Kontrolle auf See : Mehr Sicherheit für Wassersportler

Mirko Bauer (l.) und Sebastian Kamm (r.) mit einem Schlauchboot auf dem Plauer See im Einsatz.
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Mirko Bauer (l.) und Sebastian Kamm (r.) mit einem Schlauchboot auf dem Plauer See im Einsatz.

Mit der Plauer Wasserschutzpolizei auf Kontrollfahrt. Die meisten Freizeitskipper sind vernünftig unterwegs.

svz.de von
19. Juli 2014, 22:00 Uhr

Die Beamten der Wasserschutzpolizeistation Plau am See führten gestern eine so genannte Komplexkontrolle auf dem Plauer See durch. SVZ begleitete sie. Fazit: Die Urlaubsregion ist relativ sicher.

Es ist gestern gegen 10 Uhr, als die Beamten ihr Streifenboot WS 61 und das Schlauchboot MV 7 startklar machen. „Wir werden heute zum anderen Ufer des Plauer Sees, Höhe Lenz, fahren und dort die Geschwindigkeiten der Boote überprüfen“, sagt Polizeihauptkommissar Sebastian Kamm. Er, sowie seine Kollegen Mirko Bauer, Dirk Uteß und Karl-Heinz Prahl sind auf die bevorstehende Aufgabe eingewiesen und es geht über den See. Am Ufer neben der Einfahrt zum Lenzer Kanal wird das Lasermessgerät Riegl FG21-PS aufgestellt und eingerichtet. „Es ist ein spezielles Gerät zum Messen der Geschwindigkeiten auf dem Wasser. Bis zu 1500 Meter Entfernung wird gemessen“, erklärt Prahl. Mirko Bauer und Sebastian Kamm nehmen im Schlauchboot Platz und liegen im Lenzer Kanal.

Aufmerksam verfolgt Karl-Heinz Prahl das Geschehen auf dem Wasser. Aus Richtung Plau kommt ein relativ schnelles Boot daher. Das Lasergerät lässt keinen Zweifel: „49 km/h“ sagt er kurz zu Dirk Uteß. Der prüft die Anzeige und gibt dann das Ergebnis an seine Kollegen Bauer und Kamm zum Schlauchboot. Dieses stoppt den Raser und bietet ihm eine Kontrolle des Messergebnisses an. Doch der Wassersportler akzeptiert das Ergebnis. „Abzüglich der Toleranz von zwei km/h werden 47 gefahrene Kilometer berechnet und das macht 300 Euro plus die Bearbeitungsgebühr“, sagt Uteß. Erlaubt sind auf dem See maximal 25 km/h, im 100-Meter Uferbereich nur 9 km/h und auf der Elde-Müritz-Wasserstraße sind es maximal 6 km/h, die gefahren werden dürfen. Nur wenig später kommt ein weiterer Sportbootführer, der zu schnell fährt. Auch hier folgt das Schlauchboot dem Raser.

Aber es sind an diesem Tag nur wenige, die zu schnell unterwegs sind. Die meisten halten sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten. Eine Urlauberfamilie aus Schwerin, die bei Freunden in Plau zu Besuch ist, nutzt das gute Wetter für eine Bootspartie. Bei einer allgemeinen Kontrolle mit Hinweis auf die Maximalgeschwindigkeiten lobt der Beamte, dass sich im Boot Rettungswesten für den Notfall befinden.

Leider ist dies bei Privatbooten keine Vorschrift, lediglich bei gemieteten Wasserfahrzeugen ist das Mitführen der Westen Vorschrift. Nicht nur für die Schweriner und Plauer Bootsfreunde ist das unverständlich, denn man kann immer in eine Situation kommen, in der diese Westen das Leben retten können, egal ob das Boot gemietet ist oder erwachsene gute Schwimmer an Bord sind. „Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah“, freuen sich die Schweriner über das Urlaubserlebnis und fühlen sich wohl in ihrer Heimat. Auch eine Hamburger Gruppe, die nur für einen Tag auf dem Plauer See schippert und sich dafür ein Boot gemietet hat, lobt die Seenplatte. Obwohl das Mitführen von Schwimmwesten auf einem Mietboot Pflicht ist, haben sie diese nicht unter den Sitzen liegen, sondern sogar vorbildlich angelegt. „Natürlich, das ist doch normal“, sagen sie und mit einem dicken Lob der Beamten im Gepäck verabschieden sie sich und touren in Richtung Plauer Leuchtturm.

„Die meisten verhalten sich den Vorschriften entsprechend, deshalb muss man auch mal loben", sagen die Beamten, die zwar auf die Einhaltung der Regeln achten, aber dies zur eigenen Sicherheit der Wassersportler tun. „Denn schließlich will jeder heil nach seinem Wassertrip wieder nach Hause“, heißt es weiter. Ein Problem gibt es mitunter mit den jugendlichen Jetski-Fahrern. Die wollen vor den Stränden den Mädels imponieren und drücken dabei aufs Gas. Insgesamt aber läuft alles ruhig. Nur am heutigen Sonnabend wird es wieder heiß hergehen, und das nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen. Die 25. Plauer Badewannenrallye sorgt für erheblich mehr Bootsverkehr als sonst.



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