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Gnevsdorfer Kirche : Mammutvorhaben - ein Förderverein lässt nicht locker

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Sanierung der Gnevsdorfer Kirche geht in nächste Runde. Derzeit werden Gelder für zweiten Bauabschnitt eingeworben: Ca. 250 000 Euro sind vonnöten

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 11:11 Uhr

Die Möckel-Kirche in Gnevsdorf, erbaut 1895-1897 nach dem Entwurf des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel (1838-1915), ist ein Bau im neugotischen Stil. Etwa hundert Jahre und viel Frost und Regen später ist den Gnevsdorfern bewusst, dass es um ihr Gotteshaus ohne umfassende Sanierung schlecht steht. Das Plauer Beispiel der St. Marienkirche vor Augen, war klar, ohne Förderung, Stiftungsgelder, ja einen Förderverein ein Ding der Unmöglichkeit. 2008 war denn auch die Geburtsstunde des Letzteren, damals mit zwölf Mitgliedern um Vorsitzenden Hans-Heinrich Jarchow. „Heute zählen wir 110 Mitglieder“, sagt der 60-Jährige und freut sich, dass viele Konfessionslose darunter sind. Weil die Kirche Denkmal und wichtig ist, wollen sie zu ihrem Erhalt beitragen.

Tatsächlich überdeckt die schlichte Schönheit der Gnevsdorfer Kirche erhebliche Mängel: die abgeplatzte Glasur der Verzierungen am Außengemäuer, ein zwar noch dichtes, aber durch die Jahrzehnte immer wieder auch schadhaftes Dach, durch das Wasser sickerte, von Feuchtigkeit und Frost gesprengte Ziegel… „Möckel hat viel architektonisches Wissen vereint. Doch ist es gerade seine Vorliebe für Türmchen und Schnörkel, die uns heute zum Verhängnis wird“, so Jarchow.

Vor knapp drei Jahren startete der Verein sein Mammutvorhaben Sanierung. Die Baukosten für die vier geplanten Abschnitte sollten bei ca. einer Million Euro liegen. Das hatte ein Planungsbüro errechnet. Inzwischen wissen die Gnevsdorfer, dass diese Summe bei weitem nicht reichen wird. Allein für den ersten Abschnitt, der Ende 2014 fertiggestellt war, Dachstuhl, Dach des Kirchenschiffes sowie obere Fassade ohne Turm umfasste, waren 242  000 Euro notwendig. Der Verein brachte 30  000 Euro selbst auf, dazu kamen EU-Mittel, Gelder der Landeskirche, Stiftungsgelder und der Eigenanteil der Kirchgemeinde. Momentan werben die Vereinsmitglieder für den zweiten Bauabschnitt ein: Saniert werden sollen mit Sakristei und Kohlelager beide Anbauten samt schwammbefallener Dachstühle, dazu die untere Fassade des Kirchenschiffes. „Hier werden die Kosten bei etwa 250    000 Euro liegen“, weiß Hans-Heinrich Jarchow. Wenn Land und Landeskirche das Bauvorhaben erneut finanziell mittragen, könnten die Arbeiten 2016/17 durchgeführt werden. Die Vereinsmitglieder hoffen es, wissen jedoch auch um das Fragezeichen hinter dem Eigenanteil ihrer Kirchgemeinde. Denn immerhin muss die neun Kirchen im Blick haben.

Bleiben die Abschnitte III und IV, die die Sanierung des Turmes (voraussichtlich 2019 bis 21) und die anschließende Innensanierung der Kirche vorsehen. 600  000 bzw. 150  000 Euro wird der Förderverein dafür auftun müssen. Was ganz bestimmt nicht leicht wird. Vorsitzender Jarchow bleibt optimistisch. „Wann immer wir Vertreter der Landeskirche bei uns begrüßen können, kommt die Frage nach der Anzahl unserer Mitglieder. Und wenn wir dann 110 sagen, ernten wir immer große Anerkennung“, sagt der Wangeliner und hofft, dass sich dieser Rückhalt in der Gemeinde und in der Region auszahlen wird.

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