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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 15:33 Uhr

Eisiger Unmut : Lutheran: Eiscafé bleibt dicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Getreidetrocknungsanlage an der Hauptstraße sorgt bei Café-Betreiber Jürgen Sand für Unmut wegen Lärm- und Staubbelästigung

von
erstellt am 26.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Jürgen Sand fühlt sich allein gelassen. Der Plauer hat 1995 in der Gemeinde Lutheran ein leerstehendes Haus gekauft, in dem er seit 2002 Eis produziert und verkauft. Jetzt hängt ein Schild vorn am Zaun – Geschlossen steht in blauer Farbe auf weißem Untergrund. „Ich musste das Eiscafé erneut schließen in dieser Sommersaison wegen Staub- und Lärmgefährdung“, teilt Jürgen Sand im SVZ-Gespräch mit. Als Grund nennt er die Getreidetrocknungsanlage vis-à-vis des Cafés. „Schon im vergangenen Jahr – ab Juni – musste ich die Eisproduktion und den Verkauf einstellen“, sagt er weiter.

Der 65-Jährige erklärt, warum er das Café schließen musste. „Einerseits ist der Lärm wirklich störend, auch für Gäste, die vorn auf der Terrasse sitzen wollen.“ Auf der anderen Seite müsse der Plauer für genügend Luftzufuhr sorgen. Fenster müssen während der Eisproduktion geöffnet sein. „Doch sobald sich kleinste Partikel – wie Staub – auf das Eis legen, muss ich es aus hygienischen Gründen wegschmeißen.“ Jürgen Sand habe immer wieder das Gespräch mit dem Betreiber der Trocknungsanlage gesucht. Eine Einigung zwischen beiden hat es bis dato nicht gegeben.

Die Getreidetrocknungsanlage gehört zum Bioland-Betrieb Hof Gischow. Den landwirtschaftlichen Betrieb gab es schon zu DDR-Zeiten. „Ich frage mich, warum er nicht schon damals etwas gegen die Anlage gesagt hat“, sagt Landwirt Ingo Bierkämper auf SVZ-Nachfrage. Er bestätigt, dass in den vergangenen Tagen Mitarbeiter des Landkreises bei ihm waren. Jürgen Sand hatte sich zunächst an das Amt Eldenburg Lübz gewandt. Von dort wurde der Fall an den Landkreis weitergeleitet. „Aus Immissionsschutzgründen haben sich Mitarbeiter des Fachdienstes Natur und Umwelt die Anlage angeschaut“, erklärt Kreissprecher Andreas Bonin. Das Gebäude, in dem die Trocknungsanlage steht, ist bereits älteren Datums. Wann allerdings die Anlage erbaut bzw. vom Landkreis genehmigt wurde, kann derzeit nicht genau gesagt werden. „Es ist nicht ganz klar, von wann die Baugenehmigung ist“, erläutert Andreas Bonin weiter. Ingo Bierkämper bestätigt, dass er vom Fachdienst Natur und Umwelt Auflagen bekomme hat. „An die werden wir uns halten.“ Von Innen dürfe derzeit nichts nach Außen dringen, so die Auflage des Landkreises. „Der Landwirt muss dafür sorgen, dass die Türen der Trocknungsanlage geschlossen bleiben“, erklärt der Kreissprecher.

Jürgen Sand geht es nicht allein um seinen Eisverkauf, sondern auch um die Gesundheit – „vor allem um die meiner Enkelkinder und aller anderen Kinder aus dem Dorf. Es kann nicht sein, dass wir hier jeden Tag diesen Feinstaub schlucken müssen“, sagt er wütend. Der 65-Jährige hofft jetzt auf die Behörden. „Wenn nichts passiert, dann muss ich weitere Schritte einleiten.“ Seitens des Landkreises wird der Fall weiterhin verfolgt, heißt es aus der Kreisverwaltung.

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