Kunst : Lübz macht sich Namen bis Japan

Auf einen Druck des Amtsturms hat Chie Kudo aus Japan „Lübzer Kunstspeicher“ in ihrer Muttersprache geschrieben.
Auf einen Druck des Amtsturms hat Chie Kudo aus Japan „Lübzer Kunstspeicher“ in ihrer Muttersprache geschrieben.

16-jährige Chie Kudo und Dozent sind von neuer Kunstakademie begeistert. Am Donnerstagabend kann man mit Unterrichtenden ins Gespräch kommen.

svz.de von
15. Juli 2014, 22:00 Uhr

Nicht nur, dass der „Lübzer Kunstspeicher“ der Lübzer Region etwas völlig Neues beschert, sein Einfluss reicht sogar bis Fernost: Momentan ist von dort unter anderem noch bis zum 10. August die 16-jährige Chie Kudo aus dem japanischen Shirako zu Gast. Gemeinsam mit anderen Teilnehmern nimmt sie in der Einrichtung gegenwärtig erst einmal an einem von Volkmar Förster geleiteten Holzschnitt-Kurs teil. Der Chef der Galerie „Land Art“, der ab 9. August eine neue Ausstellung im Schweriner Kunstwasserwerk eröffnet, begeistert Akademie-Inhaberin Julia Theek: „Dieser Mann ist Bundesliga im Bereich Holzschnitt, aus meiner Sicht einer der wichtigsten Künstler dieses Landes. Vor Eröffnung der Akademie habe ich Lehrkräfte gesucht und ihn vor gut einem Jahr angesprochen. Er hat sich dann hier alles angesehen und nach einer Ausstellung in einem Hamburger Speicher, an der wir beide teilnahmen, war er überzeugt, dass er mitmachen kann.“

In dem jetzt dritten Kurs seien die Teilnehmer eng mit der Stadt in Kontakt getreten, weil sie auf Spaziergängen viel für ihre Vorlagen gezeichnet/skizziert haben und dabei von zahlreichen Einheimischen wahrgenommen wurden. Teilnehmerin Ilona Leopold, als Malerin und Grafikerin mit Vorwissen ausgestattet, bestätigt dies: „Als ich zum Beispiel das Haus in der Plauer Straße aufmalte, das abgerissen werden soll, kam ich bald mit jemandem ins Gespräch, der dann zum Beispiel einiges über sich erzählte und mir sagte, wo ich weitere Motive finden könnte.“ Und die Museumsleiterin Marion Schulz, die über einen in Potsdam ausliegenden Flyer des Lübzer Kunstspeichers auf die Einrichtung stieß, habe vor sehr langer Zeit einmal einen Holzschnitt in Venedig angefertigt. Das neue Angebot habe den Impuls gegeben, weiterzuarbeiten. Durch die aus Weichholz hergestellten Druckplatten lassen sich nach dem Herausschneiden des Motivs viele Abzüge herstellen, wofür eine kleine Druckmaschine bereit steht.

Julia Theek ist nicht nur Malerin, sondern auch Rotarierin (Menschen, die sich weltweit nach eigener Definition für humanitäre Dienste sowie Frieden und Völkerverständigung einsetzen. Im deutschsprachigen Raum nennen sich die Mitglieder Rotarier.). Über den Rotary Club Tokio erreichte sie irgendwann die Anfrage, ob es möglich wäre, dass Chie Kudo als Gastschülerin in den Ferien zu ihr kommt.

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