltern zeigen Melinas erste Karnevalstänze. Seit 2013 ist die Schülerin Mitglied im GKC ’94 – bei der Minigarde und als Tanzmariechen.

Das langersehnte Weihnachtsgeschenk kommt beim Training gleich zum Einsatz: Mit Hilfe eines Therabandes übt Melina Piper den Spagat. Foto: Sabrina Panknin
Das langersehnte Weihnachtsgeschenk kommt beim Training gleich zum Einsatz: Mit Hilfe eines Therabandes übt Melina Piper den Spagat. Foto: Sabrina Panknin
 

Montags wird sie allein trainiert, freitags ist die Minigarde dran. Mittendrin wieder Melina und Trainerin Nicole Dahl. „Als wir das Potential von Melina erkannten, fehlte noch ein Trainer. Aber so ein Talent wollten wir definitiv nicht sitzen lassen. Deshalb habe ich auch das Einzeltraining von Melina übernommen“, erklärt Nicole.

Handstand, Radschlag, Überschlag, Spagat... Übungen, die Melina aus dem Effeff beherrscht. Und täglich trainiert. Auch schon mal in der heimischen Küche. „Na, erzähl“, sagt Nicole, „stillsitzen kannst du doch gar nicht. Das verrät Mutti mir immer.“ Beide lächeln. Sie sind ein gutes Team. Wenn Schrittfolgen nicht klappen, dann wird gemeinsam geändert. „Wir bestärken uns gegenseitig“, sagt Nicole. Pausen vom Karneval gibt’s nur wenige. „Ohne Karneval geht’s nicht für mich“, erzählt Melina. Gern würde sie selbst einmal ein Tanzmariechen trainieren so wie Nicole Dahl.

Mittlerweile sind auch die Eltern engagiert. „Der Papa hatte am Anfang nichts am Hut mit Karneval“, verrät Nicole. Melinas Mutti hilft jetzt sogar bei der Minigarde mit. Und bei Auftritten ihrer Tochter sind sie vorne auch mit dabei. Wie im vergangenen Jahr, als Melina Piper bei ihrem ersten großen Wettbewerb gleich den ersten Platz in ihrer Altersklasse belegt hat. „Wir haben mit allem gerechnet“, sagt Nicole Dahl. Stolz ist Melina auf ihre Leistung beim Landesturnier in Demen noch heute. Doch der Weg dorthin war hartes Training. „Karneval muss einfach sein“, sagt Melina. Dann geht sie wieder in Position: Einmarsch – es ist Trainingszeit beim Tanzmariechen vom GKC ’94. 


 

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