Geldsegen für Naturschutzstation Wooster Teerofen : Mehr als 131 000 Euro für die Region

Der Bauplan sieht gut aus: Lothar Rohlf, Ralf Koch, Kristin Hormann und Dieter Winkelmann (v.l.).
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Der Bauplan sieht gut aus: Lothar Rohlf, Ralf Koch, Kristin Hormann und Dieter Winkelmann (v.l.).

Der Förderverein Nossentiner/Schwinzer Heide will das Haus der zukünftigen Naturschutzstation Wooster Teerofen wieder mit Leben füllen. Nun steht auch das nötige Geld für das Vorhaben zur Verfügung.

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24. Mai 2013, 07:02 Uhr

Wooster Teerofen/Bobzin | Hier sagen sich Fuchs und Hase noch Gute Nacht. Fernab des Berufsalltags, weit entfernt vom lauten Verkehrslärm, abgelegen vom Stress, inmitten der Natur steht es - 123 Jahre alt ist es mittlerweile: Das Haus der zukünftigen Naturschutzstation Wooster Teerofen. Ringsherum stehen Bäume, Pflanzen, Sträucher - hier hat die Natur noch ihre Ursprünglichkeit behalten. Genau deshalb haben die Mitglieder des Fördervereins Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide e.V. diesen Flecken Erde ausgesucht, um Touristen, Einheimischen und Interessierten die Natur und ihre Vielfältigkeit näherbringen zu können. Erbaut wurde das Gebäude in den 1880er und 1890er Jahren - bis in die 1960er Jahre war es bewohnt. Die Fenster, Türen, die Dachpfannen und die Ziegel sind noch im Originalzustand erhalten, mittlerweile ein wenig verfallen. Genau das soll sich jetzt ändern: Denn der Förderverein Nossentiner/Schwinzer Heide will das Haus wieder mit Leben füllen. Der erste Meilenstein dafür wurde jetzt gesetzt: Der Verein erhält aus dem Leader-Fördermitteltopf einen Zuschuss in Höhe von 54 850 Euro. Dieter Winkelmann vom StALU Westmecklenburg ist der freudige Überbringer des Zuwendungsbescheides. "Die Mittel können am 2. Januar 2014 abgerufen werden", erklärt Dieter Winkelmann.

Die Naturschutzstation, die in dieser alten Häuslerei entstehen wird, wird damit die bisher einzige Station im gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim sein, die praktischen Naturschutz betreiben wird. "Wir wollen hier auch unsere Workshops anbieten. Einen Platz für Schulklassen schaffen und vieles mehr", erklärt Ralf Koch vom Förderverein Nossentiner/Schwinzer Heide. Zusammen mit Jörg Gast und Wulf Hahne vom Verein nimmt er die Fördermittel gern entgegen. "Wir wollen das Haupthaus komplett sanieren, neue Fenster, Türen einbauen. Seminar- und Arbeitsräume werden entstehen", verdeutlicht Ralf Koch. Etwas Wichtiges in dem Haus fehlt aber noch: Eine Toilette. "Den Sanitärtrakt verlegen wir nach draußen, dafür wird auch etwas gebaut werden", sagt Jörg Gast. Die Gesamtkosten für dieses Projekt, das die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Warnow-Elde-Land ausgesucht haben, betragen 123 700 Euro. "Wir wollen hauptsächlich mit regionalen Unternehmen zusammenarbeiten", verdeutlicht Ralf Koch. Doch nicht nur aus dem Leader-Topf sind Gelder geflossen. Unterstützung kommt auch von Einzelspendern, von der Sparkasse Parchim-Lübz, der Concordia-Stiftung, der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), von der Heidehof Stiftung und von der Naturstiftung David. Alles Gelder, die gut angelegt sein werden. Das findet auch Dieter Winkelmann vom StALU Westmecklenburg: "Ich freue mich sehr, dass wir mit unserem Anteil ein so tolles Projekt unterstützen und fördern können."

Doch nicht nur für die Naturschutzstation Wooster Teerofen haben sich die Verantwortlichen der LAG Warnow-Elde-Land entschieden, sondern auch für weitere Projekte. Eines davon steht ebenfalls inmitten der Natur. Hier rauscht das Wasser vor sich hin, mit voller Wucht füllt es die Schleuse. Vögel zwitschern in den Bäumen und fliegen von einem Ast zum anderen. Direkt an der Elde sollen Kanutouristen in Zukunft eine passende Unterkunft finden. Deshalb will Axinja Zieher, Besitzerin des Gästehauses Bobziner Schleuse, die beiden Schuppen auf ihrem Grundstück von Grund auf sanieren und zu Übernachtungsmöglichkeiten ausbauen. "Ich bin wohl eine der letzten, die auf den schon fahrenden Zug aufgesprungen ist", gibt Axinja Zieher zu, als Kristin Hormann von der Landgesellschaft MV GmbH erneut zu Besuch im Bobziner Gästehaus ist. Denn Axinja Zieher hat sich lange nicht getraut, ihr Projekt über Leader-Mittel finanzieren zu lassen. Nun erhält sie aber aus dem Fördermitteltopf 76 290,50 Euro und kann damit endlich ihre beiden Schuppen sanieren und umbauen lassen. Die Gesamtkosten betragen 152 581 Euro. Die restlichen Mittel stemmt die Besitzerin selbst. "Ich bin froh, dass ich mir nirgends Geld leihen muss. Dass der Umbau gefördert wird, empfinde ich als einen Sechser im Lotto", erzählt Axinja Zieher. Schon jetzt schlagen viele Rad- und Kanutouristen ihre Zelte im Garten von Axinja Zieher und Reimer Rathmann auf. Im kommenden Jahr sollen die Besucher Übernachtungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen auch in den zwei historischen Tonnendachställen bekommen. "Ich will, dass der Stallcharakter der beiden Häuser erhalten bleibt. Das ist mir sehr wichtig", so die gelernte Hauswirtschafterin.

Direkt an der Elde und dem Wasserkraftwerk Bobziner Schleuse erstreckt sich das rund 1,2 Hektar große Gelände. Im Gästehaus gibt es derzeit elf Zimmer, in denen Besucher Ruhe und Erholung finden. Neben den Unterkunftsmöglichkeiten will Axinja Zieher auch Verköstigungen anbieten. Ein LandArt Café soll ebenfalls entstehen. "Egal, was unsere Gäste wünschen: Frühstück wird es auf jeden Fall geben. Aber auch Kaffee und Kuchen und Abendessen kann ich auch machen", sagt sie und strahlt. Wenn alles klappt, hofft die Gästehausbesitzerin an der Bobziner Schleuse, dass zum Winter hin die Gebäude soweit saniert sind, dass es eine Winterbaustelle ist. Auch Axinja Zieher wird erst im Januar 2014 die Mittel abrufen können. Doch solange will sie mit den Arbeiten an der ländlichen Erholungsoase nicht warten. "Zu mir kann jeder kommen, der Ruhe und Entspannung sucht. Die findet er hier auf jeden Fall", verspricht Axinja Zieher. Denn auch hier an der Bobziner Schleuse sagen sich Fuchs und Hase noch Gute Nacht.

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