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Video: Badewannenrallye in Plau : Lübzer Pokal für Reichstagswanne

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Boote Marke Eigenbau liefern sich Wasserschlachten auf der Elde - zur Freude der zahlreichen Schaulustigen.

Es wurde erwartungsgemäß nass in Plau am See, doch kam dies nicht von einem Regenschauer, sondern von den Akteuren auf den 15 Booten der 28. Plauer Badewannenrallye.  Wasserschlachten gehörten dazu und waren wie Gewürze in der Küche und dabei wurde auch das Publikum nicht ausgespart.

Für viele ist die Teilnahme schon eine kleine Pflicht, für andere war es eine Premiere. So beispielsweise für die Jugendfeuerwehr Goldberg, die das erste Mal dabei war und sicher nicht das letzte Mal. „Es macht einen Heidenspaß und mit unserem Löschboot werben für zugleich für unsere Nachwuchsabteilung“, sagte Jugendwart René Moeller. Sie hatten Interesse bekundet und der Badewannenverein half, indem er die Grundlage – ein Ponton vom Hagebaumarkt – zur Verfügung stellte. „Den Aufbau mit Blaulicht, Martinshorn und einer Löschwasserspritzeinrichtung haben wir selbst gebastelt“, erzählten die Jungkameraden.

 

Tischler André Lemsky aus Henstedt-Ulzburg  war mit seinen Freunden das vierte Mal dabei.  Vor dem Start  musste er noch Hand anlegen und mit dem Akku-Schrauber einige Leisten an seinem Baywatch-Boot befestigen. Dann ging es mit Bruder Oliver und den Freunden Ulrike Möller und Fabian Querfeldt zum Start. An beiden Seiten der 579 Meter langen Strecke zwischen Hühnerleiter und Hubbrücke  hatte  sich das Publikum in Erwartung toller Boote versammelt. Unter ihnen auch die Familien Betz aus Salzwedel und Rittscher aus Uelzen mit ihren Kindern. „Die Veranstaltung ist einfach toll, deshalb machen jedes Jahr zu dieser Zeit Urlaub hier“, sagten sie und widmen sich wieder dem Treiben.

 

Der Start war diesmal völlig verhauen und entsprach eigentlich nicht dem Procedere. Irgendwie war das erste Rennen – das der Kinderboote – bereits gestartet, obwohl Bürgermeister Norbert Reier noch gar nicht den offiziellen Startschuss gegeben hatte. Laura Möller als „Mutige Meerjungfrau“ war mit ihrer Startnummer 3 schon bei der Sprechertribüne, als das Stadtoberhaupt seine Eröffnungsrede startete. Das tat dem spannenden wie lustigen Treiben  jedoch  keinen Abbruch.  Es folgten weitere Starts und es gab immer wieder viel Applaus von den beiden Natur-Tribünen angesichts der Kreativität der Teilnehmer. Der Plauer Fanfarenzug hatte sich einen „verrückten Zoo“ ausgedacht und konnte mit dieser Variante sogar den Siegerpokal in der Kinderwertung sichern. Lina Dau aus der Seestadt mit „Trolle außer Kontrolle“ gewann den zweiten Rang und die  „Frechen Früchtchen“ mit Lina Gardermann aus Großensee holten sich den dritten Platz.

Sprecher Christian König kündete mit gewohnt flotten Sprüchen zwischendurch immer mal eine Überraschung an, doch die kam auch früher als vorgesehen. Es war das Team um Udo Pries aus Plau, das den Berliner Reichstag nachgebaut hatte und Politiker auf den Schleudersitz verbannte. Doch was im Startbereich noch klappte, ging nahe der Sprechertribüne nicht mehr. „Unser Reichstag ist beschädigt“, hieß es zur Erklärung vom Boot aus und so waren die Besucher, die nahe der Hühnerleiter saßen, die einzigen, die das Spektakel erleben konnten. Der Reichstag öffnete sich in beiden Richtungen und hervor kam eine Schleuder und etliche Politiker, darunter Erdogan, Trump und Co. Sie alle  wurden in die Elde befördert. Mit dieser Idee und Umsetzung gewannen die Plauer den großen, den Lübzer Pokal und verwiesen Evelyn Boht mit ihrem Team vom Wangeliner Workcamp und Brian Hartig und seine Mitstreiter aus Ganzlin mit „Zeislers Eis Bar“ auf die Plätze. Den Erotic-Pokal schnappte sich Andreas Dau mit seinem Team und den „Plauer Hörnchen Unicorn“.

Etliche tausend Besucher verfolgten das Spektakel an der Elde und sparten nicht mit Applaus, auch wenn durch die Wasserschlachten etliche auch durchnässt wurden. Das tat der Stimmung keinen Abbruch und zur Freude der Organisatoren um Präsident Frank Sieland wurde auch diese 28. Auflage ein Erfolg, auch wenn man sich mehr Akteure auf dem Wasser gewünscht hätte. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr und es melden sich noch mehr. Dank auch den vielen Mitstreitern, die sich um die Sicherheit kümmerten, ob Badewannen-Vereinsmitglieder,  Beamte der Wasserschutzpolizei oder Kameraden des DRK Sanitäts- und Betreuungszuges Parchim und der Wassergefahrengruppe, die mit zwei Booten vor Ort waren.

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erstellt am 16.Jul.2017 | 09:37 Uhr

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