Musikalisches Intermezzo : Mandoline und Chor - das klingt

Gut besucht: Die Kirche in Wendisch Priborn war am 1. Advent prall gefüllt. Ein besonderes Konzert lockte an.
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Gut besucht: Die Kirche in Wendisch Priborn war am 1. Advent prall gefüllt. Ein besonderes Konzert lockte an.

Konzert in Kooperation der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Gnevsdorf-Karbow in der Wendisch Priborner Kirche

von
28. November 2016, 19:00 Uhr

Berührend ist die Atmosphäre am ersten Adventsonntag in der Kirche von Wendisch Priborn gewesen. Während der wechselnden Darbietungen von Mandolinen, gemischtem Chorgesang, Ansprachen und einer Weihnachtsgeschichte entspann sich eine so feierliche, gleichzeitig fröhliche Stimmung, dass man spontan allen technisch übertragenen Feierlichkeiten und Events aus zweiter Hand hätte abschwören mögen. Das schöne Ereignis war live und alles war real: Der alte, restaurierte Kirchenraum mit seinen nach Art des Barock marmorierten Balken, die Kerzen überall, voll besetzte Kirchenbänke, frisches Tannengrün und natürlich die Protagonisten des Nachmittags: die Plauer Mandolinengruppe (Leitung Manfred Wirth) und der gemischte Chor aus Wendisch Priborn (Chorleitung Irmgard Habel-Wrede).

„Chor und Mandolinengruppe arbeiten eng zusammen“, berichtet Klaus Fengler, Ex-Bürgermeister von Wendisch Priborn und Chormitglied. Der enge Kontakt mag unter anderem daher rühren, dass einige Chormitglieder auch der Mandolinengruppe angehören. Dies führte gelegentlich zu unauffälligen „Wanderungen“ zwischen den einzelnen Darbietungen der schon seit vielen Jahren bestehenden Vereinigungen. Der gemischte Chor feiere bald sein 35-jähriges Bestehen, verriet Klaus Fengler stolz und Rudi Schröder, mit 82 Jahren Seniorchef der Mandolinengruppe, berichtete – und seine Augen leuchteten regelrecht: „2002 haben wir mit fünf Mandolinespielern angefangen. Heute sind wir 21.“ Dass eine so stattliche Gruppe von Mandoline- oder Mandolaspielern entstehen konnte, ist im Übrigen der Tatsache zu verdanken, dass die allermeisten der Spieler in der Schule schon lernten, mit dem Instrument umzugehen. „Die Mandoline war eben ein brauchbares Wanderinstrument“, erläutert Rudi Schröder und wünscht sich bei dieser Gelegenheit, dass die Musikschulen in der Region doch dazu übergehen mögen, auch Mandolinenunterricht anzubieten.

Für den feierlichen Anlass jedenfalls galt: Auf die Mischung kommt es an. Wobei nicht verschwiegen werden darf, dass an diesem 1. Advent herrlicher Sonnenschein optisch mitmischte und die bunten Glasfenster sich an den Kircheninnenwänden spiegelten. Pastorin Frauke Wagner und Klaus Fengler rahmten mit Ansprache und Dank das akustische Programm, das sorgfältig komponiert war. Der erste längere Part war den Mandolinen vorbehalten. Im bewährt ruhigen Klangfluss der Zupfinstrumente reihten sich weihnachtliche Lieder aneinander. Einen vergleichbar ausführlichen Block gestaltete wenig später der Chor, der phasenweise eindrucksvolles Klangvolumen erreichte. Ein gewisser Höhepunkt war hier die Darbietung des „Ave Glöcklein“, eines Preislieds, dessen Refrain „Ave Maria“ Kathrin Schultz mit ihrer bemerkenswerten Sopranstimme solo sang. Mitreißend und Höhepunkt des Nachmittags war schließlich das Zusammengehen von Mandolinen und Chor. Drei Wochen nur hatten die Parteien hierfür geprobt. „Der Trommlerjunge“, Traditionshit mit Gänsehauteffekt, und schließlich der „Schneewalzer“ als Rückkehr zum Alltag im Dreivierteltakt setzten nun fast dramatische Akzente. „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ aber war der Schlusspunkt. Alle sangen gemeinsam alle sechs Strophen.

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