Veränderung : Medien bald in neuen Händen

Verein „Lübzer Land e. V.“ betreibt ab 1. Januar 2015 auch die Stadtbibliothek / Personal wird einrichtungsübergreifend eingesetzt

svz.de von
03. November 2014, 22:00 Uhr

Wie gestern bereits kurz berichtet, wird der Verein „Lübzer Land e. V.“ ab dem 1. Januar 2015 auch für den Betrieb der Stadtbibliothek auf dem Burghügel verantwortlich sein. Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadtvertreter einstimmig dafür votiert.

Bürgermeisterin Gudrun Stein zum Hintergrund: „In absehbarer Zeit wird eine Mitarbeiterin der Bibliothek pensioniert. Ohne sie gäbe es dort nur noch zwei Kolleginnen, mit denen allein es nicht mehr möglich wäre, die Öffnungszeiten abzusichern.“ Eine generelle Schwierigkeit besteht darin, dass die Stadt wegen ihrer wie in nahezu allen Kommunen angespannten finanziellen Lage frei werdende Stellen nicht neu besetzen darf – schon gar nicht in so genannten „freiwilligen Aufgaben“, zu denen auch die Unterhaltung einer Bibliothek zählt. In Pflichtbereichen ist vorgeschrieben, das Problem zum Beispiel durch das Umsetzen von Personal zu lösen.

Weil sie die Einrichtung unbedingt erhalten und auf keinen Fall der über kurz oder lang realen Gefahr aussetzen wollte, geschlossen zu werden, habe sich die Stadtvertretung rund ein Jahr mit dem Problem beschäftigt und verschiedene Varianten geprüft. Befürwortet wurde letztlich die Übertragung auf den Verein. Er arbeite bereits seit sieben Jahren erfolgreich mit der Betreibung des Stadtmuseums, des Wasserturms, des Planetariums und der alten Wassermühle im Sparkassengebäude. „Nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht wird der bestehende Vertrag einfach um die Bibliothek erweitert“, sagt Gudrun Stein.

Alle drei dortigen Mitarbeiterinnen werden für ein Jahr zu unveränderten Konditionen übernommen. In dieser Zeit wolle man nach Wegen suchen, wie der Betrieb etwa hinsichtlich der Arbeitszeit aufrecht erhalten werden kann. In der Öffentlichkeit verkenne man zum Beispiel oft, wieviel Arbeit besonders in diesem Haus im Hintergrund geleistet werde. Dazu gehören das Einordnen und die Pflege der Medien sowie die Vorbereitung von Schulveranstaltungen.

Geschäftsführerin des Vereins ist Stefanie Becker, die sich eigenen Worten zufolge auf die neue Ära freut. Es komme nicht nur ein interessantes Aufgabengebiet hinzu, sondern die Arbeit werde auch leichter, weil das zur Verfügung stehende Personal einrichtungsübergreifend eingesetzt werden könne. In der Kinder- und Jugendarbeit etwa gebe es schon jetzt viele gemeinsame Ansatzpunkte. Gerade in bezug auf die Bibliothek gelte es, mehr junge Leute für sie zu interessieren. Deshalb wolle man zum Beispiel einmal im Monat unter anderem eine Lesung anbieten. Die nächste Veranstaltung in dieser Hinsicht findet am 15. November um 14 Uhr im Bürgersaal statt, wo Reiseleiter Ingo Gundlach mit Bildern durch Schwerin führen wird. Gu-drun Stein wie auch die Geschäftsführerin seien froh, diese Lösung gefunden zu haben – zumindest erst einmal für sechs Jahre. So lange läuft der am 1. Januar beginnende Vertrag zwischen Stadt und Verein für alle genannten Bereiche, bis über eine Neuauflage entschieden wird.

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