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Unfall auf der B103 : Lkw im Graben: Große Bergungsaktion auf B103

vom

Zehn Stunden nach dem Unfall ist der Sattelschlepper geborgen. Fahrer blieb unverletzt.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2017 | 11:26 Uhr

Zwischen Ganzlin und Meyenburg, kurz vor dem Abzweig nach Wendisch Priborn war heute früh gegen 4.15 Uhr ein polnischer Sattelzug nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben gestürzt. Der Fahrer blieb unverletzt und beobachtete später die aufwändige Bergung des Sattelzuges. Beladen war der Container mit etwa zehn Tonnen elektronischen Geräten. Die Unfallursache wird noch ermittelt, nicht auszuschließen ist, dass der Fahrer eingenickt war.

Gegen 8.30 Uhr wurde das Crivitzer Abschleppunternehmen Jörn Scholz beauftragt. Diese Firma besteht seit 1999 und ist seit 2001 technisch in der Lage, neben Pkw auch Busse und Lkw zu bergen. Gegen 10 Uhr wurde die B 103 in dem Bereich voll gesperrt und die Bergung begann. Doch was beim Pkw relativ zügig klappt, das dauert hier. „Wir müssen langsam vorgehen, die beiden Bergefahrzeuge, jedes kann bis zu 40 Tonnen ziehen, müssen positioniert werden, die Winden arbeiten langsam – das dauert“, erklärt  Jörn Scholz, der Chef. Die Seilwinden, vier sind auf den beiden Bergefahrzeugen installiert, von denen jede bis zu 20 Tonnen ziehen kann. Während zwei Seile am Container befestigt werden, werden die anderen an die Sattelzugmaschine angehakt. Erst wenn alles wirklich richtig sitzt und die Sicherheit gegeben ist, beginnt das Ziehen. „Die Winkel müssen schon stimmen, sonst klappt es nicht und man arbeitet gegen sich“, erklärt der Abschlepper, der durchaus auch einige physikalische Kenntnisse haben muss. Da der Straßengraben durch den vielen Regen der vergangenen Tage sehr instabil ist, müssen immer wieder Hölzer nachgelegt werden, um den Reifen Halt zu geben.

Zentimeter um Zentimeter hebt sich der umgekippte Sattelzug und steht bald wieder auf seinen Rädern, gegen das Abdriften durch die Seile gesichert. Nun muss das stehende Fahrzeug aus dem Graben gezogen werden. Auch das geht nur Zentimeterweise. Zwischendurch müssen die Bergelaster umgestellt werden, damit die Winkel wieder stimmen.

Nach fast vier Stunden – es ist mittlerweile 14 Uhr –  ist es geschafft, der Laster steht komplett auf der Fahrbahn und wird nun in die Werkstatt abgeschleppt. Die Schäden am Fahrzeug werden mit etwa 20.000 Euro beziffert, dazu die Kosten der Bergung – ein kostspieliges Verfahren.

Während Mitarbeiter der Straßenmeisterei die Fahrbahn säubern und die Bankette grob  in Ordnung bringen, freuen sich die vielen Kraftfahrer auf die Weiterfahrt. Etliche Brummifahrer standen in beiden Fahrtrichtungen im Stau und beobachteten zum Teil das Treiben. Unverständlich dagegen einige Pkw-Fahrer, die auf dem Acker die Unfallstelle umfahren wollten. Sie wurden jedoch von der Polizei gehindert.

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