Plau am See : Mehr Aktionen für mehr Gäste

Anziehungspunkt für die Besucher: Viele Geschäfte säumen die Große Burgstraße.
Anziehungspunkt für die Besucher: Viele Geschäfte säumen die Große Burgstraße.

Bekommt Plau am See einen neuen Gewerbeverein? Diskussion spaltet die Gemüter einzelner Geschäftsinhaber

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26. März 2019, 05:00 Uhr

Wenn am Sonnabend vor Ostern ein Hase aus einem gigantischen Papp-Ei springt und durch Plau hüpft, dann ist dies das Ergebnis der „Ersten Ideensammlung zum Beleben unserer Stadt“. 18 Teilnehmer, größtenteils Händler der Innenstadt, hatten sich an einer langen Tafel unter diesem Motto in der vergangenen Woche im Restaurant und Café Altstadt in der Steinstraße zusammengefunden.

Es sollte ein konstruktiver Austausch werden, um die Gründung eines Gewerbevereins anzuschieben. So soll auch Althergebrachtes mit frischen Ideen verbunden werden. Kein einfaches Unterfangen, sind doch Institutionen wie die „Burgstraße im Advent“ oder auch die „Weihnachtsstraße“ zur Winterzeit bereits als fester Termin im Veranstaltungskalender gesetzt. Letztere besitzt für Cornelia Eggenwirth, Mit-Initiatorin des Abends, allerdings mittlerweile Antik-Status: „Wir wollen nicht immer nur Wollmützen am laufenden Meter und ausgeleierte Pullover. Ich möchte auch einfach mal etwas Regionales bieten, etwas Feines.“

Neben der eigenen Schaffenskraft habe sie bei einer angedachten Gründung des Vereins auch Bürgermeister Norbert Reier im Rücken. Die Mitglieder könnten dann die Vorteile wie eine erhöhte Präsenz in der Öffentlichkeit durch Flyer und Plakate, sowie Aufmerksamkeit in sozialen Medien wie Facebook als auch eine konzeptionelle Beratung genießen. 80 Euro wäre die Jahresgebühr, die für weitere Aktionen und die Werbung eingeplant ist.

Cornelia Eggenwirth gehört als Inhaberin eines Fitnessstudios zu den „Neuen“ in der Innenstadt. Dementsprechend deutlich war der Gegenwind zu spüren. Etwa bei der Idee weiterer regionaler Händler zur „Weihnachtsstraße“. „Dafür werden wir keine neuen Schausteller bekommen, die meisten sind schon lange im Voraus fest gebunden“, kommentierte es Claudia Jagusch-Bruns, Besitzerin eines lokalen Sonnenstudios. Sie war auch keine Anhängerin weiterer Ausführungen.

So wollten die Initiatoren des Abends mit neuen außergewöhnlichen Aktionen Urlauber und Plauer in die Läden locken.

Laut Constantin Jesse brauche es dazu keine „1000 Ballons“, eher „Verköstigungen und Modenschauen“ , die den Rahmen um die zu besuchenden Läden bilden. So soll es zukünftig die „Plauer Markttage“ geben. Diese können unter verschiedenen Titeln wie „Blütenzauber“, „Ahoi“, „Goldener Herbst“ und „Licht an“ die Händler unter einem Motto vereinen.

Eine ähnliche Dekoration in den Schaufenstern würde der Aktion ein gemeinsames Gesicht geben. „Wir möchten die Plauer Markttage viermal im Jahr initiieren. Am Wochenende oder auch unter der Woche“, so der Boutique- Besitzer.

Jagusch-Bruns zweifelte daran: „Ich glaube nicht, dass wir mehr Besucher in die Stadt bekommen, nur weil wir ein Motto haben.“

Petra Steiniger, Inhaberin eines Kreativ-Ladens, versuchte sich im diplomatischen Ausgleich: „Wir haben doch alle hier schon viel erreicht, doch das ein oder andere hat sich inzwischen überholt.“

Bei der abendlichen Zusammenkunft gab es trotz hitziger Diskussionen auch eine Einigung: Das nächste Treffen wird am 9. April stattfinden. Und der erste Markttag am 26.April. Dafür macht der eingangs erwähnte Osterhase dann auch im Voraus schon einmal Werbung.

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