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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 06:22 Uhr

Politik : „Mein größter Respekt für Sie!“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und der Direktkandidat der Linken im Wahlkreis 13 zeigten sich bei seinem Besuch vom Lübzer Mehrgenerationenhaus begeistert.

von
erstellt am 24.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Hoher politischer Besuch im Lübzer Mehrgenerationenhaus (MGH): Auf ihrer Wahlkampftour machten Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und Parteikollege Horst Krumpen, Direktkandidat der Linken für den Wahlkreis 13, auch hier Station, um sich eigenen Worten zufolge einmal selbst ein Bild von sozialer Arbeit auf lokaler Ebene zu machen. Resümee der Politikerin: „Ich habe hier mit Nutzern nahezu jeden Alters und ehren- wie hauptamtlichen Mitarbeitern sprechen können und bin beeindruckt – mein größter Respekt, so etwas im ländlichen Raum vorzuhalten!“ Wichtig sei allerdings, das Ehrenamt nicht allein zu lassen. Und die Regelung, dass selbst für hauptamtlich Beschäftigte oft ein Ende der Beschäftigungszeit abzusehen ist, sei unhaltbar. Ein-Euro-Jobber etwa, für die alles nach drei Monaten vorbei ist – viele wollten auch laut Kerstin Lorenz, Teamleiterin im Lübzer MGH, von sich aus gern länger bleiben, ohne es zu können – sollte es gar nicht mehr geben. In einem ersten Schritt müssten zumindest die Fristen verlängert werden.

Die Einrichtung Mehrgenerationenhaus sei ursprünglich auf Bundesebene erfunden worden. „Ich hatte mehrere Debatten zu diesem Thema zu leiten“, sagt Petra Pau. „Auch dabei habe ich gemerkt, dass wir für diesen Bereich dringend ein die Handelnden stärkendes Konzept brauchen.“

Man dürfe gerade bei Mehrgenerationenhäusern „keine einzelnen Leuchttürme schaffen, bei denen das Licht ausgehe, wenn man ihnen die Unterstützung entziehe, meint Krumpen. Jede Altersgruppe unserer immer älter werdenden Gesellschaft wolle noch am Leben teilnehmen, wofür gerade auch Mehrgenerationenhäuser eine besonders wichtige Rolle spielten – vorausgesetzt, sie seien auf breiter Ebene vertreten. Auf die Besucher unterschiedlichsten Alters bezogen äußerte Kerstin Lorenz, dass zum Beispiel Enkel Senioren in die Einrichtung bringen.

Krumpen bezeichnete die soziale Gemeinschaft im MGH als „Kette, die zusammenhält“, wobei dies nicht in jeder Einrichtung der Fall sei, wie er aus diversen Besichtigungen wisse: „Es gibt natürlich auch in diesem Bereich ganz andere Beispiele. So gut wie hier funktioniert es nur, wenn der Einsatz stimmt. Und in Lübz ist Herblut drin. Da haben wir uns überzeugt.“

Weil ein Mehrgenerationenhaus mit Geld vom Steuerzahler letztlich aus allen Ebenen (EU, Bund, Land und Kreis) gefördert werde, stehe es besonders unter Druck, müsse sich ständig vor allem dem Kreis gegenüber rechtfertigen, den Erfolg nachweisen – in der Regel mehr, als es zum Beispiel eine städtische Einrichtung tun müsse, für die es meist einen festen Etat gebe. Im Lübzer MGH arbeiten zwei Pädagogen (davon einer über die Stadt), ein Projektmitarbeiter, drei Ein-Euro-Jobber, fünf Mitarbeiter über soziale Teilhabe, diverse Ehrenamtliche und die Teamleiterin als einzige Festangestellte. Die schon vorliegenden Besucherzahlen aus dem letzten Bewertungszeitraum (1. September 2015 bis 31. August 2016) können sich sehen lassen: Rund 25 000 Gäste kamen währenddessen ins Lübzer MGH.

Ebenso positiv wie über das Haus an sich äußerten sich die Politiker ebenfalls zu der hier erfolgenden Ausbildung und Betreuung von so genannten Pflegelotsen (wir berichteten). Auch dieses dank ehrenamtlich arbeitender Menschen möglich gewordene Projekt verdiene höchste Anerkennung. Krumpen: „Ein vor allem auch deshalb so wertvolles Angebot, weil es niederschwellig ist, pflegebedürftigen Menschen hilft, die zum Beispiel nicht mehr die Kraft für Behördengänge und oft damit verbundene komplizierte Antragstellungen haben.“

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