20 fragen zum wochenende : Lübz ohne Bahn – unvorstellbar

Dr. Peter Emisch, der ehemalige Hals-Nasen-Ohrenarzt kämpft seit geraumer Zeit für eine neue Orgel in der evangelischen Stadtkirche Lübz.
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Dr. Peter Emisch, der ehemalige Hals-Nasen-Ohrenarzt kämpft seit geraumer Zeit für eine neue Orgel in der evangelischen Stadtkirche Lübz.

Das sagt auch Dr. Peter Emisch, ehemaliger Hals-Nasen-Ohrenarzt aus der Eldestadt, in den 20 Fragen zum Wochenende

svz.de von
07. März 2014, 22:00 Uhr

Seine Frau sagte ihm, dass er sich für den Ruhestand um eine Beschäftigung kümmern müsse. Das habe er getan, ein bisschen später, aber Dr. Peter Emisch hat den Rat seiner Frau befolgt. Der ehemalige Lübzer Hals-Nasen-Ohrenarzt engagiert sich nicht nur im Kirchgemeinderat Lübz, sondern auch im Förderverein Kuppentiner Kirche. Doch damit nicht genug, der 78-Jährige spielt auch bei jeder Gelegenheit, die ihm sich bietet, Orgel – und das leidenschaftlich gern. Jetzt beantwortete er SVZ-Redakteurin Sabrina Panknin die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Dr. Peter Emisch: Am liebsten bin ich hier zu Hause und in meinem Garten. Und natürlich in der Natur. Vor allem an der Bobziner Schleuse, von dort aus fahre ich gern mit dem Rad in Richtung Kuppentin, immer an der Elde entlang.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort ändern?

Ich würde versuchen, Geld aufzutreiben, um die Ruinen in der Stadt zu beseitigen wie zum Beispiel das alte Krankenhaus, dort müsste was gemacht werden, aber auch in der Altstadt gibt es eine Menge. Ich weiß zwar, dass das Geld fehlt, aber dafür würde ich mich einsetzen.

Des Weiteren würde ich mich weiter intensiv für den Erhalt der Bahnstrecke einsetzen – wie Gudrun Stein das macht. Die Bahn ist gar nicht wegzudenken. Das betrifft schließlich alle, den Tourismus, die Schüler, die Älteren. Das ist überhaupt nicht durch Ersatzmittel zu bewerkstelligen.

Was wollten Sie als Kind mal werden?
Ich wollte eigentlich Koch werden. Denn Kochen hat mich schon immer interessiert. Schon früher als Kind habe ich meiner Mutter immer geholfen.


Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Das liegt schon soweit zurück. Als Jugendlicher habe ich im Drahtwerk Transportarbeiten gemacht und beim Zirkus beim Zeltaufbau geholfen.


Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Zu meiner Kindheit gab es nicht viel Möglichkeiten, das Geld auszugeben. Deshalb haben wir es überwiegend für Süßigkeiten ausgegeben. Oder beim Bäcker nebenan Kuchenränder gekauft – für zehn Pfennige damals.


Was würden Sie gerne können?
Ich würde gern richtig gut Orgel spielen können. Da fehlt mir nämlich noch eine ganze Menge.

Was stört Sie an anderen?
Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit, Überheblichkeit, Untätigkeit. Es gibt so viele Leute, die sich ehrenamtlich engagieren könnten, es aber nicht tun. Das finde ich schade.


Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Ich habe darüber lange nachgedacht. Ich lache gern. Mir ist aufgefallen, dass ich als Kind, Jugendlicher und Erwachsener anders gelacht habe, als jetzt im Alter. Ich bekomme häufiger das Schmunzeln, wenn mir Namen nicht mehr sofort einfallen.


Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten: Was würden Sie anders machen?
Wenn ich noch mal neu anfangen müsste, würde ich nichts anders machen. Ich habe vielleicht nur einen einzigen Fehler gemacht. Ich habe nicht auf meine Frau gehört, als sie damals zu mir sagte, ich solle mir für meinen Ruhestand rechtzeitig eine Beschäftigung suchen, damit ich nicht in ein Loch falle. Darum hätte ich mich eher bemühen müssen.


Wer ist Ihr persönlicher Held?
Für mich ist das immer noch Michail Gorbatschow. Ohne seine kluge Politik hätten wir die Wende damals nicht geschafft.


Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese gerade eine Krebsbiografie von Siddhartha Mukherjee. Er beschreibt darin anhand vieler Beispiele den Kampf gegen den Krebs von seinen Anfängen bis heute.


Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Ich bin ein absoluter Serien-Fan von den Nachmittagsserien. Ich verpasse aber auch selten Talkrunden, z.B. Jauch oder die Freitagsrunde im NDR, dann gehe ich auch nicht vorher ins Bett, wenn die noch nicht beendet ist. (lächelt)


Wie halten Sie sich fit: Mit Gartenarbeit oder Sport?
Gartenarbeit muss ich ja machen. Sport habe ich in letzter Zeit wenig gemacht. Aber ich habe mir vorgenommen, wenn das Wetter jetzt besser wird und bleibt, wieder mehr Fahrrad zu fahren.


Wen würden Sie gerne mal treffen?
Ich würde mich gern mal mit Frau Käßmann treffen. Sie ist eine sehr intelligente Frau und steht zu ihren Fehlern.


Was kommt bei Ihnen auf den Tisch, wenn Sie auswärts essen: griechische, italienische, chinesische oder deutsche Küche?
Im Wesentlichen deutsche Küche. Ich mag aber auch griechische und chinesische Gerichte.


Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Ich habe ein Lied im Kopf, von dem ich nicht mehr den Namen weiß. Bei diesem Lied habe ich meine Frau kennen gelernt.


An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?
Das war eine Taschenuhr, die ich von meiner Frau zu unserer Silberhochzeit bekommen habe.


Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ich möchte noch eine richtige Schiffsreise oder Flusskreuzfahrt machen.


Haben Sie sich Ihr Rentner-Leben genau so vorgestellt?
Das kann ich eigentlich schon so bestätigen. Ich bin sehr zufrieden damit.


Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Werner Ansorge, da er sehr aktiv beim Förderverein Kuppentiner Kirche ist.

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