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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. Oktober 2017 | 10:06 Uhr

Investition : Lernen unter besten Bedingungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der Baufortschritt in der Regionalen Schule in Lübz ist gut. Die Inbetriebnahme ist für den 5. September fest geplant. Unterstützung bietet das grundlegend sanierte Gebäude durch modernste Technik.

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 12:00 Uhr

René Schmidt gehört zu denen, deren Rücken nach Feierabend öfter melden, was sie am Tag getan haben. Genau 47 Kilogramm wiegt ein unhandliches, über zwei Meter langes Gerüstteil aus Stahl, auf dem gelaufen wird und von dem dutzende durch den langen Flur in den Innenhof – der späteren Aula – getragen werden müssen. An allen vier Wänden steht hier noch das Gerüst auf vier Gebäudeebenen. Zwar ist in diesem Bereich im Vergleich zum Rest der Baustelle noch am meisten zu tun, aber mittlerweile überspannt ein Glasdach die Fläche schon komplett. Für einen möglichst optimalen Klang werden in der Aula unter anderem noch so genannte Schallabsorber installiert.

An der Fassade zur Straße hin steht kein Gerüst mehr. Der richtige Anstrich in anderem Ton fehlt nur noch am Sockel, an den Windfängen, einigen Fenstern und vor den beiden Treppenhäusern. Der mit einem Windwächter (Löffelwindmesser auf dem Dach) verbundene Sonnenschutz funktioniert später automatisch: Wird der Wind zu stark, fahren geschlossene, auch vom Lehrer per Knopfdruck zu bedienende Jalousien automatisch nach oben, um nicht beschädigt zu werden.

Fast überall wurden die Decken abgehängt, neue Kastenfenster regeln ebenfalls automatisch die Zuluft. Von außen kalt angesaugt, wird sie zunächst zwischen den Scheiben der Fensterkonstruktion vorgewärmt und tritt so in den Klassenraum ein. In ihm gibt es fünf Austritte, über die verbrauchte Luft nach außen transportiert wird. „Dieser Austausch ist natürlich angenehm fürs Lernen, Sauerstoff kommt immer neu hinein“, sagt Fred-Jan Salomon, Leiter des Fachbereiches Bau bei der Stadt Lübz. Falls alles Genannte nicht mehr ausreichen sollte, werden zumindest in den direkt unter der Sonne liegenden Klassenräumen Klimaanlagen zur Unterstützung installiert. Das Glasdach der Aula hat einen Sonnenschutz fest eingebaut, lässt nur Teile der Wärme hindurch, aber herkömmlich lüften kann man diesen Raum wie auch die Klassen trotzdem. Für den Fall, dass es einmal brennen sollte, gibt es hier sechs große Rauchabzugsfenster.

Die das Dach tragenden Stahlstützen und die den früheren Innenhof überspannende Konstruktion wurden mit einem Brandschutzanstrich versehen. Salomon dazu: „Stahl verliert bei einem großen Brand seine Stabilität. Mit der Farbe lässt sich zum Beispiel bestimmen, wie lange die Feuerwehr Zeit hat, sich darunter aufzuhalten, ohne dass es zusammenbricht. Fluchtbereichen, wie es auch die Treppenhäuser sind, muss ich vertrauen können.“

Neu ist auch die Heizungsanlage. Schon im Hinblick auf die Sanierung der Regionalen Schule wurde vor rund einem Jahr hinter der benachbarten Turnhalle von den Stadtwerken und der Stadt mit Fördermitteln ein Blockheizkraftwerk errichtet, in dem Holzpallets verbrannt werden. Damit hat die Gasheizung in der Schule ausgedient. Hier steht jetzt im Keller nur noch eine Wärmeübernahmestation, später nur durch einen gasbetriebenen Spitzenlastkessel ergänzt, um schnell und flexibel auf technische Probleme reagieren zu können.

Von der Regionalen Schule ist nahezu nur der Rohbau stehen geblieben. Mit einer Bausumme von rund 4,2 Millionen Euro ist das Vorhaben seit langem das mit Abstand größte im Raum Lübz. In Betrieb genommen werden soll das grundlegend sanierte Gebäude zum neuen Schuljahr, das am 5. September beginnt.

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